Jörg Nickel
56242 Selters
Rückersteg 3
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Nachfahrenliste Jacob Nickel
1.Nickel, Jacob, Gerichtsschöffe und Kirchenältester, * Oberndorf/Hessen um 1648
oo Catharina Weyl - geborene?, * um 1650, + 1684
war in 1. Ehe verheiratet mit Hans Heinrich Weyl
2 Kinder von Nr. 1
2.Nickel, Johann Jost, Landmann, * Oberndorf/Hessen 11.02.1672, + Übernthal 17.10.1745
oo Übernthal 06.09.1693 Anna Elisabeth Immel, * Übernthal 21.03.1675, + Übernthal 29.04.1753
3.Nickel, Anna Margaretha, * Oberndorf 15.02.1676
K.-H. Heiland:
Eine T. d. aufgeführten Jacob oo Catharina war Anna Margaretha NICKEL, geb.
Obernd. 15.02.1676. Sie hat 1692 den Johan Dönges Adam, geb. Obernd. 1673 geheiratet.
oo 1692 Johan Dönges Adam, * Oberndorf/Hessen 1673
2 Kinder von Nr. 2
4.Nickel, Anna Catharina, * Übernthal 29.04.1696, + Übernthal 02.10.1763
oo 01.04.1723 Johann Daniel Burg, + Oberlemp 28.05.1763
5.Nickel, Johann, Landmann, * Übernthal 16.01.1703, + Eisemroth/Hessen 31.08.1770
oo Eisemroth/Hessen 21.10.1727 Anna Margaretha Peter, * Eisemroth/Hessen 29.08.1706, + Eisemroth/Hessen 29.08.1762
1 Kind von Nr. 4
6.Burg, Johann Jost, * Eisemroth 24.12.1723, + Übernthal 03.01.1794
oo 26.01.1741 Anna Juliana Immel, * Übernthal 22.06.1723, + Übernthal 28.04.1756
1 Kind von Nr. 5
7.Nickel, Johann Daniel, Zimmermann, Schmied u. Glöckner, * Eisemroth/Hessen 29.01.1731, + Eisemroth/Hessen 15.04.1799
oo Eisemroth 31.07.1761 Anna Elisabetha Hild, * Fleisbach 1739, + Eisemroth/Hessen 20.04.1784
1 Kind von Nr. 6
8.Burg, Christina, * Übernthal 09.12.1746, + Übernthal 14.03.1805
oo 13.01.1765 Johann Jacob Lotz, * Übernthal 26.03.1738, + Übernthal 22.11.1817
1 Kind von Nr. 7
9.Nickel d. Ältere, Johann Jost, Zimmermann, Polizeidiener, * Eisemroth/Hessen 01.10.1766, + Eisemroth/Hessen 12.01.1832
oo Eisemroth/Hessen 25.09.1785 Susanna Martin, * Eisemroth/Hessen 27.05.1753, + Eisemroth/Hessen 26.03.1815
1 Kind von Nr. 8
10.Lotz, Anna Margaretha, * Übernthal 14.10.1765, + Übernthal 08.02.1848
oo Eisemroth 18.06.1786 Johann Pfeiffer, * Übernthal 11.12.1754, + Übernthal 18.01.1823
2 Kinder von Nr. 9
11.Nickel, Wilhelm (Linie: Heinz Nickel), Zimmermann, * Eisemroth/Hessen 08.04.1792, + Eisemroth/Hessen 07.01.1865
oo Anna Katharina Walter, * Eisemroth/Hessen 29.07.1795, + Eisemroth/Hessen 10.08.1871
12.Nickel, Joh. Jost d. Jüngere (Linie Selters Ww.), Landmann, Schmied, Soldat, * Eisemroth/Hessen 28.09.1794, + Eisemroth/Hessen 03.04.1875
oo Eisemroth/Hessen 02.02.1823 Anna Margaretha Herbst, * Eisemroth/Hessen 05.02.1800, + Eisemroth/Hessen 09.12.1862
1 Kind von Nr. 10
13.Pfeiffer, Katharina, * Übernthal 14.09.1799, + Übernthal 03.10.1879
oo Eisemroth 04.08.1820 Johannes Schäfer, * Wallenfels 12.06.1747, + Übernthal 22.02.1829
1 Kind von Nr. 11
14.Nickel, Peter, Zimmermann, * Eisemroth/Hessen 26.08.1826, + Wissenbach 09.12.1897
oo Wissenbach 10.08.1847 Anne Marie Runkel, * Wissenbach 11.05.1831, + Wissenbach 10.04.1918
5 Kinder von Nr. 12
15.Nickel, Anna Margarethe, * Eisemroth/Hessen 05.04.1823, + Eisemroth/Hessen 28.01.1882
oo Eisemroth/Hessen 22.01.1854 Philipp Martin, * Eisemroth/Hessen 14.12.1830, + Eisemroth/Hessen 22.12.1900
16.Nickel, Philipp-Carl, Lehrer, * Eisemroth/Hessen 09.04.1825, + Brandoberndorf/Hessen 19.08.1894
22.05.1933 Kirchengemeinde Dillbrecht - Copulations- und Geburtsbescheinigung (Sohrseitz, Pf)
Philipp Carl N i c k e l
Er besuchte das damalige einzige Lehrerseminar in Nassau, I d s t ei n, wo eine Anzahl tüchtiger Lehrer, die ihre Vorbildung bei dem großen Pädagogen Pestalozzi in der Schweiz erhalten hatten, wirkten.
