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Nachfahrenliste Amandus Jäger
1.Jäger, Amandus I., * Urach um 1490, + Urach
Bürger und Einwohner Urach
Die Familie Jäger in Neuhausen an der Erms
(Von Eberhard Fritz und Ester Weiblen)

Familiengeschichte ist immer auch Sozialgeschichte. Im Schicksal einer Familie spiegeln sich die Entwicklungen der jeweiligen Zeit wie in einem Brennglas nieder. Deshalb wird qualifizierte genealogische Forschung immer hinauswachsen über das Sammeln von Namen und Zahlen und wird versuchen, die Personen anhand der Quellen in ihren historischen Zusammenhang einzuordnen. Manche Personen stehen exemplarisch für die Problematik ihrer Zeit.
Dies wird auch am Beispiel der Familie Jäger in Neuhausen an der Erms deutlich. In diesem Fall versuchte sich ein Familienzweig aus der württembergischen Ehrbarkeit im Dort einer anderen Herrschaft festzusetzen, was aber nur zeitweise gelang. Männer aus der Familie Jaeger besetzten im 16. Jahrhundert Führungspositionen in der kommunalen Verwaltung des Herzogtums. Sie waren mit zahlreichen anderen ehrbaren Familien aus Württemberg verwandt und verschwaegert. Amandus Jäger gehört zum Ahnenkreis des Dichters Friedrich Hoelderlin, der ebenfalls einer württembergischen Beamtenfamitle entstammte.
Ein großer Teil des Dorfes Neuhausen an der Erms war bereits bei der Gründung des Klosters Zwiefalten im Jahr 1089 an das Benediktiner- kloster gestiftet worden. Erst im Jahre 1431 gelang es Zwiefalten, die gesamte Ortsherrschaft durch Kauf in seinen Besitz zu bringen. Allerdings erwarben die Grafen von Württemberg nur wenige Jahre später Besitz im Ort. Da der Kirchensatz bei der Kartause Güterstein lag, wurde Neuhausen im Jahre 1534 reformiert und zur Pfarrei erhoben. Damit bestand im Ort eine Konkurrenzsituation zwischen der Ortsherrschaft Zwiefalten und der Herrschaft Württemberg. Bei jeder Gelegenheit versuchten die Herzöge von Württemberg, ihren Einfluß in Neuhausen zu vergrößern, das als zwiefaltische Insel mitten in ihrem Territorium lag. So konnten um 1556 die württembergischen Maße eingeführt werden; als 1596 eine gemeinsame Schule für Neuhausen und Glems errichtet wurde, übernahmen die württembergischen Kirchenbeamten die Aufsicht. Während des 17. und 18. Jahrhunderts verstärkte Württemberg den Druck auf das Kloster Zwiefalten. Im Jahr 1750 kaufte sich das Kloster von allen Verpflichtungen gegenüber Württemberg frei und erlangte die Reichsunmittelbarkeit. Dabei wurde unter anderem auch Neuhausen an das Herzogtum Württemberg abgetreten.
In diesem Zusammenhang versuchte Württemberg gegen Ende des 16. Jahrhunderts offensichtlich, eine ihm gesonnene Beamtenfamilie in Neuhausen festzusetzen. Es ist heute nicht mehr ganz nachvollziehbar, warum des Kloster Zwiefalten im Jahre 1594 Amandus Jäger als Zwiefalter Amtmann und Schultheißen nach Neuhausen beriet. Vielleicht hatte bereits sein Vater oder ein Verwandter aus der Familie vor ihm das Amt des Schultheißen innegehabt. Jäger entstammte der württembergischen Oberschicht, mußte also eher als Vertreter der konkurrierenden Herrschaft gelten. Die Familie war sehr begütert und verfügte über immensen Einfluß. Folglich hatte Amandus Jäger eine Frau aus einer der besten Familien in der benachbarten Reichsstadt Reutlingen geheiratet, die Tochter des Stadtschreibers Benedikt Grötzinger.
Im Zusammenhang mit seiner Ernennung zum Zwiefalter Klosterpfleger kaufte sich Jäger beim Uracher Untervogt Hans Wendel Decker von der Leibeigenschaft frei. Er begab sich jedoch nicht in die Leibeigenschaft des Klosters, ebensowenig wie seine Frau. Bald nahm die Familie Jäger in Neuhausen eine Sonderstellung ein. Von außen ins Dorf gekommen, verfügte der Schultheiß und Klosterpfleger über großen Einfluß und ein bedeutendes Vermögen. Außerdem erfreute er sich der Gunst des Zvviefalter Abts Michael Müller.
In den Jahren 1601 und 1602 ließ sich Amandus Jäger in der unteren Dorfgasse (Klosterstraße) einen großen Hof erbauen. Bald darauf richtete er an das Kloster die Bitte, ihm das große Ackerfeld auf dem "Brühl" nordwestlich des Dorfes als Lehen zu übertragen. Der Brühl war bisher vom Kloster selbst genutzt oder von Jahr zu Jahr an einen großen Neuhäuser Bauern verliehen worden. Abt Michael erklärte sich damit unter der Bedingung einverstanden, daß Jäger seinen neu erbauten Hof dem Kloster übereignete. Vom Kloster Zwiefalten erhielt Amandus Jäger seinen Hof sowie den etwa 20 württembergische Jauchen großen Brühl als Erblehen. Der Brühl bildete einen geschlossenen, versteinten Bezirk. Vom Gallustag bis zehn Tage vor Georgi (13. April) hatten die Neuhäuser Bauern das Recht, Vieh und Pferde darauf zu weiden. Falls die Familie Jäger ihr Lehen wieder außerhalb der direkten Nachkommenschaft verkaufen wollte, behielt sich das Kloster ein Vorkaufsrecht vor.
Für den Bau der Hofanlage verpflichtete Amandus Jäger den Klosterbaumeister Georg Hans Rümmelin aus Dettingen. Das inzwischen stark verwitterte und vom Verfall bedrohte Bild des Baumeisters sieht man noch heute am Torbogen des ehemaligen Klosterhofs in der Klosterstraße. Darauf ist er kniend mit einem hohen Hut auf dem Kopf dargestellt. Zirkel und Maßstab in den Händen weisen ihn als Baumeister aus. Über dem Bildnis war früher noch der Name eingemeißelt, welcher heute durch Verwitterung unleserlich geworden ist.
Noch heute heißen die beiden Häuser im Volksmund "Schlößle" und "Hennakretta" (Hühnerkorb). Während ersterer Name auf die Bedeutung der Zwiefalter Herrschaft anspielt, gibt es für die eigenartige Bezeichnung des zweiten Gebäudes eine legendenhafte Erklärung, wonach die Frau des Klosterpflegers, der das Gebäude nicht gefiel, von einem "Hühnerkorb" gesprochen haben soll.(8)
Für den Schultheißen ließ das Kloster im Jahr 1604 die Stabhalterei in der oberen Dorfgasse erbauen. Das Gebäude grenzte an den Fronhof, von dem aus das Kloster seit dem Mittelalter seinen Besitz verwaltet hatte. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts verband ein gedeckter Gang die Stabhalterei mit einem anderen großen Gebäude, dem Gnad- und Barmherzigkeitshaus.(9) Man kann also davon ausgehen, daß der Besitzer des Fronhofs im oberen Dorf mit Sicherheit auch nach dem Ende der mittetalterlichen Fronhofsverfassung noch Aufgaben in der Gemeindeverwaltung wahrnahm. Nun residerte der Stabhalter als Ortsvorsteher gleich nebenan in der Stabhalterei. Von 1600 bis etwa 1820 trug der Neuhäuser Schultheiß den Titel Stabhalter. Vielleicht rührte dieser Titel vom Gerichtsvorsitz her, den der Schultheiß innehatte. Im Zuge des Ortsdurchbruchs wurde die Stabhalterei 1977 abgebrochen.
Nach der Übertragung des großen Erblehens konnte Amandus Jäger seinen Besitz in Neuhausen noch bedeutend ausweiten. Abt Michael bot ihm im Jahre 1620 den Hof Kohlberg, welcher an Dietrich Spindler um 1 Pfund Heller Zins jährlich als Fallehen ausgegeben war, um 4 Fuder Wein zum Kauf an. Auf Zureden seines Schwiegersohnes Klaus Jud aus Metzingen kaufte Jäger den Hof. Als er jedoch den Wein nach Zwiefalten lieferte, wollte der Konvent den Hof nur als Lehen ausgeben. Darauf ließ sich Jäger jedoch nicht ein. So blieb die Angelegenheit in der Schwebe, da weder ein Kaufbrief ausgestellt noch der Wein zurückgegeben wurde. Immerhin nutzte der Klosterpfleger die Güter des Hofes; die Gebäude selbst wurden nicht mehr bezogen. Da die Inhabergemeinschaft Hofwald, eine der beiden Neuhäuser Waldgenossenschaften, zur Lieferung des nötigen Bau- und Brennholzes verpflichtet war, vereinbarte man mit ihr ersatzweise eine feste Geldabgabe.
Klosterpfleger Amandus Jäger starb im Februar 1632. Das Doppelgrabmal für ihn und seine im selben Jahr verstorbene zweite Gattin ist noch heute an der Ostwand des Kirchturms erhalten. Nach dem Tod des Klosterpflegers brachen erhebliche Spannungen zwischen dem Kloster und den Erben auf. Wahrscheinlich versuchte das Kloster, der Familie Jäger Schwierigkeiten zu machen, weil sich die Kinder des Amandus Jäger mit Angehörigen der württembergischen Oberschicht verehelicht hatten. Zwiefalten befürchtete durch die Familie einen wachsenden württembergischen Einfluß im Dorf. Der Sohn des Amandus Jäger, Amandus Jäger d.J. (1589-1665) war sogar württembergischer Webereifaktor in Urach und erzielte hohe Einkünfte aus dem Leinwandhandel.
Nach dem Tod seines Vaters bat der Sohn um Übertragung des Erblehens. Abt Balthasar Mader versprach es ihm, aber eine Ausfertigung des Lehenbriefes unterblieb. Inzwischen hatte Herzog Julius Friedrich von Württemberg das Kloster Zwiefalten besetzen lassen, nachdem es ihm König Gustav Adolf von Schweden als Geschenk übereignet hatte. Deshalb suchte Amandus Jäger d.J. beim Herzog von Württemberg um Verleihung des Lehens nach.
Allerdings stellte sich nicht nur das Kloster selbst, sondern auch die Gemeinde der Familie Jäger entgegen. Nach dem Tod des alten Klosterpflegers entrichtete die Inhaberschaft Hofwald keine Abgaben für das Holzrecht des Hofes Kohlberg mehr. Entgegen den verbrieften Rechten, wonach der Hof von allen Abgaben befreit war, zogen die zwiefaltischen Beamten mit Unterstützung des Abts Ulrich Gleuz von der Familie Jäger Kriegsbeiträge (Kontributionen) ein. Mitglieder der Familien Epplin, König und Jäger als Nachkommen von Amandus Jäger d.Ae. wurden nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges mit 1/15 an den Kriegslasten der Gemeinde beteiligt. Außerdem versuchte das Kloster, den Neuhäuser Bürger Amandus Jäger d.J. unter seine Leibeigenschaft zu zwingen, obwohl die Mutter nie zwiefaltische Leibeigene gewesen war. Nach wie vor besaß der Uracher Webereifaktor ein bedeutendes Vermögen in Neuhausen. Um 1650 umfaßte es vier Häuser mit Zubehör in der unteren Dorfgasse, den halben Brühl und die halbe Brühlscheune, 46 Jauchert Äcker, 11 Jauchert Wiesen, 7 1/2 Morgen Weingärten (davon 1 3/4 Morgen eigen) mit einem Gesamtwert von 2064 Gulden 30 Kreuzer. Außerdem hatte er die Fischerei in der Erms vom Kloster zu Lehen. Nicht eingerechnet in den Betrag waren außerdem 441 Gulden 27 Kreuzer Forderungen und seine bewegliche Habe.
Der ständige Druck von seiten des Klosters und der Gemeinde scheinen die Familie Jäger mürbe gemacht zu haben. Nach Amandus Jäger d.J. wohnte dessen Neffe, der württembergische Zollschreiber Amandus Epplin, im Hof in der Klosterstraße. Als dieser 1661 starb, zog sich die Familie endgültig aus Neuhausen zurück. Johann Christian Epplin und seine Schwester Eva Sabina König, geb. Epplin, verkauften 1662 den "Neuen Bau" in Neuhausen mit zinspflichtigen Gütern um 1300 Gulden an Zwiefalten. Das Kloster nutzte den Hof als Neuhäuser Klosterpflege.
In diesem Zusammenhang sei übrigens bemerkt, daß wenige Jahre nach dem Tod des Amandus Jäger Mitglieder einer weiteren württembergischen Familie aus der dörflichen Ehrbarkeit wichtige Ämter im Dorf besetzen konnten. Der Schultheißensohn Hans Deschler (1627-1679) aus Seißen bei Blaubeuren, dessen Vater später eine Wirtschaft in Blaubeuren übernahm, heiratete im Jahre 1649 die Neuhäuser Bürgertochter Anna Stiefel. Bereits 1660 gehörte Deschler dem Dorfgericht an und stieg nach dem Tod des Stabhalters Hans Schäfer 1668 zum Stabhalter auf. Die Familie konnte auch nach dem Tod des Hans Deschler (1679) ihre Stellung in Neuhausen behaupten, erlosch allerdings später im Mannesstamm. Offenbar sah das Kloster Zwiefalten keine Veranlassung, den Einfluß der Familie Deschler zurückzudrängen.
An den Familien Jäger und Deschler läßt sich aber etwas zeigen, das auch für andere Familien und für andere Orte belegt ist: die überörtliche Bedeutung der dörflichen Ehrbarkeit. Wenn zu viele Mitglieder eines Familienverbandes in einem Ort lebten, konnten nicht alle die wichtigen politischen Funktionen, insbesondere in Gericht und Rat, besetzen. Klagen über zu enge Verwandtschaft in Gericht und Rat gehörten zu den gängigen Beschwerden bei den herrschaftlichen Vogtgerichten. Ein Mann aber, der in einen anderen Ort zog und dort womöglich in die Führungsschicht einheiratete, hatte gute Chancen, in seinem neuen Heimatort Mitglied dieser dörflichen Ehrbarkeit zu werden. Beispiele dafür gibt es viele. Die weitere Erforschung der genealogischen Zusammenhänge innerhalb einer Gemeinde kann zu einem vertieften Verständnis für die Lebenswirktichkeit der Menschen in früheren Zeiten beitragen.
Stammfolge
Amandus Jäger oo 5.5.1575 I. Judith Groetzinger
Schultheiß in Neuhausen Reutlingen aus Reutlingen
(seit spätestens 1596) * 8.5.1553 Reutlingen
Zwiefalter Amtmann + 1609 Neuhausen
(1594-1632) (17) oo II. Sabina Ortholph (18)
* 6.1555 (Urach?) * ...
+ 13. 2.1632 Neuhausen + 3.5.1632 Neuhausen