Dann erhielt er seine erste Anstellung in dem Dörfchen L i n d s c h i e d bei Bad Schwalbach 1845. Zu dem Dorfe gehörte noch das kleinere Dorf H a i n b a c h. Im Juli 1847 wurde der Lehrvikar N i c ke l fest an der Schule angestellt und erhielt die Bezahlung von 180 Gulden, nämlich 170 bar und 10 Gulden Wohnungsanschlag.
Am 3. Dezember 1849 verheiratete er sich in I. Ehe mit Marie Katharine
D i e f e n b a c h, vom Hof Gieshübel bei Lindschied.
Dann wurde er nach dem Dorfe E y e r s h a u s e n , Amt Dillenburg versetzt 1849, wo er aber nur 150 Gulden Gehalt bekam. Anscheinend war dies eine Strafstelle, denn – wie er selbst erzählt – hat er in Lindschied einmal einen katholischen Pfarrer zur Tür hinaus gejagt, und da ist er zur Strafe versetzt worden.
Von Eyershausen erfolgte dann seine Versetzung nach M i t t e l f is c h b a c h , wo er an Besoldung erhielt: 181 Gulden bar, Wohnungzu 20 Gulden Anschlag, Zinsen von Sterbfäll-Kapitalien 16,54 Gulden, Benutzung von 91 ½ Ruthen Schulgut, in Gärten und Wiesen bestehend, angeschlagen zu 19 Gulden, in Sa. 237 Gulden.
Im Jahre 1869 wurde die Besoldung erhöht auf 380 Gulden unter Einschluss des Kirchendienstes.
Am 1. Januar 1869 wurde er nach B r a n d o b e r n d o r f als erster Lehrer versetzt und erhielt hier laut Dekret:
Bar: 254 Thaler 9 Silbergroschen
Wohnung: 11 Thaler 13 Silbergroschen
Schulgut: 20 Thaler 00 Silbergroschen
285 Thaler 22 Silbergroschen.
Als Organist erhielt er noch weiter jährlich 17 Thaler 4 ½ Sgr. Dann musste er mitversehen zunächst noch die zweite Stelle und erhielt dafür weitere 57 Thaler 4 ½ Silbergroschen.
Im Jahre 1871 erhöhte man seine Besoldung auf 300 Thaler.
1884 gibt ihm die Gemeinde eine persönliche Gehaltszulage von jährlich 75 Mark.
Die erste Frau, geb. D i e f e n b a c h stirbt nach kurzer Ehe in Eyershausen 1855 und er schließt eine zweite Ehe mit Marie Elisabeth O r t m a n n, gebürtig aus Offdilln. Diese war geboren 28. Februar 1827 und starb auch nach wieder kurzer Ehe am 31. Januar 1860.
Im Januar 1861 schloss er dann, gezwungen durch die Verhältnisse die dritte Ehe mit Anna Margarethe S c h m i d t, Tochter des Landmanns Leonhard S c h m i d t und seiner Ehefrau Anna Christine C h r is t. Sie war geboren zu Offdilln 4.VII.1835 und starb zu Brandoberndorf 30.III.1878.
Aus 1. Ehe gingen 5 Kinder hervor, (1 Sohn und 4 Töchter)
2. 1 Kind (Tochter)
3. 6 Kinder (4 Söhne und 2 Töchter) 2 Söhne -Tod- als Säuglinge
Philipp Carl N i c k e l starb zu Brandoberndorf am 19.VIII. 1894, 69 Jahre 4 Monate alt.

Auszug 125jähige Geschichte des MGV „Frohsinn“ Brandoberndorf
v. Hans Otto Schneider
Philipp Carl N i c k e 1 (1871/72-1892)
In Eisemroth, Amts Herborn, erblickte er am 09. April 1825 als Sohn der Eheleute
Johann Jost Nickel d.J. und Anna Margarethe, geb. Herbst, das Licht der Welt.
Von 1842 bis 1845 besuchte er das Herzoglich-Nassauische Schullehrerseminarium
zu ldstein/Ts.
Seine erste Anstellung erhielt er 1845 in Langenschwalbach, die nächste 1846 im
benachbarten Lindschied.
Am 03. Dezember 1847 heiratete er zu Langenschwalbach Marie KatharineDiefenbach.