Kinder:

1. Benedikt * 22.3.1576 Neuhausen
2. Rupert * 27.7.1579 Neuhausen
3. Christina * 3.4.1582 Neuhausen
4. Margaretha * 20. 6. 1585 Neuhausen, oo I. mit Johann Sebastian Epplin, Bebenhäuser Pfleger in Weil im Schönbuch 1608-1619, *1584
+ 26. 9. 1625 Stuttgart; oo II. 18.10.1629 Möhringen auf den Fildern mit Friedrich Reichstetter aus Stuttgart, Zeugmeister in Bremen(19)

Kinder:
1. Eva Epplin, oo 2.9.1634 Tübingen mit Johann Georg König, Amtmann in Dettingen, Forstmeister in Zwiefalten, *1602 + nach 1670 (20)
2. Johann Christian Epplin, in Gaisburg (21)
3. Amandus Epplin, + 1661 Neuhausen, würnembergischer Zollschreiber seit 1638, Bauverwalter, 1649 Bauschreiber (22)
5. Amandus * 12.4.1589 Neuhausen, + 1.3. 1665 Urach, Webereitaktor in Urach, oo 1614 (1616?) mit Justina Sattler aus Urach, *11.4.1590 Urach, +11.8.1668 Neuhausen (23) Kinder:
1. Wolfgang Philipp Jäger von Gärtringen, * 5, 1623 + 1. 7.1683, Forstmeister in Zwiefalten und Klosterhofmeister in Kirchheim unter Teck; oo Maria Jakobäa von Karpfen (24)
2. Anna Justina * 18.1.1628 Urach + 13.3.1681 Urach, oo 20.10.1646 Stefan Stockmeyer, Klosterhofmeister in Pfullingen, * 1618 + 28.3.1668 Pfullingen6. Anna * 11.6.1577 Neuhausen + 1577/80
7. Johannes * 24.6.1580 Neuhausen
8. Anna * 25.12.1583 Neuhausen + 1583/90
9. Maria * 7.4.1587 Neuhausen
10. Anna * 4.11.1590 Neuhausen, oo I. 16. 2. 1607 Metzingen mit Klaus Jud, Buergermeister in Metzingen, Webereifaktor in Urach,
* 22.9.1566 Metzingen + 25.11.1629 Metzingen; oo II. 1.6.1631 mit Heinrich Hartung, Wuerttembergischer Oberrat, +1649 (25)

Anmerkungen:

1. Dieser Beitrag basiert auf genealogischen Recherchen von Ester Weiblen zur Familie Jäger. Er berichtigt und ergänzt die Ausführungen bei Eberhard Fritz: Neuhausen unter der Herrschaft des Klosters Zwiefalten (Metzinger Heimatblätter 2), Metzingen 1984.
2. Vgl. Hanns Wolfgang Rath/Hanns Wolfgang Kress: Ahnengeschichte Hölderlins, Limburg 1989, S.40-41, 191, 199 und 221.
3. Im Jahr 1602 ist Hans Christoph Jäger, gewesener Schultheiss in Neuhausen, erwähnt. Landeskirchliches Archiv Stuttgart. A 28 Bue 2826/5.
4. Franz Votteler: Benedikt Gretzinger, der Stadtschreiber von Reutlingen. Reutlinger Geschichtsblätter 6 (1895), S.33-36.
5. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (HStAS) A 225 Bü 50 (Kopie des Manumissionsbriefs und der Ledigzaehlung, 5.7.1594).
6. HStAS A 225 Bue 50 (Kopien des Lehenbriefs vom 20.3.1602). Zum Hof gehörten Wiesen auf Mahlen mit Baumgartengerechtigkeit, 1 1/2 Jauchert Acker hinter Steuchen sowie 1 1/2 Mannsmahd Wiesen. Abgaben fuer das Lehen: 8 Gulden Zins, 5 Scheffel Dinkel, 4 Scheffel Hafer, eine Henne, 2 Huehner, 1 Simri Vogthafer aus einem Lehen Holzteil. Handlohn und Wegloese betrugen je 8 Gulden.
7. Fritz Kalmbach: Der Zwiefalter Baumeister Jerg Rümmelin in Dellingen/Erms und die Uracher Kabinettscheibe Nr. 19. In: SWDB Bd. 20 (1991), S. 182-193, besonders S. 191. Im Rathaus von Bad Urach hat sich eine Wappenscheibe mit dem Bild des Georg Hans Remelin erhalten.
8. Rose Planck: Neuhaeuser Heimatbüchlein, Neuhausen 1948, S. 13.
9. Über die Nutzung des im Volksmund genannten Gnad- und Barmherzigkeitshauses ist nichts bekannt. Aufschluß könnte eine baugeschichtliche Untensuchung bringen.
10. HStAS A 225 Bü 50 (undatiert und 13.3.1652). Der Kaufpreis von 4 Fudern Wein entsprach 48 bis 64 Reichstalern.
11. Vgl. Grete Karr: Die Uracher Leinenweberei und die Leinwandhandelskompagnie (Tübinger Wirtschaftswissenschaftliche Abhandlungen Band 7), Stuttgart 1930, S. 27.
12. HStAS A 225 Bue 50 (Aufstellung der Forderungen durch die Gemeinde, 3. 12.1651). Vgl. HStAS B 555 Bd. 709 S. 275v. (26.5.1649).
14. Stadtarchiv Metzingen, Ortsarchiv Neuhausen B 374. Diese Angaben stehen in Widerspruch zu Karr (wie Anm. 11), S. 31f. Dort wird behauptet, Amandus Jäger d.J. habe während des Krieges sein gesamtes Vermögen verloren. Jäger muß aber aus anderen Gründen in den Dienst des Ulmer Kaufmanns Matthäus Stürzel getreten sein.
15. HStAS B 551 U 865 (23.4.1662). Zu Amandus Epplin vgl. Walther Pfeilsticker: Neues württembergisches Dienerbuch, Stuttgart 1957 und 1963, (NWDB), § 1815. Epplin wurde 1638 Zollschreiber, war zwischendurch Bauverwalter und wurde 1649 wieder Zollschreiber. Er starb 1661.
16. Otto Günter Lonhard: Die Deschler aus Asch. In: SWDB Bd. 17 (1983). S. 215.
17. NWDB § 2982. Es ist eher unwahrscheinlich, daß der zeitweise in Neuhausen wohnende Forstknecht Ruprecht Jäger, wie bei NWDB angegeben, der Vater des Amandus Jäger war. Vgl. dazu auch Anmerkung 3.
18. Ueber die Familie der Sabine Ortholph konnte nichts ermittelt werden. Der einzige Beleg fuer den Familiennamen im fruehen 16. Jahrhundert fand sich in: Peter-Johannes Schuler: Notare Südwestdeutschlands. Ein prosopographisches Verzeichnis für die Zeit von 1300 bis ca. 1520 (Veröffentlichungen der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg B 90), Stuttgart 1987, Nr.1115 (Jeorimo Ortolf, Schulmeister am Basler Stift, genannt 1618).
19. NWDB § 3329.
20. NWDB§ 2980.
21. HStAS B 551 U 865.
22. NWBD §1815.
23. NWDB §1994.
24. NWDB §3412.
25. Walter Bemhardt: Die Zentralbehörden des Herzogtums Württemberg und ihre Beamten 1520-1629 (Veröffentlichungen der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg B 71), Stuttgart 1973, S. 346.
1 Kind von Nr. 1
2.Jäger, Ruprecht, * um 1520
Bürger und Einwohner Urach
1 Kind von Nr. 2
3.Jäger, Amandus d.Ä., * Urach 1555, + Neuhausen (Erms) 13.02.1632
Kloster Zwiefaltischer Amtmann in Neuhausen an der Erms
vh. II. Sabina Ortolph)
Ein Epitaph erinnert an Amtmann
Amandus Jäger in Neuhausen
Von der alten Neuhäuser Kirche ist nach dem Bau des Gemeindezentrums nicht mehr
viel übrig geblieben: Erhalten hat sich der Kirchturm und das an dessen Ostseite angebrachte Epitaph von Amandus Jäger und seiner Frau. Es ist das einzige Grabmal in Neuhausen aus der Zeit der Renaissance, das heute noch vorhanden ist. Dieses gilt es jetzt zu sichern und für die Zukunft zu
erhalten.
Die aufwendige Form des Epitaphs lässt erkennen, dass es sich bei Amandus Jäger und seiner
Frau um wichtige und wohlhabende Persönlichkeiten der damaligen Zeit gehandelt haben
muss. Sonst wäre kaum ein so repräsentatives Epitaph für Jäger und seine Frau entstanden.
Und in der Tat: Amandus Jäger (1555-1632) war über mehrere Jahrzehnte als Amtmann
des Klosters Zwiefalten in Neuhausen tätig. Er war der Sohn des in Neuhausen ansässigen Ruprecht Jäger, doch schon der Vorname Amandus und das Familienwappen mit
Hifthorn und württembergischer Hirschstange deuten auf eine Herkunft aus Urach und eine
Verbindung zur Herrschaft Württemberg hin.
Amandus Jäger übernahm 1594 den Posten des Zwiefalter Amtmanns in Neuhausen. 1601
ließ er sich als standesgemäßen Wohnsitz den Klosterhof errichten. Dabei handelt es sich um
zwei Gebäude, die durch einen Torbogen miteinander verbunden sind. Diese werden von den
Neuhäusern bis heute als „Hennakretta“ und „Schlössle“ bezeichnet. Am Schlössle finden
sich über der Eingangstür die Jahreszahl 1601, die Initialen A. J. und das Jägersche Wappen
mit Hifthorn und Hirschstange. Damit ist Amandus Jäger als Bauherr belegt. Das Schlössle
enthielt im Innern ehedem eine Kapelle, die mit einem großen geschnitzten Kruzifix ausgestattet war. Erhalten hat sich ein großer gotischer Keller mit Kreuzgewölben auf Steinsäulen.
Amandus Jäger verheiratete sich 1575 zunächst mit Judith Grötzinger, der Tochter des
Reutlinger Stadtschreibers Benendikt Grötzinger. Nach ihrem Tod im Jahr 1609 verehelichte
er sich wenig später mit Sabina Ortolph. Das Ehepaar starb kurz nacheinander im Jahr 1632,
mitten im Dreißigjährigen Krieg. Allerdings mussten sie die ab 1634 einsetzenden schlimmsten
Kriegsjahre nicht mehr miterleben.
Das repräsentative Doppelgrabmal für Amandus Jäger und seine Frau ließ wohl der Sohn Amandus Jäger, Leinwandfaktor in Urach, errichten.
Das Epitaph besteht aus zwei Grabplatten mit einer rahmenden Ädikula. Im abschließenden
Dreiecksgiebel sind die Buchstaben JHS als Monogramm Jesu angebracht. Die beiden reich
verzierten Platten sind analog aufgebaut. Die linke Platte für Amandus Jäger zeigt oben eine
von Roll- und Beschlagwerk gerahmte Inschrift, in der vermerkt ist, dass er am 13. Februar 1632
als „gewesner Zwiefaltischer Ambtmann“ mit 76 Jahren verstorben ist. Darunter befindet sich
von einer Girlande umrahmt in einem runden Feld das Wappen Jägers. Die rechte Platte für
Sabina geb. Ortolph enthält oben eine Inschrift mit dem Todesdatum 3. Mai 1632 und darunter
das Wappen der Familie Ortholph mit Garbe und Taube.
Amandus Jäger hatte aus seiner Ehe mit Judith Grötzinger 10 Kinder, von denen jedoch nicht
alle das Erwachsenenalter erreichten. Der Sohn Amandus Jäger (1589-1665) hatte als Leinwandfaktor der Leinwandhandelskompanie in Urach eine sehr einträgliche Position. Um 1650
umfasste sein Vermögen in Neuhausen vier Wohnhäuser und umfangreichen Grundbesitz.
Er zählte zur württembergischen Ehrbarkeit und machte um 1614 eine glänzende Partie durch
die Heirat mit Barbara Sattler, der Tochter des Uracher Vogts. Mit seinem Sohn Wolfgang Philipp Jäger, Klosterhofmeister in Kirchheim unter Teck, starb die Familie Jäger im Mannesstamm
aus.
Zahlreiche Nachkommen sind über die drei Töchter des Leinwandfaktors vorhanden, von
denen Anna Justina Jäger (1628-1681) den Klosterhofmeister Stefan Stockmayer heiratete.
Der Familie Stockmayer, von der heute ein Nachkomme dieses Namens in Neuhausen
ansässig ist, gelang im 18. Jahrhundert der gesellschaftliche Aufstieg. Sie zählte damals zu
den führenden Familien der württembergischen Ehrbarkeit. Die Landschaftskonsulenten Johann Friedrich und Amandus Friedrich Stockmayer hatten als Gegenspieler von Herzog
Carl Eugen und König Friedrich wichtige politische Ämter innerhalb der württembergischen
Landstände inne. Durch die Verflechtung mit der württembergischen Ehrbarkeit ist es nun
nicht mehr überraschend, dass das Ehepaar Stockmayer-Jäger und damit auch Amandus
Jäger in den Ahnentafeln namhafter württembergischer Persönlichkeiten erscheint. Zur
bedeutenden Nachkommenschaft der Familie Jäger zählen neben dem Wirtschaftsförderer
Ferdinand Steinbeis die Dichter Wilhelm Hauff, Justinus Kerner, Wilhelm Waiblinger und Friedrich Hölderlin.
(Entnommen: 's Blättle - 1.. Jahrgang Metzingen, den 3. Juni 2011)
oo I. 05.05.1575 Judithe Grötzinger, * Reutlingen 08.05.1553, + Neuhausen (Erms) 1609
oo II. um 1610 Sabina Ortolph, * 1560, + Neuhausen (Erms) 03.05.1632
2 Kinder von Nr. 3
4.Jäger, Amandus d.J., * Neuhausen (Erms) 13.04.1589, + Urach 11.03.1665
Leinwandfaktor in Urach
Hzgl. württ. Leinwandhändler und Leinwandfaktor, Inspektor der hzgl. württ. Leinwandweberei Urach, Bürger Urach.
oo um 1614 Justine Sattler, * Urach 11.04.1590, + Neuhausen (Erms) 01.03.1665
5.Jäger, Margarete, * Weil im Schönbuch 1610
oo Johann Georg König, * Pfullingen 07.04.1602
1634 Rittmeister - 1651 Amtmann zu Dettingen
4 Kinder von Nr. 4
6.Jäger von Gärtringen, Wolfgang Philipp, * 03.06.1623, + Kirchheim / Teck 01.06.1683
1651 Forstmeister in Zwiefalten - 1659 Klosterhofmeister in Kirchheim (Teck)
2.10. Universitätspflege Metzingen (1462–1745)
2.10.1. Metzingen (1678–1745)
Aus Urkundenreihe I: UAT U 72/1,1–15. Dem Bestand »Syndikatur« zugewiesen (jetzt: UAT 152/90).
233 1678–1679
Kauf des Kellers in Metzingen. [R]
Enth.: Nr. 2: Auszug aus dem Metzinger Kaufprotokoll, betr. Verkauf eines Kellers u. einer Hofstatt
von Wolfgang Philipp Jäger, auch im Namen seiner beiden Schwestern, an die Universität Tübingen,
vertreten durch Professor [Burckhardt] Bardili, um 200 fl., 20. September 1677, Abschrift vom 22.
September 1677. – Nr. 9: Konzeptschreiben an den Obervogt Moritz von Kroneck, betr. Darlegung der
Umstände des Kaufes des Kellers in Metzingen und die daran gestellten Ansprüche der Gemeinde o.D.
– Nr. 10: Vollmacht für die Metzinger Bürgermeister Heinrich Schönbainer (?) und Johann Hoffmann,
für Verhandlungen im Streit um die von der Universität gekauften Keller in Metzingen, 12. Mai 1678. -Nr. 12: Darlegung der Vorgänge um den Kauf des Jägerschen Kellers durch die Gemeinde Metzingen
an die fürstliche Regierung, mit der Bitte, die »Losung« zu gestatten, 12. Juni 1678. – Nr. 11: Konzeptschreiben an Herzog Friedrich Carl von Württemberg (fürst. geheimer Regimentsrat), betr. Darlegung der Vorgänge um den Kauf des Kellers in Metzingen, 28. Juni 1678. – Nr. 8: Bitte des Uracher
Vogtes Georg Friedrich Jäger, einen späteren Termin für den Vergleich festzusetzen, 25. August 1678. -Nr. 6: Konzeptschreiben an Herzog Friedrich Carl von Württember, betr. die Auswahl der Richter in
der Streitigkeit mit der Gemeinden Metzingen, 19. Dezember 1678. – Nr. 4: »Rationes«, weshalb sich
die Gemeinde Metzingen mit der Universität über den Keller in Metzingen vergleichen sollte, o.D. -Nr. 13: Konzeptschreiben an den Geheimen Rat und Vizekanzler Johann Jacob Curtz, mit der Bitte um
Unterstützung in dem Streit mit der Gemeinde Metzingen, o.D. – Nr. 14: Kopie des herzoglichen
Schreiben an den Obervogt zu Tübingen, Herrenberg und Sulz Neckar, Moritz Freiherr von Kroneck,
betr. die Bestimmung eines Richters für den Vergleich der Streitigkeit zwischen der Universität Tübingen und der Gemeinde Metzingen, 18. Juni 1679. – Nr. 15: Auszug aus der Syndikatsrechnung
1677/78 über die Ausgaben für den Metzinger Keller. – Nr. 5: Reskript Herzog Friedrich Carls von
Württemberg, betr. Festlegung des Termins des Vergleichs, 15. August 1679. – Nr. 7: (unvollständiges?) Konzept des Vergleichs zwischen der Universität Tübingen und der Gemeinde Metzingen, o.D. -Nr. 1: Vergleich zwischen der Universität Tübingen und der Gemeinde Metzingen, betr. den Kauf und
Nutzung des »Jägerischen Kellers«, 2. September 1679. – Nr. 3: Schreiben des Metzinger Advocaten
Frantz Wilhelm Finx an den Kanzler der Universität Tübingen Tobias Wagner, betr. den Vergleich
zwischen der Universität und der Gemeinde Metzingen, 3. September 1679.
(Universitätsarchiv Tübingen 2015: Altes Universitätsarchiv)
oo Maria Jacobäa von Hohenkarpffen Karpffen, * 1620, + 01.03.1685
Sowohl die Thumb von Neuburg wie auch die Karpfen von Hohenkarpfen waren/sind sehr alte Geschlechter und spielten in zahlreichen Generationen wichtige Rollen in Württemberg. Die von Karpfen gehen zurück auf den natürlichen, vom Kaiser legitimierten Sohn des Grafen Eberhard im Bart namens Hans Würtemberger, der 1491 mit der Burg Hohenkarpfen belehnt worden ist." Über die Thumb>Bonn>Rothe sind die Georgii und Ilgen - neben der Linie Rapin de Thoyras>de Mauclerc>Tollin>Rothe - auch hier Nachkommen von Karl dem Großen.
7.Jäger, Anna Sabina, * Urach 18.01.1628, + 1681
(vh. I: Georg Krompein aus Urach, Stadtschreiberadjunkt in Balingen)
oo I. Stuttgart 21.11.1654 Johann Nicolaus Häberlen
Kaufmann und Eisenfactor zu Stuttgart
oo II. Balingen Georg Krompein
Stadtschreiberei-Adj. zu Urach
8.Jäger, Anne Justine, * Urach 18.01.1628, + Urach 13.03.1681
(Taufbuch: Anna Sabina, nachgetragen: "später genannt Justina")
oo 20.10.1646 Stephan Stockmayer, * Enns / Oberösterreich um 1618, + Pfullingen 28.03.1668
Während des 30jährigen Krieges Kriegskommissar bei Konrad Wiederholt auf dem Hohentwiel, Klosterhofmeister in Pfullingen 1648.
Wurde 1645 vom Vogt von Riedheim als Keller vom Hohentwiel gefangen genommen und nach Ingolstadt verschleppt, 1646 wieder ausgetauscht gegen den Abt von Weingarten.
Enns bezeichnet sich nicht unumstritten als älteste Stadt (Ober) Österreichs.
Der Familie Stockmayer, von der heute ein Nachkomme dieses Namens in Neuhausen ansässig ist, gelang im 18. Jahrhundert der gesellschaftliche Aufstieg. Sie zählte damals zu den führenden Familien der württembergischen Ehrbarkeit. Die Landschaftskonsulenten Johann Friedrich und Amandus Friedrich Stockmayer hatten als Gegenspieler von Herzog Carl Eugen und König Friedrich wichtige politische Ämter innerhalb der württembergischen Landstände inne. Durch die Verflechtung mit der württembergischen Ehrbarkeit ist es nun nicht mehr überraschend, dass das Ehepaar Stockmayer-Jäger und damit auch Amandus Jäger in den Ahnentafeln namhafter württembergischer Persönlichkeiten erscheint. Zur bedeutenden Nachkommenschaft der Familie Jäger zählen neben dem Wirtschaftsförderer Ferdinand Steinbeis die Dichter Wilhelm Hauff, Justinus Kerner, Wilhelm Waiblinger und Friedrich Hölderlin.
9.Jäger, Anna Margarethe, + Urach 16.01.1645
oo Urach 05.05.1639 Johann Wilhelm Pfaff, * um 1612, + Göppingen 15.12.1662
Diaconus in Urach 1639; Stadtpfarrer in Pfullingen 1649, Spezial in Göppingen 1661-1662
(vh. I Urach 5. 5. 1639: Anna Margarete Jäger, + Urach 16. 1. 1645)
Faber 105 § 39
1 Kind von Nr. 5
10.König, Marie Margarethe
1 Kind von Nr. 6
11.Jäger von Gärtringen, Maria Dorothea, * Kirchheim / Teck um 1657, + 01.12.1717
10 Kinder
"Die Linien von Jägersberg und von Gärtringen" ****
Christian Friedrich von Jägersberg vereinigte
durch Eheschliessung die Linien
von Jägersberg mit Jäger von Gertringen / Amandus Jäger durch Eheschließung mit
Maria Dorothea JAEGER
Eltern Wolfgang Phillipp JAEGER
1679 (ermittelt aus der ursprünglichen Angabe "May 20 1679")
Kirchheim/Teck Christian Friedrich (6.Sohn) JAEGER •1689 Sophie (Sofia) Jakobine JAEGER (VON JAEGERSBERG) ♀
•1684 (ermittelt aus der ursprünglichen Angabe "Jan 23 1684") Christoph (Christian) Adam JAEGER (VON JÄGERSBERG) ♂
•1688 (ermittelt aus der ursprünglichen Angabe "Mar 21 1688") Christian Friedrich VON JÄGERSBERG ♂
•1692 (ermittelt aus der ursprünglichen Angabe "Sep 29 1692") Justine(a) Dorothea JAEGER (VON JAEGERSBEG) ♀
•1696 (ermittelt aus der ursprünglichen Angabe "Oct 21 1696") Juliane Dorothea Elisabeth JAEGER (VON JAEGERSBEG) ♀
Notizen zu dieser Person
Maria Dorothea Jäger von Gärtringen; der Ehe entstammen 10 Kinder
oo Stuttgart 20.05.1679 Chistian Friedrich von und zu Jägersberg Jäger, Klosterhofmeister zu Kirchheim/Teck, * Stuttgart 22.06.1650, + 02.12.1715
6. Sohn von 10; Fürstlich brandenburgischer Hof und herzoglich württ. Regierungsrat, seit 1700 Direktor der Ritter-Akademie in Erlangen; Fürstlicher Kanzlei-Advocat, sowie Kloster-Hofmeister. s.a. Stuttgarter Totenbuch, sowie unter Stories "Die Linien von Jägersberg und von Gärtringen" ****Christian Friedrich von Jägersberg vereinigte durch Eheschliessung die Linien von Jägersberg mit Jäger von Gertringen/Amanuds Jäger durch Eheschließung mit Maria Dorothea Jaeger
3 Kinder von Nr. 7
12.Häberlen, Johann Nicolaus
Kaufmann zu Stuttgart
oo Kirchheim / Teck 06.07.1680 Anne Marie Facundus
13.Häberlen, Marie Barbara
14.Häberlen, Marie Margarethe
11 Kinder von Nr. 8
15.Stockmayer, Juliane, * Hohentwiel 05.07.1647, + Stuttgart 12.04.1722
(„durch diese Ehe geht Friedrich Hölderlins (1770-1843) großmütterliche Aszendenz auf mehrere Sippen zurück, die vielfach in bekannte schwäbische Familienkreise hineinspielen")
oo Pfullingen 25.06.1667 Johann Friedrich Distler, * Stuttgart 09.01.1628, + Stuttgart 24.09.1695
Stadtschreiber in Göppingen bis 1663, Expeditionsrat und Kirchenkastenverwalter 303 in Stuttgart
(vh. I. Stuttgart 24. 1. 1654 Anna Schweickher)

16.Stockmayer, Anna Margarethe, * um 1650, + Nürtingen 03.01.1692
oo Nürtingen 27.02.1673 Jakob Andreas Bilfinger, * Denkendorf 19.07.1650, + 18.08.1741
Pfleger auf Roseck bei Tübingen 1673, Klosterverwalter in Blaubeuren 1676
Faber 23 § 108; DGB 10,89
17.Stockmayer, Maria Jakobine, * Hohentwiel 20.10.1651, + 09.07.1717
oo Blaubeuren 27.08.1678 Jabez Sadler, * 20.01.1641, + Blaubeuren 08.11.1704
18.Stockmayer, Georg Friedrich, * Pfullingen 26.03.1655, + Stuttgart 08.06.1704
Expeditionsrat in Stuttgart
oo Neuffen 10.11.1680 Christina Magdalena Caspar, * Cannstatt 26.02.1659, + Stuttgart 17.11.1733
19.Stockmayer, Amandus, * Pfullingen 22.03.1656, + 14.06.1723
Kriegsrath
oo Dorothee Caspar
20.Stockmayer, Marie Judith, * Pfullingen 03.02.1657, + 1730
oo Markgröningen 31.05.1681 Johannn David Schmidlin, * Sindelfingen 16.10.1650, + 1730
Klosterpräzeptor in Blaubeuren 1681, Diaconus in Markgröningen 1681, wieder Klosterpräzeptor in Blaubeuren 1685, Dekan in Heidenheim 1699, in Böblingen 1704, Probst in Herbrechtingen 1710, in Maulbronn 1717.
Faber 105 § 62

21.Stockmayer, Christoph Friedrich d.Ä., * Pfullingen 06.09.1661, + Bebenhausen 09.08.1749
Diaconus Bietigheim 1692, Stuttgart 1692, Stadtpfarrer Stuttgart 1712, Prälat in St. Georgen 1726, Prälat des evangelischen Klosters Bebenhausen 1730.
Einflußreiches Mitglied des Landschaftlich Größeren Ausschusses von 1730—33 und des Engeren Ausschusses von 1733—48.
oo Stuttgart 26.07.1692 Christine Elisabethe Zweifel, * 1673, + 25.11.1733
22.Stockmayer, Anne Catherine
23.Stockmayer, Joachim Friedrich
24.Stockmayer, Justine
25.Stockmayer, Marie Jacobine
2 Kinder von Nr. 9
26.Pfaff, Johann
Diacon zu Cannstatt
27.Pfaff, Regina Justina
oo Pfullingen 20.04.1659 Veit Jacob Neuffer, * Tübingen 25.07.1634
Stifts- und Geistl. Verwalter zu Urach und Neuffen
5 Kinder von Nr. 11
28.Jäger, Christoph Adam von Jägersberg, Liederdichter, * Kirchheim/Teck 23.01.1684, + Wernigerode (Harz) 05.09.1759
Expeditionsrat in Stuttgart , gräfl. Stolberg-Werningerodescher Hofmeister und geistlicher Liederdichter, der mit Graf Christian Ernst von Stolberg-Wernigerodeeine Sammlung geistlicher Lieder herausgab. Jäger: Christoph Adam J. v. Jägersberg, geistlicher Liederdichter, als Sproß einer in weltlichen und geistlichenAemtern ausgezeichneten württembergischen Adelsfamilie am 23. Januar 1684 geb.,† den 5. September 1759 zu Wernigerode. Dem frommen Grafen Ernst zu Stolberg-Wernigerode aufs [658] Beste empfohlen, wurde er von diesem am 1. August 1782 mit der Leitung seines einzigen Sohnes, des Erbgrafen Heinrich Ernst, betraut. Er begleitete denselben auf die Universitäten Halle und Göttingen, dann ihn und den Grafen Günther zu Stolberg-Stolberg, den Vater des Dichterpaares, auf Reisen, diezu ihrer Ausbildung unternommen wurden. Da er sich hierbei die besondere Liebe seiner Pfleglinge und das Vertrauen des Grafen Christian Ernst erworben hatte, soübertrug ihm dieser, als seinem Hofmeister, die oberste Leitung des gräflichenHofhalts. Wenn nun auch der Geist Spener’s und Francke’s das ganze Leben des wernigerödischen Grafenhauses durchwaltete, so hielt doch der regierende Graf festan der hergebrachten standesgemäßen Gestalt des Hoflebens. Hierbei war nun die vielfache Beschäftigung mit äußerlichen Dingen, der Verkehr mit den oft zahlreichen verschiedenartigen Gästen bei der Tafel und festlichen Gelegenheiten für dender Welt abgekehrten Sinn des Hofmeisters oft eine drückende Beschwerde, doch wußte er sich selbst inmitten dieser Feste und Zerstreuungen zu geistlicher Beschaulichkeit in sich selbst zurückzuziehen. Erleichtert wurde ihm das freilich dadurch, daß ihm und seiner Herrschaft in allen Grundfragen des christlichen Glaubens und Lebens völlige Uebereinstimmung herrschte. Jene Abkehr von der Welt, die Vorbereitung eines ihr abgestorbenen Pilgrims auf das himmlische Jerusalem ist nun der Grundton in allen von ihm erhaltenen Gedichten, Liedern und sonstigen Aufzeichnungen. Das Buch von der „Nachfolge Christi“ war seine Lieblingsschrift. Wieoffen und rückhaltislos er seine innere Ueberzeugung gegen die ihm zunächst anvertrauten Glieder des gräflichen Hauses aussprach, geht aus den Ermahnungen hervor, die er im September 1755 vom Krankenbette aus an den damaligen Erbgrafen Christian Friedrich richtete. Er stellte seinem Zögling vor, daß er einst denselbenschmerzlichen Weg in die selige Ewigkeit gehen müsse, wie jetzt sein Hofmeister, warnt ihn vor Selbstbetrug in geistlichen Dingen und daß er sich das Gute durch vieles Hören und Sehen desselben nicht zur todten Gewohnheit ohne innere Selbstbethätigung werden lasse. Mit Gefühlsrührung müsse man sehr vorsichtig sein. Von jenem Krankenkager erhob J. v. J. sich wider Verhoffen noch einmal, legte aberim nächsten Jahre sein Hofamt nieder und verstarb vier Jahre später wohlbetagtan einer auszehrenden Krankheit. Jedes äußere Ehrengedächtniß, Leichenpredigt und Nennung seines Namens verbat er sich in seinem letzten Willen. Als Sänger geistlicher Lieder gehört er dem pietistischen wernigeröder Kreise an; 26 seiner Lieder erschienen in der 1752 zu Wernigerode herausgegebenen „Neuen Sammlung geistlicher Lieder"; ihrer vier, darunter zwei in der erwähnten Sammlung nicht enthaltene, finden sich schon in der Nachlese zum wernigerödischen Gesangbuch vom J. 1735. Andere sind uns in zwei Handschriften der gräflichen Bibliothek zu Wernigerode erhalten. Die eine, mit der Aufschrift: „Zufällige Gedanken und Seuffzerleinin stillen Stunden verfertiget“, enthält auch kürzere epigrammatische Verse undchristliche Betrachtungen in Alexandrinern. Unmittelbar nach seinem Ableben erschienen die im J. 1752 verfaßten „Todes- oder vielmehr Lebensgedanken eines unterdem Geleit des Engels des Bundes aus dem geistlichen Egypten durch die Wüste dieser Welt ins himmlische Freudenland eingegangenen Pilgrims. Wernigerode 1759; wieder aufgelegt Basel 1761. Vgl. gräfl. Hauptarchiv und Bibliothek zu Wernigerode; Koch, Kirchenlied, Bd. 4, S. 495–498.
(s. auch Frankesche Stiftung)
oo Elisabeth Margarethe Meurer
29.Jäger, Christian Friedrich von Jägersberg, * Kirchheim / Teck 21.05.1688
30.Jäger, Sophia Jakobina von Jägersberg, * Kirchheim / Teck 30.04.1689, + Augsburg 19.02.1773
oo Erlangen 07.08.1713 Samuel Urlsperger, * Kirchheim /Teck 31.08.1685, + Augsburg 20.04.1772
1714 Hofcaplan, Hofprediger, Consistorialrath, 1718 Entlassung wegen der Eimischung in die Angelegenheiten der beruechtigten Graefin von Wuerben, naeheres beschreibt Carl Pfaff in seiner Geschichte Wuertemberg`s
31.Jäger, Justine (a) Dorothea Jäger von Jägersberg, * 29.09.1692
oo Stuttgart 28.01.1716 Johann Andreas Grammlich, Pfarrer in Stetten/Remstal , Hofkaplan in Stuttgart (1689-1728); an beiden Stellen Nachfolger Samuel Urlspergers, * Stuttgart 01.07.1689, + Stuttgart 07.04.1728
Entnommen aus:
Genealogische Spuren der Familie Lüngen aus dem Rheinland, sowie der Familie Jaeger aus Württemberg
Jörg Lüngen aus Düsseldorf
32.Jäger, Juliane Elisabeth Dorothea von Jägersberg, * Kirchheim/Teck 21.10.1696, + 30.07.1741
Vater: Christian Friedrich Jäger. 1718 Heirat mit Johann Gottfried Salzmann. Schwester: Sophie Jakobine Jäger.
Biografische Nachweise:
Schwarz, Reinhard (Hrsg.): Samuel Urlsperger (1685-1772) Augsburger Pietismus zwischen Außenwirkungen und Binnenwelt, S. 56.
oo Tübingen 1718 Johann Gottfried Salzmann
Rektor in Esslingen Sohn des Sachsen-Merseburgischen Sekretärs Johann Jakob Salzmann
2 Kinder von Nr. 15
33.Distler, Stephan Friedrich, * Stuttgart 1669, + Strümpfelbach 02.12.1728
Diaconus in Wildberg 1697, Pfarrer in Strümpfelbach 1704
(vh. I Mettingen bei Esslingen 25. 9. 1708: Elisabeth Dorothea Hirschmann, * Esslingen 9. 2. 1690)
DGB 146, 288
oo Stuttgart 19.07.1698 Maria Margaretha Hochstetter, * um 1670, + vor 1708
34.Distler, Marie Juliane, * Stuttgart 19.11.1670, + Murrhardt 1721
oo Stuttgart 10.01.1700 Wilhelm Konrad Haselmaier, * Göppingen 26.04.1663, + Murrhardt 1731
imm. 4. 4. 1679, 8. 8. 1683 Mag. Tübingen, 1691 2. und 1694 1. Diakon in Göppingen und 1700 an St. Leonhard in Stuttgart, 1702 1. Klosterpräzeptor Maulbronn, 1714-1731 Prälat und Abt in Murrhardt (vh. I. Schweitzer, Maria Elis., Wwe Seitz, Dav.)
1 Kind von Nr. 16
35.Bilfinger, Jakob Friedrich, * 10.05.1679, + 18.08.1741
Expeditionsrat und Landschaftseinnehmer in Stuttgart
DGB 10,89
oo Cannstatt 26.05.1705 Eva Regina Spittler, * 29.09.1683, + 1736
2 Kinder von Nr. 18
36.Stockmayer, Christof Friedrich, Pfarrer zu Beihingen, * 21.05.1684, + 14.04.1735
Keine Kinder
oo Stuttgart 30.09.1710 Maria Margareta Rothe, * nach 1684
37.Stockmayer, Georg Friedrich, Regierungsrat und Hofgerichts-Sekretär in Stuttgart, * Gemmingheim 31.01.1686, + Stuttgart 06.07.1745
oo I. Stuttgart 06.08.1715 Dorothea Juliana von Jägersberg Jäger, * Stuttgart 1697, + 1720
oo II. Stuttgart 10.02.1722 Elisabeth Dorothea Frommann, * Stuttgart 10.11.1702, + Stuttgart 10.06.1735
2 Kinder von Nr. 20
38.Schmidlin, Justine Sophie, * Markgröningen 04.07.1683, + Backnang 09.09.1754
oo Böblingen 09.08.1707 Samson Georgii, Gräflich Hanauische Vogts- und Oberamtmannstelle, * Straßburg 18.02.1664, + Stuttgart 01.06.1724
Samson, geb. 18. Februar 1664, t 1735, die Vogts- und Oberamtmannsstelle. Derselbe hatte von 1689 — 1692 den Grafen von Hanau in der Eigenschaft eines Secretärs und Proourators fisci provincialis auf dessen Reisen in Frankreich, den Niederlanden und Spanien begleitet. Seine Gattin war seit 21. Mai 1695 Rosamunde, Tochter des Oberstleutenants und Commandanten von Hohentwlel Roth.
Von seinen Kindern zogen einige nach Sachsen ; aus diesem Stamme gingen bis zu An-
fang des XIX. Jahrhunderts verschiedene Geistliche und Mediziner hervor..
(Georgii-Georgenau Biographisch-Genealogische Blätter)
◦Gräflich Hanauischer Sekretär in Buchsweiler 1687, Prokurator dort 1689, als Exulant 1693 nach Württemberg, Vogt in Neuffen 1695, in Herrenberg 1708, in Nürtingen 1709, Expeditionsrat 1712.
Faber 105 § 102; Georgii S. 29
Georgii-Georgenau Biographisch-Genealogische Blätter
39.Schmidlin, Marie Juliane, * Heidenheim 13.07.1702, + 1747
oo Friedrich Ludwig Scheinemann, * Stuttgart 11.07.1695, + 1731
Pfarrer in Nabern 1719
Faber 105 § 104
2 Kinder von Nr. 21
40.Stockmayer, Marie Judine (Justine), * Stuttgart 14.07.1696, + Bebenhausen 07.05.1744
oo 30.04.1715 Benedikt Schmid, * Göppingen 05.03.1689, + Pfullingen 27.12.1730
Pfarrer Heutingsheim 1715, Diaconus an der Hospitalkirche Stuttgart 1725.
41.Stockmayer, Johann Friedrich, * 17.04.1705, + 1782
Regierungsrat 1741, und Landschaftskonsulent in Stuttgart 1738
(vh. I 1728: Rosine Elisabeth Sturm; vh. II 1730: Marie Elisabeth v. Rhaw; vh. III Großheppach 14. 8. 1754: Charlotte Luise Oetinger, + 15. 4. 1772, Witwe des Johann Jakob Greiner, Kammerrat in Schorndorf)
Faber 105 § 63 c)

Johann Friedrich St. wurde durch seine erste Ehe Schwiegersohn seines Amtsbruders, des Landschaftlichen Consulenten Heinrich Sturm, und Schwager des Geheimen Rathes Philipp Eberhard Zech. Als diese Frau im ersten Wochenbette starb, heirathete St. die Maria Elisabeth, Tochter des Eßlinger Bürgermeisters Friedrich Balthaser v. Rhaw; dadurch wurde er Schwager seines Vetters, des Kirchenrath-Expeditionsraths Rudolf Amandus Stockmayer und insbesondere des Regierungs-, später Geheimen Rathes Joh. Konrad Renz. Als diese Frau im J. 1752 im 15. Wochenbett starb, heirathete er Charlotte Luise Oetinger, Witwe des Kammerrathes Greiner; diese dritte Ehe blieb kinderlos. Sieben Kinder aus zweiter Ehe erreichten ein höheres Alter; von den vier Töchtern heirathete die eine den Universitäts-Professor, späteren Prälaten Hnr. Chrf. Bilfinger, die zweite den Geheimen Archivar Chrn. Hnr. Eisenbach (Bruder des Landschaftsconsulenten E.), die dritte den Tübinger Arzt Dr. phil. Sigmund Palm, die vierte ihren Geschwisterenkel Kanzleiadvocat Dr. Jakob Friedrich v. Stockmayer (geb. Stuttgart 20. October 1736, † Wien 22. October 1788), der während des Processes der Landschaft mit dem|Herzog viel zu landschaftlichen Sendungen gebraucht wurde (s. o.) und von 1772 an bis zu seinem Tod als landschaftlicher Geschäftsträger, daneben allmählich auch als badischer Ministerresident und Geheimer Legationsrath und als Bückeburger, Nassauer und Reußischer Geschäftsträger in Wien thätig war, seit 1782 selbst von Herzog Karl von Württemberg mit Aufträgen für Wien betraut wurde, ohne freilich von diesem Bezahlung erreichen zu können. (Er war in zweiter Ehe mit einer Tochter des Geheimen Rathes Renz [s. o.], in dritter Ehe mit einer v. Stettner aus Wien verheirathet [vgl. Karl Friedrich's v. Baden polit. Correspondenz I, S. 16, 137, 237, 308, 343].) — Von den Söhnen von Johann Friedrich ist Amandus Friedrich (s. III) der älteste; der mittlere Christof Friedrich 1737—73, erst Lieutenant, zuletzt Posthalter in Plochingen, war ebenfalls vielfach zu landschaftlichen Sendungen gebraucht; der dritte Johann Friedrich d. J. 1744—1807 wurde im J. 1776 Amtmann der der Landschaft verpfändeten Herrschaft Weiltingen und erhielt im J. 1793 von Herzog Karl (auf Betreiben seines Bruders Prinz Ludwig Eugen) die Stiftsverwalterstelle in Stuttgart übertragen; sein Sohn ist der verdiente General Ludwig Friedrich v. St. (s. A. D. B. XXXVI, 315).

Autor
Adam, Alb. Eugen, "Stockmayer, württembergische Familie." in: Allgemeine Deutsche Biographie null (null), S. null [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/ppn138959560.html?anchor=adb
oo Esslingen 14.11.1730 Marie Elisabeth von Rhaw, * Esslingen 16.12.1712
1 Kind von Nr. 27
42.Neuffer, Maria Margareta, + 1771
oo I. Göppingen 02.08.1692 Philipp Jakob Neuffer, * Tübingen 30.04.1643, + Göppingen 24.07.1700
Geistlicher Verwalter in Sindelfingen 1671, Keller in Göppingen 1674-1700.
(vh. II 2. 8. 1691: Maria Margarete,Neuffer, Tochter des Veit Neuffer, geistlicher Verwalter in Urach)
oo II. Johann Ulrich Spring
Amts-Subst. zu Stuttgart
5 Kinder von Nr. 28
43.Jäger, Johann Christoph von Jägersberg, * Stuttgart 07.11.1719
44.Jäger, Dorothea Margaretha von Jägersberg, * Stuttgart 15.01.1721
45.Jäger, Christian Friedrich von Jägersberg, * Stuttgart 21.08.1725
46.Jäger, Charlotta Maria von Jägersberg, * Stuttgart 1727
47.Jäger, Christiana Magdalena von Jägersberg, * Stuttgart 1728
1 Kind von Nr. 31
48.Grammlich, Johanna Friederika, * Stuttgart 1723
oo Neustadt / Aisch 1741 Johannes Augustinus Oertel, * Neustadt / Aisch 30.07.1718, + 12.02.1776 (?)
Justizrat
2 Kinder von Nr. 34
49.Haselmaier, Justina Regina, * Maulbronn 1705, + Marbach / Neckar 06.01.1742
oo Murrhardt 13.04.1728 Johann Andreas Hochstetter, * Tübingen 21.10.1696, + Marbach / Neckar 02.07.1753
1. Ehe mit Cousine Johanna Eberhadina Friederike Hochstetter geb. 24.07.1698

Diaconus in Marbach 1728, Stiftsdiakon in Stuttgart 1742, Dekan in Marbach 1749
DGB 146, 298
50.Haselmaier, Elisabeth Juliane, * Maulbronn 27.01.1710, + Lauffen / Neckar 26.11.1765
oo Murrhardt 09.05.1730 Friedrich Jakob Hölderlin, * Großbottwar 1703, + Lauffen / Neckar 1762
imm. Tübingen 21. 3. 1720, J.U.Lic., Geistlicher Verwalter und Klosterhofmeister in Lauffen 1730; in Murrhardt 1730
2 Kinder von Nr. 37
51.Stockmayer, Friederike Dorothea, * Stuttgart 02.07.1717, + Flözingen / Zimmer-Rottweil / Württemberg 09.11.1794
oo 23.11.1734 Amandus Ludwig Bilfinger
52.Stockmaier, Johann Friedrich, * Stuttgart 20.06.1724, + Stuttgart 10.11.1777
Gelehrter Oberrat, Regierungs- und Kriegsrat in Stuttgart
oo Stuttgart 21.11.1747 Wilhelmine Luise Herpfer, * Stuttgart 23.06.1730, + Ludwigsburg 04.11.1788
Gelehrter Oberrat, Regierungs- und Kriegsrat in Stuttgart
3 Kinder von Nr. 38
53.Georgii, Maria Judith, * Hornberg 27.06.1708, + 21.12.1762
oo Maulbronn 02.08.1729 Johann Elias Currlin, * Uhlbach / Stuttgart 10.02.1699, + Uhlbach / Stuttgart 27.05.1758
J.U.L., Maulbronner Pfleger in Speyer 1722, Bebenhäuser Klostervogt 1741-56, Hofgerichtsassessor 1745, zuletzt Rat in Uhlbach.
Faber 3 § 346; 105 § 144; Georgii S. 30
54.Georgii, Sophia Juliane, * Backnang 03.06.1710, + Backnang 10.09.1782
oo Christoph Friedrich Weisser, * Backnang 1697, + 1763
55.Georgii, Johann Friedrich, * 1713, + Maulbronn 1777
1 Kind von Nr. 40
56.Schmid, Charlotte Friederike, * Heutingsheim 23.06.1719, + Pfullingen 08.05.1743
oo Bebenhausen 21.06.1740 Johann Wilhelm von Filseck Moser, * Stuttgart 22.02.1710, + Dümmenz 03.03.1759
3 Kinder von Nr. 41
57.Stockmayer, Amandus Friedrich d.Ä, * Stuttgart 13.10.1731, + 21.03.1813
Landschaftsadvokat und Sekretär in Stuttgart, tit. Hof- und Legationsrat; erwirbt um 6500 Gulden das Schloß Großheppach
(vh. II 1797: Anna Barbara Valois)
Faber 25 § 380
Nach dem Besuch der Universität Tübingen, wo er 1753 de legato universali, aere alieno gravato pro licentia disputirt, wurde er Hofgerichtsadvocat in Tübingen und am 12. Juni 1755 vom Landschaftlich Engeren Ausschuß in Stuttgart auf die von seinem Vater Johann Friedrich St. hierzu abgetretene Stelle eines Landschaftssecretärs gewählt. Die Streitigkeiten mit Herzog Karl gaben ihm Gelegenheit, sich in vielfacher Weise verdient zu machen, insbesondere führte er großentheils die geheime Correspondenz mit den auswärtigen Freunden und mit seinem Vater und seinem Vetter Jakob Friedrich St. (s. II) während ihrer landschaftlichen Sendungen. Er wird auch selbst zu solchen Sendungen gebraucht; so im J. 1765 nach Frankfurt a. M., Hanau und Rumpenheim zu Conferenzen mit dem Geh. Rath v. Keller (s. II) und dem dänischen Gesandten v. Eyben, im December 1768 wieder nach Hanau zur Begrüßung des Königs von Dänemark, seines Ministers Bernstorff (s. A. D. B. II, 499) und des dänischen Gesandten Achaz Ferd. v. d. Asseburg (s. dessen Denkwürdigkeiten. Berlin 1842), um die Sendung Asseburg's nach Stuttgart an Eybens Stelle zu erbitten und um in Wasserlos bei Hanau nach dem Rechten zu sehen, wo Oberst Rieger (s. II) als landschaftlicher Vertrauensmann bei Prinz Ludwig Eugen von Württemberg weilte, aber der Landschaft verdächtig geworden war; später wiederholt zu Prinz Friedrich Eugen von Württemberg ins Wildbad und nach Mömpelgard. In der Landschaft erhält St. im J. 1770 die nach Verabschiedung seines Vaters abgeschaffte, aber jetzt neu errichtete Advocatenstelle, d. h. im wesentlichen die Befugnisse des Vorsitzenden übertragen. Nun dirigirte er als Secretär die landschaftliche Kanzlei, als Advocat das landschaftliche Collegium; dazu hatte er, der von jeher "mit Rechnungssachen gern umging", die Geheime Negotiationskostenrechnung seit 1763 unter sich, führte seit 1785 auch die Geheime Truhen-Rechnung; auch vorübergehend eingerichtete Nebencassen, wie die Fruchtcasse bei der Theurung 1771, verwaltete er, und auch bei der allgemeinen Casse (Landschafteinnehmerei) hatte er maßgebenden Einfluß, namentlich bei Aufnahme und Ablösung von Capitalien. Mit dem "Schlüssel zum Futterkasten" in der Hand war er der einflußreichste Mann in der Landschaft geworden, viel einflußreicher als die dem Rang nach höher stehenden Consulenten, deren Amt er daher auch nicht anstrebte. Daneben war er seit April 1778 von Prinz Ludwig Eugen von Württemberg als sein Sachwalter im Herzogthum|mit dem Titel Hofrath aufgestellt (wie ehedem Oberst Rieger); dieses Verhältniß löste der Prinz zwar im Januar 1784 im Unfrieden; aber die ihm ebenfalls übertragene Geschäftsführung für Prinz Friedrich Eugen dauerte fort und brachte ihm im J. 1788 wieder den Hofrathstitel. Das enge Verhältniß des ersten Mannes in der Landschaft zum Hofe mußte den Unwillen vertiefen, der sich gegen St. allmählich im Land angesammelt hatte: alle Vorwürfe wegen Leisetreterei gegenüber dem Hof, schlechter Verwaltung der Landesgelder, übermäßiger Bezüge daraus, die dem Ausschuß gemacht wurden, trafen vor allem St. als den Lenker des Ganzen. Nach seiner eigenen Angabe im J. 1797 bezog er: Gehalt als Advocat 60 fl., als Secretär 300 fl., Schreibverdienst (von jedem, von anderen geschriebenen Blatt 2 Kreuzer) durchschnittlich 2000 fl., an Speisungsgeld (z. Z. der Ausschußconvente 1 fl. 12 Kreuzer, bei durchschnittlich 200 Tagen) 240 fl., dazu je eine Maß Wein 75 fl., aus der Weiltinger Casse 50 fl., Kleidergeld von der herzoglichen Rentkammer 45 fl., Holz 60 fl., freie Wohnung 200 fl., für davon abgegebene Zimmer 40 fl., Neujahrsducat 5 fl., bei der Rechnungsabhör 13 fl., zusammen 3093 fl. — 5300 Mark. Dabei sind noch gar nicht gerechnet die unständigen, sehr reichlichen Belohnungen fast bei jedem Convent und die für seine Cassenführung und für seine Mitgliedschaft bei Deputationen. Auch der gegen die Landschaft erhobene Vorwurf des Nepotismus trifft wesentlich Stockmayr: wie durch seinen Vater er, so wurde durch ihn sein Sohn Amandus Friedrich der Jüngere (s. IV) Landschaftssecretär; der andre Landschaftssecretär Konr. Abel war sein Schwiegersohn; daneben war bis 1782 sein Oheim (s. o. II) vorsitzender Prälat im Engeren Ausschuß; und nach dessen Tod erschien sein Geschwisterenkel Bürgermeister Rudolf Fr. St. von Stuttgart (übrigens ein sehr tüchtiger Mann), sowie sein Schwager und sein Vetter, die Prälaten Bilfinger und Wild, im Ausschuß; seinen Bruder ließ er zum landschaftlichen Amtmann in Weiltingen wählen, und sein Vetter und Schwager Dr. Jacob St. wurde landschaftlicher Geschäftsträger in Wien. So schien in der That die Landschaft ein Stockmayerisches Familien- und Erbgut geworden, wie es J. J. Moser im J. 1758 vorausgesagt hatte. Zuletzt entfremdete sich St. durch seine zweite, im December 1796 mit seiner Haushälterin geschlossene Ehe auch noch die eigene Familie. Der ihm im März 1797 von Friedrich Eugen von Württemberg als nunmehrigem Herzog verliehene Titel eines Geheimen Legationsrathes vermochte ihn nicht mehr zu schützen: der wenige Tage darauf nach 27jähriger Pause endlich berufene Landtag ließ es sein erstes Geschäft sein, St. zur Niederlegung seiner Aemter aufzufordern. Er kam der Aufforderung nach. Aber die übertriebenen und theils ganz unbegründeten Angriffe, die fortwährend gegen ihn und den früheren Ausschuß gerichtet, die Art, wie sie ungehört im Landtag verdammt, wie ihm das zugesicherte Ruhegehalt immer nicht bewilligt wurde, erbitterten ihn mit Recht und trieben ihn vollends dem Hof in die Arme. Als Herzog Friedrich den fruchtlosen Landtag im J. 1799 aufgelöst und einen neuen im J. 1800 berufen hatte, drängte er diesem den abgedankten Landschaftsadvocaten St. nun als Consulenten auf. St. gab sich dazu her; und nun beginnt der letzte, wahrhaft traurige Abschnitt seiner Thätigkeit. Er fühlte sich als Vertrauensmann des Regenten, vertrat dessen Standpunkt in der Landschaft und berichtete diesem, was in der Landschaft vorging; schmählich war, daß er bei des neuen Kurfürsten Gewaltschritten gegen die Landschaft im Herbst 1804 sogar die eigene Schwiegertochter dem Kurfürsten denuncirte (s. IV). Der neue Landtag im December 1804 sprach zwar allen Mitgliedern und übrigen Beamten des alten Ausschusses seinen Dank aus für ihr treupatriotisches Benehmen und bestätigte sie in ihren Aemtern, den Geheimen|Legationsrath St. aber forderte er zur abermaligen Niederlegung seines Amtes auf. Er willfahrte gegen ein landschaftliches Ruhegehalt von 2500 fl. Damit war seine Rolle endgültig ausgespielt. — Aus seiner ersten Ehe mit der Kaufmannstochter Christine Rosine Aulber von Stuttgart (geb. 16. Juli 1736, † 2. August 1794) sind sieben Kinder entsprossen, von denen aber nur der Sohn Amandus Friedrich d. J. (s. IV) den Mannsstamm fortgepflanzt hat; der einzige Sohn aus seiner zweiten Ehe mit Anna Barbara Valois ist jung gestorben.
Autor:
Adam, Alb. Eugen, "Stockmayer, württembergische Familie." in: Allgemeine Deutsche Biographie null (null), S. null [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/ppn138959560.html?anchor=adb
oo Stuttgart 25.05.1756 Christine Rosine Aulber, * Stuttgart 16.07.1736, + 02.08.1793
Tochter des David Ulrich Aulber, Kaufmann in Stuttgart

58.Stockmayer, Luise, * Stuttgart 03.08.1733
oo Stuttgart 11.08.1750 Heinrich Christoph Bilfinger, * Sielmingen 03.02.1722
Professor am Gymnasium in Stuttgart 1750, Prälat in Maulbronn 1779
Faber 25 § 381
59.Stockmayer, Johann Friedrich, + Weiltingen an der Wörnitz 1807
Oberamtmann
2 Kinder von Nr. 42
60.Neuffer, Marie Justine, * 23.08.1693, + 1771
oo 18.02.1721 Johann Eberhard Roth
Pfarrer in Hedelfingen
61.Neuffer, Ferdinand Gottfried, * Göppingen 03.02.1697
oo Marie Ernestine Salzer, + 11.02.1748
1 Kind von Nr. 48
62.Oertel, Andreas Augustin, * Lenkersheim 18.01.1748, + Ansbach 1827
Justizamtmann
oo Regina Friederika Sophia Hartenack, * Bayreuth
1 Kind von Nr. 49
63.Hochstetter, Johanna Regina, * Maulbronn 23.12.1730
2 Kinder von Nr. 50
64.Hölderlin, Friedrich Heinrich, * Lauffen / Neckar 25.01.1736, + Lauffen / Neckar 05.07.1772
Lateinschule Lauffen, Gymnasium Stuttgart, stud. jur. 16. 11. 1754 Tübingen, 1760 am Hofgericht, ab 1762 Klosterhofmeister und Geistlicher Verwalter in Lauffen
oo Johanna Christina Heyn, * Cleebronn 08.07.1748, + Nürtingen 17.02.1828
(vh. II. Cleebronn 22. 9. 1774: Johann Christoph Gock, * Nordheim bei Lauffen am Neckar 30. 10. 1748, † Nürtingen 8. 3. 1779)
65.Hölderlin, Friederika Juliane, * 1741, + 1788
oo Ernst Ludwig Volmar, Keller zu Unterriexingen dann Oberamtmann zu Markgröningen, * 1727, + 1784
2 Kinder von Nr. 52
66.Stockmaier, Friederike Luise, * Stuttgart 23.06.1750, + Ilsfeld 20.06.1817
oo Stuttgart 28.04.1767 Christoph Ludwig Kerner, * Göppingen 08.05.1744, + Maulbronn 11.08.1799
Oberamtmann in Ludwigsburg und Maulbronn, Regierungsrat
67.Stockmaier, Juliane Christiane, * Lauffen / Neckar 19.05.1754, + Stuttgart 26.03.1786
oo Stuttgart 23.11.1772 Karl Friedrich Elsäßer, * Stuttgart 27.05.1746, + Tübingen 02.06.1815
stud. jur. Tübingen, Göttingen 1768 Lic. jur. u. Hofgerichtsadvokat in Stuttgart, 1775 Prof.
der Rechte in Erlangen, 1807 Oberappelationsrat in Tübingen.
1 Kind von Nr. 53
68.Currlin, Caroline Philippine, * Speyer 13.04.1731, + 10.05.1758
oo Lustnau / Tübingen 21.09.1751 Christian Gottfried Hoffmann, * Stuttgart 04.04.1728, + Stuttgart 27.02.1800
Geheimer Registrator, Kabinetts-Sekretär 1763, hohenzollerisch-hechingischer Hofrat und Landschaftsregistrator in Stuttgart
(vh. I Lustnau 21. 9. 1751: Karoline Philippine Currlin, Tochter des Elias Currlin, Vogt in Lustnau; vh. II Stuttgart 8 .7. 1760: Friederike Charlotte Hoffmann, * 1. 3. 1735, + 1804, Bürgermeister in Stuttgart
Faber 1 Inst. B § 71; 44 § 17; 3 § 463
1 Kind von Nr. 54
69.Weisser, Johann Christoph Friedrich von, * Backnang 12.11.1752, + Stuttgart 04.09.1833
1 Kind von Nr. 55
70.Georgii, Samson Friedrich, * 1740, + Öschelbronn 1772
1 Kind von Nr. 56
71.Moser, Johanna Friederike, * Nürtingen 15.07.1741, + Kohlberg 03.06.1775
Faber 25 § 313, 71A § 5; Camerer 34; Moser S.115; Moser-Geschichte 63; DGB 146, 179
oo Nürtingen 15.07.1760 Johannes Camerer, * Gächingen / Reutlingen 05.01.1733, + Nürtingen 19.07.1804
Mag.; Pfarrer in Ohnastetten 1760, Kohlberg 1765, Dußlingen 1780
(vh. II Elisabeth Veronika Neuffer (1743-1797); vh. III: Sofie Jakobine Wucherer (1738-1819))
Faber 25 § 313, 71A § 5 128 § 256; Camerer 34; Moser S.115; Moser-Geschichte 63; DGB 146, 179
2 Kinder von Nr. 57
72.Stockmayer, Amandus Friedrich d.J., * Stuttgart 14.10.1760, + 02.02.1837
Im J. 1784 von Wien zurückgekehrt, wird er zunächst Regierungssecretär, im März 1786 aber Landschaftssecretär, eine Stelle, die sein Vater zu seinen Gunsten niedergelegt (s. III). Seine Sendung nach Wien an den Reichshofrath, die im J. 1799 seitens des Landschaftlichen Engeren Ausschusses im Streit mit Herzog Friedrich geschah, trug ihm wohl die Zufriedenheit seiner Auftraggeber, aber auch die Ungnade des Herzogs ein. Im August 1800 mit vielen anderen Fremden von der Polizei aus Wien ausgewiesen, kehrte er nach Stuttgart zurück im Gefühl, den besonderen Haß des Landesfürsten auf sich geladen zu haben. In dem fortdauernden Kampf der Landschaft um die Landesverfassung schritt Kurfürst Friedrich im Sommer 1804 dazu, fünf Ausschußmitglieder, den Consulenten Kerner und die Secretäre St. und Fr. Weißer (XLI, 610) des Amtes zu entsetzen und Beide zuerst auf dem Stuttgarter Rathhaus, nachher auf Hohenasperg gefangen zu setzen. Der letzte Anlaß hierzu war eine Unterstützung, die der Ausschuß dem mit dem Vater zerfallenen Kurprinzen Wilhelm gewährt hatte, darauf der Entschluß des Kurfürsten, die ganze landschaftliche Cassenverwaltung, gegen den Erbvergleich von 1770, durch kurfürstliche Räthe untersuchen zu lassen, andererseits die Weigerung der Ausschußmitglieder, vor diesen Räthen zu erscheinen und die Weigerung der Secretäre, die landschaftlichen Sigille auszuliefern. Bereits verhaftet, vermochte St. seine Frau Friederike Luise, geb. Frommann, noch zu benachrichtigen, daß der Kurfürst die landschaftlichen Rechnungspapiere wegnehmen und untersuchen lassen wolle, und sie zu beauftragen, nach dem ihm vom Ausschuß gewordenen Auftrag dies durch sichere Verwahrung der Rechnungen zu vereiteln. Die muthige Frau gehorchte und verbarg die Rechnungsacten im Archivgewölbe der Landschaft, während die kurfürstlichen Commissäre bereits im Landschaftshaus weilten. Unbegreiflicher Weise befahl aber St. seiner Frau noch weiter, seinem Vater, Geheimen Legationsrath St. (s. III), von ihrer That Mittheilung zu machen. Ungern gehorchte sie diesmal, theilte aber ihrem Schwiegervater das Versteck selbst nicht mit. Dieser wußte nichts eiligeres zu thun, als den Kurfürsten zu benachrichtigen, worauf die Frau ebenfalls sammt ihrem Säugling gefangen gesetzt und wiederholt inquirirt wurde. Aber beharrlich weigerte sie sich, ohne Auftrag ihres Mannes, als dessen Werkzeug sie gehandelt, das Versteck zu nennen und erwarb sich durch ihre Standhaftigkeit bewundernde Theilnahme in allen Kreisen. Vergebens ließen die kurfürstlichen Commissäre (darunter J. J. Moser's Schwiegersohn Karl Gg. Mohl) Kisten und Kasten in der Landschaft und in dem Stockmayerschen Schloßgut in Großheppach erbrechen. Weniger standhaft war ihr Mann. Lange hatte er alle Auskunft über den Verbleib der Acten verweigert unter Berufung auf den vom Ausschuß erhaltenen Auftrag. Allein durch den Vorhalt der kurfürstlichen Commissäre, daß die Ausschußmitglieder erklärt hätten, sie wüßten von keinem ihm wegen Verwahrung der Rechnungsarten ertheilten Auftrag (während diese in Wahrheit sich zur Ertheilung des Auftrages bekannten), wurde er in Furcht gesetzt, daß nun auf ihn der kurfürstliche Groll|in seiner ganzen Wucht stürzen werde; die lange Haft und die dadurch hervorgerufene Krankheit thaten das übrige; und so ließ sich St. endlich dazu herbei, das Versteck der Acten zu nennen unter der, von den Commissären zugesagten Bedingung, daß sie von landesherrlichen Deputirten nicht würden geprüft werden. Zwar weigerte er sich bis zuletzt, auch das Versteck der Schlüssel zum Archiv zu nennen; aber der Vorwurf der Inconsequenz kann ihm gleichwohl nicht erspart werden, und er hat sich durch sie um die Früchte seines Martyriums gebracht, das sich ohnedies dem Ende zuneigte. Die landschaftlichen Deputirten in Wien, Klüpfel (s. A. D. B. XVI, 257) und Baz, reichten nämlich beim Reichshofrath eine Klage gegen den Kurfürsten ein, und dieser zog vor, seine offenbar verfassungswidrigen Maßnahmen fallen zu lassen und nochmals zu versuchen, auf gütlichem Weg bei der Landschaft seine Absichten durchzusetzen. Er berief einen Landtag, entließ die Verhafteten und gestattete allen, außer Klüpfel und Baz, ihre landschaftlichen Aemter wieder auszuüben. Nicht bloß einzelne Amtsversammlungen und einzelne Landtagsabgeordnete, sondern der neue Landtag insgesammt sprach den Ausschußmitgliedern, dem Consulenten Kerner und den Secretären am 6. December 1804 seine Zufriedenheit und seinen Dank für ihr Verhalten aus, am meisten aber der Frau Secretarius St.; und ihr bewilligte er überdies ein Geschenk von 150 Speciesducaten (ca. 1400 M.) und eine Wittwenpension von 400 fl. (gegen 700 M.) jährlich. Nach Aufhebung der alten Verfassung am 30. December 1805 wurde St. in den Dienst des Kurfürsten, nun Königs, als Oberfinanzrath übernommen. Nach seinem Tode zahlte die Staatscasse der Wittwe die ihr von der Landschaft zugesagte Pension aus. Allerseits hochverehrt ist sie am 9. Juni 1846 gestorben. Der "letzte Württemberger" Präsident Eberhard Georgii (s. A. D. B. VIII, 714) hatte ihr als "Tribut der Achtung, welche ihm ihre seltene patriotische Standhaftigkeit eingeflößt", die goldene Denkmünze vermacht, die ihm der Landtag im J. 1799 bei seinem Austritt als Consulent verehrt hatte. (Das ihm damals zugleich verehrte Silbergeschirr hatte Georgii der Landschaft bereits am 24. Januar 1801 zurückgegeben, um es mit anderen Kostbarkeiten einzuschmelzen zur Bezahlung der französischen Brandschatzungen.)
Autor: Eugen Adam Alb
Adam, Alb. Eugen, "Stockmayer, württembergische Familie." in: Allgemeine Deutsche Biographie null (null), S. null [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/ppn138959560.html?anchor=adb
oo Friederike Luise Frommann
73.Stockmayer, Marie Elisabeth
oo Großheppach 03.09.1776 Christoph Conradin Abel, * 25.02.1750, + 1823
imm. Tübingen 1766, Hof- und Legationsrat, Landschaftskonsulent in Stuttgart 1791
Faber 25 § 368
1 Kind von Nr. 58
74.Bilfinger, Christian Wendel, * Stuttgart 11.05.1761, + 1802
Pfarrer in Oppelsbohm
DGB 10,107
oo Oppelsbohm 05.06.1792 Rosina Catharina Klett, * Oppelsbohm 05.07.1776, + Cannstatt 23.12.1845
1 Kind von Nr. 59
75.Stockmayer, Ludwig Friedrich von, * Weiltingen an der Wörnitz 27.09.1779, + Stuttgart 23.12.1837
trat am 12. Januar 1794 als Secondlieutenant in das württembergische Infanterieregiment v. Hügel. Er machte 1799 den Feldzug gegen die Franzosen mit, wurde am 10. März 1800 Oberlieutenant im Jägercorps, am 3. Januar 1803 Hauptmann. Für sein tapferes Benehmen im schlesischen Feldzug erhielt er am 5. Januar 1807 das Ritterkreuz des Militärverdienstordens und wurde am 26. December 1808 Major beim Jägerbataillon Koenig. In den Schlachten bei Abensberg und Eckmühl am 20. und 21. April 1809 zeichnete er sich aus und wurde mit dem Ritterkreuz der französischen [316] Ehrenlegion geschmückt. Wegen seiner am 17. Mai 1809 bei Linz bewiesenen Einsicht und Tapferkeit wurde er sieben Tage später Oberstlieutenant und 2. Commandant des Bataillons. Während des russischen Feldzugs 1812 übernahm er Ende Juli das Commando der leichten Infanteriebrigade und Anfang September den Befehl über das aus den drei württembergischen Infanteriebrigaden gebildete Regiment. Bei Mojaisk am 7. September 1812 erwarb er sich das Officierskreuz der Ehrenlegion. Beim Rückzug aus Rußland führte er die württembergische Infanterie an, mit deren Resten er am 12. December in Kowno anlangte. Am 29. Januar 1813 nach Württemberg zurückgekehrt, wurde er am 4. Februar von seinem Könige mit einem goldenen Ehrendegen ausgezeichnet und wurde Commandant des Jägerregiments Koenig. Zum Generalmajor wurde er am 23. Februar 1813 ernannt. Mitte April ging er nach Sachsen und commandirte in der Schlacht bei Bautzen am 20. und 21. Mai. Das Commandeurkreuz der französischen Ehrenlegion war der Lohn für seine Verdienste. Am 31. Mai wurde er bei Groß-Rosen verwundet. Ende December übernahm er das Commando der leichten Brigade, mit der er am 30. December 1813 in Frankreich einrückte. Wegen seiner tapfern Thaten bei Bar sur Aube, Brienne und Montereau wurde er von den Kaisern von Rußland und Oesterreich mit Orden ausgezeichnet. Auch erhob ihn sein Landesherr am 12. Juni 1814 in den erblichen Adelstand. 1815 nahm er theil an der Belagerung von Schlettstadt und wurde am 11. November Brigadegeneral. Am 4. Februar 1837 rückte er zum Generallieutenant und Commandant der 2. Infanteriedivision vor. Auch wurde er am 20. December 1837 Gouverneur von Stuttgart und am 21. December Stellvertreter des Kriegsministers. Sein Tod erfolgte am 23. December 1837.
Württemb. Jahrbücher 1837, S. 205-227. - Albert Pfister, König Friedrich von Württemberg, 1888, S. 309-311. - von Georgii-Georgenau, Biogr.-geneal. Blätter, 1879, S. 990-991.
1 Kind von Nr. 62
76.Oertel, Heinrich Ferdinand Georg, * Dachsbach 01.07.1800, + 1872 (?)
Regimentsquartiermeister
oo Dillingen 05.07.1836 Theresia Schaupp, * Dillingen 08.10.1801, + 26.04.1866
1 Kind von Nr. 64
77.Hölderlin, Johann Christian Friedrich, Dichter, * Lauffen / Neckar 20.06.1770, + Tübingen 07.06.1843
Theologe und Dichter
Johann Christian Friedrich Hölderlin (* 20. März 1770 in Lauffen am Neckar, Herzogtum Württemberg; † 7. Juni 1843 in Tübingen, Königreich Württemberg) zählt zu den bedeutendsten deutschen Lyrikern. Sein Werk nimmt in der deutschen Literatur um 1800 eine selbstständige Stellung neben Weimarer Klassik und Romantik ein.
Er war das erste Kind seiner Eltern. Eine Schwester wurde im Jahr 1771 geboren und verstarb bereits wenige Monate später. Sechs Wochen nach dem Tod des Vaters kam postum Maria Eleonora Heinrica zur Welt, die „liebe Rike“ in Hölderlins Briefen. Im Alter von zwei Jahren verlor er seinen Vater. Hölderlins Mutter[2][3] heiratete 1774 Johann Christoph Gok (1748–1779), Weinhändler und später auch Bürgermeister in Nürtingen.
Umzug von Lauffen nach Nürtingen 1774, Klosterschule Denkendorf und Maulbronn, Tübinger Stift 1788, Magister 1790, Konsistorialexamen 1793.
Hofmeisterstelle bei Charlotte v. Kalb in Waltershausen 1793, in Jena Jan. 1795, in Nürtingen Juni 1795, Hofmeisterstelle bei Familie Gontard in Fankfurt am Main 1795, in Homburg v. d. H. 1798, in Stuttgart bei Christian Landauer 1800, Hofmeisterstelle bei Familie v. Gonzenbach in Hauptwil (Schweiz) 1801, Reise nach Bordeaux zur vierten Hofmeisterstelle bei Konsul Dan. Christoph Meyer 1801, Rückreise über Paris nach Stuttgart und Nürtingen Mai 1802, nach Homburg v. d. H. als Bibliothekar des Landgrafen von Hessen Juni 1804.
1806 ins Autenriethsche Klinikum in Tübingen gebracht, 1807 zu Schreinermeister Ernst Zimmer in Pflege gegeben, lebte dort bis zu seinem Tode.

Als Student war Hölderlin ein Bewunderer der Französischen Revolution von 1789. Die oft kolportierte Anekdote, er habe in seiner Jugend am Tübinger Seminar zusammen mit Hegel, Schelling und anderen Mitgliedern eines „republikanischen Vereins“ einen „Baum der Freiheit“ errichtet, ist eine hartnäckige Legende, die 1965 von Dieter Henrich widerlegt wurde. Jedoch hatte Hölderlin schon früh Napoleon zum Gegenstand seiner Gedichte gemacht, dessen antirepublikanische Politik ihn allerdings später enttäuschte.

Hölderlin begann als Nachfolger Schillers und des schwäbischen Klassizismus. Seine frühen Gedichte sind meist gereimte Hymnen an abstrakte Gegenstände (An die Schönheit). Später ging er zu den antiken Formen der Ode und der Elegie über. Besonders die Oden sind durch die vollkommene Beherrschung der schwierigen metrischen Form geprägt. Die großen Gedichte seiner reifen Phase sind meist ausgedehnt und sind teils Elegien (Brod und Wein), teils Hymnen in freien Rhythmen wie Patmos und Andenken. Vereinzelt finden sich daneben auch andere Formen wie der Hexameter-Hymnos Der Archipelagus. Daneben pflegte er auch kürzere Formen in Epigrammen und in kurzen Gedichten (berühmt ist Hälfte des Lebens). Aus den Jahren im Tübinger Turm sind viele gereimte Gedichte überliefert, die lange Zeit nicht als echter Bestandteil seines Werkes betrachtet worden sind, sondern im Schatten der Wahrnehmung Hölderlins als kranker Dichter verschwanden. Die neuere Forschung tendiert jedoch dazu, diese Gedichte als lyrische Äußerungen ernst zu nehmen. Als Basis hierfür dienen auffällige Korrespondenzen zwischen den Gedichten, die sowohl inhaltliche und thematische als auch metrische und strukturelle Merkmale gemein haben. Dem folgend können diese Werke durchaus als Schlussstein von Hölderlins poetischem Gedankengebäude gelesen werden. [15]
Hölderlins Verständnis der altgriechischen Kultur, wie es sich in seinen Briefen an Casimir Ulrich Boehlendorff und in seinen Anmerkungen zu den späten Übersetzungen des Sophokles äußert, unterscheidet sich von dem idealistischen Griechenlandbild vieler seiner Zeitgenossen. Wie Heinrich von Kleist hat Hölderlin Züge der griechischen Kultur, die dem Geschmack der Zeit um 1800 nicht entsprachen, nicht klassizistisch geglättet. Bereits in seinem frühen Briefroman Hyperion stellte Hölderlin seine Vorstellung vom tragischen Schicksal dar, die sich aus seiner Wahrnehmung der griechischen Kultur gebildet hatte.

1 Kind von Nr. 65
78.Volmar, Ernestina Friederika, * 1772, + 1856
oo Johann Friedrich Blum, Oberamtmann zu Güglingen, Brackenheim, Markgröningnen, * 1759, + 1843
auch Geh. Rechnungsrat in Schwaigern, Stuttart
1 Kind von Nr. 67
79.Elsäßer, Hedwig Wilhelmine Friederike, * Stuttgart 24.12.1773, + Stuttgart 23.09.1845
oo Stuttgart 27.08.1799 August Friedrich Hauff, Geheimer Sekretär, * Stuttgart 1772, + Stuttgart 1809
Hauff, August Friedrich, * Stuttgart 17.1.1772, + ebd. 1.2.1809, 1790 Studium in
Tübingen, a.o. Regierungssekretär (1793) und Oberhofgerichts-Sekretär, 1807
Geheimsekretär beim Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten in Stuttgart.
1 Kind von Nr. 71
80.Camerer, Johanna Christiane, * Kohlberg 09.07.1772, + Besigheim 04.11.1850
oo Dußlingen 10.05.1798 Johann Heinrich Zeller, * Nußbaum 12.07.1772, + Kleinbottwar 14.05.1837
Stabsamtmann Kleinbottwar 1797; Rentamtmann Kleinbottwar 1806.
St 63; Z1 § 85; Faber 29 A und B § 58, 25 § 475; NWDB § 2250; Camerer 34/35; Ahnentafel Eduard Zeller
1 Kind von Nr. 72
81.Stockmayer, Gustav, * Marbach / Neckar 1797, + 1870
Oberamtmann zu Marbach
oo Charlotte Landauer
1 Kind von Nr. 73
82.Abel, Therese, * 1778, + 1866
Therese von Abel, war die Geliebte des Prinzen Wilhelm von Württemberg, später König Wilhelm I., dem sie in Paris 1804 Zwillingssöhne gebar.
vgl. Decker-Hauff, Frauen des Hauses Württemberg
1 Kind von Nr. 76
83.Oertel, Maximilian Joseph Michael, * Dillingen 20.03.1835, + München 17.07.1897
Dr. med. - Universitätsprofessor - Rufname: Max-Joseph
oo München 01.12.1867 Ida Mathilde Sophie Ernestine Emilie Antonie Lange, * München 14.04.1847, + München 18.10.1906
1 Kind von Nr. 78
84.Blum, Friederike, * 1801, + 1869
oo Christian Friedrich Schuster, Amtsnotar in Schwaigern, * 1801, + 1876
1 Kind von Nr. 79
85.Hauff, Wilhelm, Kriegsratspräsident von Hügel, * Stuttgart 29.11.1802, + Stuttgart 18.11.1827
Hauslehrer - Redakteur - Schriftsteller
berühmter Dichter; Schöpfer des Romans LICHTENSTEIN (1826),MÄRCHENALMANACH
Wilhelm Hauff, * Stuttgart 29.11.1802, + ebd. 18.11.1827, □(Hoppenlauffriedhof in
Stuttgart)Dichter; 1820-24 Student der Theologie in Tübingen, danach Hauslehrer, 1825
Dr. phil. in Tübingen, 1826 Reise nach Paris und Norddeutschland, 1827 Schriftsteller am
„Morgenblatt für gebildete Stände“, Verlag Cotta in Stuttgart;
∞Nördlingen 13.2.1827 Katharina Eleonora Luise Hauff, 1806-1867, sie war seine Base,
(die Tochter seines Onkels Johann Heinrich Ludwig Hauff, 1761-1807, Sohnes seiner
Großeltern Johann Wolfgang Hauff ∞Christiane Margarete Faber: Ahnen 4/5).
Nur wenige Tage nach der Geburt seiner Tochter Wilhelmine, die Wilhelm Hauff und seine
Frau nach der Mutter von Wilhelm Hauff benannt hatte, starb Wilhelm Hauff an einer
schweren Krankheit, die er sich auf einer Reise zugezogen hatte. Die Reise hatte er
unternommen, um für einen geplanten Roman überAndreas Hofer zu recherchieren. Er starb
kurz nach Vollendung seines 25. Lebensjahres. Die Grabreden hielten die beiden schwäbischen Dichter Ludwig Uhland und Gustav Schwab.
oo Nördlingen 1827 Katharina Eleonore Luise Hauff, * Weiltingen an der Wörnitz 1806, + Stuttgart 1867
1 Kind von Nr. 80
86.Zeller, Eduard Gottlob, * Kleinbottwar 22.01.1814, + Stuttgart 19.03.1908
Dr. phil. Tübingen 1836; D. theol. h.c. Heidelberg 1868; Dr. jur. h.c. Tübingen 1877; Dr. med. h.c. Marburg 1886; Dr. jur. Edinburgh 1884; Rep.1930; Privatdozent an der Theologie Tübingen 1840; Prof. theol. Bern 1847; Prof. phil. Marburg 1849, Heidelberg 1862, Berlin 1872, tit. Hofrat 1869, Geh. Hofrat 1872; tit. Geheimer Regierungsrat 1876; Wirkl. Geheimer Rat Exzellenz 1894; pens. 1894; lebte dann in Stuttgart.
St. 67/68; Z1 § 92; Faber 25 § 475; Camerer 36; Ahnentafel Eduard Zeller 1; Schwäb. Merkur (Schwäb.Chronik) v.21.3.1908, Nr.127; Heyd Bd.VI, 417f Nr. 19829-19846, Bd.VIII, 655f, Nr. 11219-11223.
oo Tübingen 22.06.1847 Emilie Karoline Baur, * Blaubeuren 30.11.1823, + Stuttgart 14.05.1904
1 Kind von Nr. 81
87.Stockmayer, Marie, * Stuttgart 05.06.1831, + Stuttgart 22.04.1903
oo Marbach / Neckar 17.08.1852 Theodor Immanuel Heinrich Georgii, Rechtsanwalt in Esslingen u. Mitbegründer der Deutschen Turnerschaft, * Esslingen 09.01.1826, + Wilmersdorf bei Ravensburg (Württemberg) 25.09.1892
Für die turnerische Gestaltung seines ganzen Lebens waren die ersten Anregungen im Turnen, Spielen und Wandern bestimmend, welche Georgii als Schüler in Stetten von einem Freund des Turnvaters Jahn, dem Präzeptor Ph. Wackernagel, erhielt. In der Öffentlichkeit trat Georgii bereits als 20jähriger Jura-Student in feurigen Reden für das Turnen ein. 1848 war er einer der führenden Köpfe bei der Entstehung des schwäbischen Turnerbundes. 1850 gründete er eine eigene Zeitung, das „Turnblatt für und aus Schwaben“, welches von 1852 an überhaupt das einzige turnerische Blatt Deutschlands war. Die Redaktion siedelte 1856 nach Leipzig über und wurde von dort aus als „Deutsche Turnzeitung“ ein gemeinsames Bindeglied aller Turner. Die Nummer 5 von 1860 enthält jenen Artikel, der zu den Haupturkunden der Geschichte der deutschen Turnbewegung gehört: den von Georgii mit seinem Freund Karl Kallenberg verfaßten „Ruf zur Sammlung“ an alle deutschen Turner. In diesem Aufruf wird auch für die Idee eines deutschen Turnfestes geworben. Der Ruf fand in allen Vereinen großen Widerhall und führte zur Durchführung des ersten deutschen Turnfestes in Coburg vom 16. bis 19.6.1860. Als selbstverständlicher Führer stand Georgii im Mittelpunkt des Geschehens. Wenn auch auf Grund der verschiedenen Vereinsgesetze in den deutschen Ländern die formale Gründung der „Deutschen Turnerschaft“ erst 1868 auf dem Turntag in Weimar zustande kam, wird das Jahr 1860 als Gründungsdatum der DT - der Vereinigung aller deutschenTurnvereine - angesehen. Die Leitung der DT hatte 1860-87 Georgii inne. Georgii war Rechtsanwalt in Eßlingen. In dem Bewußtsein, daß er bei seinen freiheitlichen Anschauungen zum Beamten nicht geeignet sei, hatte er den Staatsdienst verlassen.
Zabel, Hans-Henning, „Georgii, Theodor Immanuel“, in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 246 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd116563478.html
2 Kinder von Nr. 83
88.Oertel, Eugenie Maximiliane, * München 09.09.1868, + München 02.08.1909
oo München 14.05.1890 Karl Friedrich Theodor Ebermayer, * Nördlingen 27.06.1858, + Meran 25.03.1908
Oberstleutnant - Regimentskommandeur in Landsberg/Lech
89.Oertel, Ida Karoline Antonie Maximiliane, * 03.05.1878
oo München 14.03.1899 Maximilian Wilhelm Moritz Ebermayer, * Aschaffenburg 06.10.1862, + 09.02.1916
Oberst in München
1 Kind von Nr. 84
90.Schuster, Marie, * Schwaigern / Württemberg 10.07.1835, + Heilbronn 02.05.1908
oo Schwaigern / Württemberg 21.06.1859 August Wilhelm Rösch, Gymnasialprofessor zu Heilbronn, * Wangen / Stuttgart 26.11.1831, + Heilbronn 03.05.1921
Präzeptor in Blaubeuren, 1859 Gymn.-professor in Heilbronn (Lehrer von Theodor Heuss; s.
Theodor Heuss: " Vorspiele des Lebens- Jugenderinnerungen, Tübingen 1953).
1 Kind von Nr. 86
91.Zeller, Albert, * Marburg 09.09.1853, + Stuttgart 01.06.1923
Dr. med., Arzt in Stuttgart 1884; Vorstand der chirurgischen Abteilung des Marienhospitals in Stuttgart 1890; Hilfslehrer an der Technischen Hochschule Stuttgart 1889-1910; titul. Professor 1893.
ZB § 126; St.69; Z1 § 94; Schwäb. Merkur (Schwäb. Chronik) vom 4. 6. 1923 Nr. 127




oo 31.03.1894 Agnes Vikoria Maria Antonie Widenmann, * 05.07.1870, + 09.07.1950
5 Kinder von Nr. 87
92.Georgii, Otto, Direktor Tonröhrenfabrik, * Esslingen 1853, + Borowitschi 1914
Nachfolgende Daten entnommen aus:
Der Bildhauer Theodor Georgii
1883 – 1963
Biografie und Werkverzeichnis

Inaugural-Dissertation zur Erlandung des Doktorgrades der Philosophie
an der Ludwig-Maximilians-Universität München
vorgelegt von
Regine Stefani, aus München
oo Köln 03.06.1882 Sophie Schönleber, * Bietigheim 1857, + Eßlingen 1935
Schwester des Landschaftsmalers Gustav Schönleber
93.Georgii, Max, * Esslingen 11.05.1855, + Stuttgart 01.08.1934
war ein deutscher Versicherungsjurist und Manager.
Er wurde 1910 Generaldirektor des Stuttgarter Vereins. Nach der Verschmelzung des Stuttgarter Vereins mit der Allianz Versicherungs-AG im Jahre 1927 wurde er Aufsichtsratsvorsitzender.
Georgii hat sich zudem Verdienste um die Fortentwicklung der Haftpflichtversicherung erworben.
oo Marie Travers, * 1858, + 1923
94.Georgii, Anna, * 1858, + 1920
oo Emil Schaller, * 1857, + 1921
95.Georgii, Else, * Esslingen 09.08.1859, + Freiburg / Breisgau 24.08.1924
96.Georgii, Rudolf, * Stuttgart 1861, + Weissenstein 1899
3 Kinder von Nr. 88
97.Ebermayer, Ida Friederike, * München 29.09.1891, + München 03.01.1967
bestattet 5.1.1967 in Miesbach
98.Ebermayer, Anna Emmy Elisabeth, * München 08.10.1892, + 1968
oo München 11.12.1918 Friedrich Otto Adolf Mess, * 27.02.1878
Kaufmann zu Köln
99.Ebermayer, Ida Hildegard, * Freising 05.02.1895, + 1950
oo Franz Heinrich Zimmermann, * 09.04.1893
Facharzt für innere Medizin, Hausarzt am Sanatorium zu Ebenhausen im Isartal
3 Kinder von Nr. 89
100.Ebermayer, Gertraud Ida Friederike, * Fürth 29.04.1900
oo Hans Gräser, * 28.03.1899
Dr. Phil. - Handelsbevollmächtigter zu Raschwitz bei Leipzig
101.Ebermayer, Irmgard Frieda Ernestine Eugenie, * Würzburg 10.08.1903
102.Ebermayer, Gabriele Eugenie Ottilie, * Würzburg 10.08.1903
1 Kind von Nr. 90
103.Rösch, Adolf Hermann, Kaufmann Stuttgart, Ludwigshafen (BASF) und Heidelberg, * Blaubeuren 26.03.1860, + Heidelberg 17.05.1943
oo Maria Emma Keerl, * Fichtenberg / Württenberg 04.04.1874, + Heidelberg 17.09.1949
1 Kind von Nr. 92
104.Georgii, Theodor, Bildhauer, * Shdany / Borowitschi im Bezirk Nowgorod / Russland 30.04.1883, + 08.1963
oo Florenz 03.1907 Irene von Hildebrand, * 22.01.1880, + 24.01.1961
2 Kinder von Nr. 93
105.Georgii, Walter, * Stuttgart 23.11.1887, + Tübingen 23.02.1967
war ein deutscher Pianist und Klavierpädagoge.
Schüler von Max Pauer am Stuttgarter Konservatorium und promovierte 1914 in Halle/Saale mit einer Dissertation über Carl Maria von Weber als Klavierkomponist im Fach Musikwissenschaft. Anschließend lehrte er Klavier in Köln, bis 1930 am Konservatorium bzw. der Rheinischen Musikschule und 1930–1938 an der Hochschule für Musik. Von 1946 bis 1955 war er Professor an der Musikhochschule in München. Er veröffentlichte zahlreiche Schriften zu Klaviermusik und gab zahlreiche Musikeditionen heraus.
106.Georgii, Rudolf, * Stuttgart 1890, + Stuttgart 1973
1 Kind von Nr. 94
107.Schaller, Otto Emil Hans, * 1883, + 1917
oo Käthe Katharina Härlin, * 1877, + 1973
1 Kind von Nr. 100
108.Gräser, Gerhard, * München 27.07.1929
1 Kind von Nr. 103
109.Rösch, Siegfried Wilhelm Prof. Dr., Dozent an der Universität Leipzig 1929 und Gießen 1935, * Ludwigshafen am Rhein 15.06.1899, + Wetzlar 22.01.1984
Qu: Prof. Dr. Siegfried Rösch: "Stürenburg"
Dr. phil. Leipzig 1926, Mineraloge, Dozent an der Universität Leipzig 1929 und Gießen 1935,
Prof.1942, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Opt. Werke E. Leitz in Wetzlar seit 1933.
Qu: DGB 212, Stürenburg, (Einsender: J. Enno Schuch)
Nestor der deutschen Genealogie
Hauptwerke: "Goethes Verwandtschaft" (1956)
"Die Familie Buff“ (1953/1955)
"Grundzüge einer quantitativen Genealogie“ (1955)
"Die Professorengalerie der Gießener Universität“ (Festschrift Universität Gießen, 350-Jahrfeier
1957)
"Caroli Magni Progenies" (1977)
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Kinder: 3 Söhne, 1 Tochter , geboren 1929 - 1936
oo Dresden-Loschwitz 27.05.1927 Luise Amalie Stürenburg, Musik- u. Gymnastiklehrerin, * Dresden 21.03.1897, + Hannover 23.05.1988
2 Kinder von Nr. 105
110.Georgii, Wolfram, * Aalen 1918
111.Georgii, Bertram, * Oberammergau


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