Es folgten Versetzungen nach Eiershausen bei Dillenburg und weiter nach Mittelfischbach, Amts Nastätten. Als hier alle Einwohner der Schulverbandsgemeinde Niederfischbach nach Amerika auswanderten, so daß ein Teil seines Gehaltes entfiel, wurde Lehrer N i c k e l nach Offdilln, Amts Dillenburg, versetzt.
Hier starb 1855 seine Frau im Alter von 32 Jahren.
Am 15. März 1857 heiratete er in zweiter Ehe Marie Elisabethe O r t m an n. Diese starb jedoch schon Anfang 1860, nachdem sie einer Tochterdas Leben geschenkt hatte. Zuvor, am 06. August1858, war die Wohnung des Lehrers ein Raub der Flammen geworden.
Im Januar 1861 verheiratete sich Lehrer N i c k e 1, der zu diesem Zeitpunkt sechs
unmündige Kinder zu versorgen hatte, zum dritten Mal, und zwar mit Anna Margarethe S c h m i d t aus Offdilln.
Ab 01. Januar 1869 wurde er als Erster Lehrer zu Brandoberndorf angestellt. Zunächst musste er die Stelle des zweiten Lehrers noch mitversehen, er hatte das Organistenamt inne, von 1871 /72 bis 1892 leitete erden MGV „Frohsinn“, zeitweilig bekleidete er das Amt des Direktors des „Vorschuß-Vereins zu Brandoberndorf“, dessen Gründungsmitglied er auch war, er war Vorsitzenderdes Lehrervereins, und außerdem wurde ihm mit dem 10. Oktober 1882 noch die Postagentur zu Brandoberndorf übertragen.
Fünf Jahre zuvor hatte Lehrer N i c k e 1 in die Schulchronik eingetragen:
Wollte Gott, daß für den ersten Lehrer eine geräumigere und gesündereWohnung
beschafft würde!“
Wie begründet diese Klage war, zeigt der Umstand, daß Ende März 1878 N i c k e l s dritte Frau im Alter von 42 Jahren an Lungenschwindsuchtstarb.
Lehrer N i c k e l selbst schloss nach über 25jähriger Tätigkeit in Brandoberndorf als ein trotz seiner Strenge beliebter und geachteter Mann im Alter von 69 Jahren am 19. August 1894 fürimmer die Augen.

Auszug Schulchronik Brandoberndorf (Recherche von Hans Otto Schneider)
(eigene Niederschriften von Philipp Carl Nickel)
…mit dem 1. Novbr. 1849 bezog ich die Schulstelle zu Mittelfischbach Kgl. Amts Nastätten und wirkte da im Segen bis zum 1. Januar 1855.
Hier hatte ich einen somnambulen Schüler Namens Friedrich Lind, der nicht allein in Nassau, sondern auch in Deutschland Aufsehen erregte. Eine der drei Gemeinden, die den dortigen Schulverband bildeten, N i e d e r f i s c h b a c h, wanderte nach Amerika aus. In der Folge der ausgefallenen Besoldung dieser Gemeinde, mußte ich versetzt werden,und ich kam trotz alles Weigerns, nach Offdilln Kgl. Amts Dillenburg,wo ich 14 Jahre wirkte, nämlich vom 1. Januar 1855 bis d. 1. Januar 1869.
Hier liegen meine beiden ersten Weiber begraben und 5 Kinder.
Außerdem hatte ich das Unglück im Jahr 1858 am 6. August meine eigenen Gebäude abbrennen zu sehen. Laut Decret der Königl. Regierung Abth. für Kirchen- und Schulsachen wurde ich vom 1. Januar 1869 zum 1. Lehrer nach Brandoberndorf Kgl. Amts Usingen ernannt, wo ich im Vertrauen auf Gott nun wirke. Der Gott der mich wunderbar und schmerzlich geführt hat, scheint mir nun einen heiteren Lebensabend bereiten zu wollen.
Gebe es Gott!
1871
… in diesem Jahr steigerte sich ein böses Augenübel des Lehrers, und er mußte 3 Wochen in der Klinik zu Sachsenhausen bei Frankfurt a/M zubringen und kam erst am 20. Februar d.J. wieder und that freudig seinenDienst.
1872
Schon im Dezember brach die Augenkrankheit des Lehrers mit solcher Wuth herein, daß er am 9. Dezember 1871 die Klinik in Wiesbaden auf 10 Wochen besuchen musste, in welcher Zeit ihm das linke Auge unglücklich operiert wurde.
Die Schule versah Lehrer Nickel wieder mit größtem Eifer, obschon seine Augen der größten Schonung bedurften….
1873
Am 29. November wiederholte sich das Augenleiden des Lehrers so, daß er erst acht Tage vor Weihnachten am 17. December seinen Dienst wiederversehen konnte. In dieser Zeit versah Hr. Pfarrer Schmidtborn die Schule, wofür ich ihm stets dankbar sein werde.
Wollte Gott, daß sich alle Geistlichen an diesem ehrwürdigen Herrn, in dieser Beziehung ein Muster nähmen!
1874
Am Schluß des Jahres traten die Masern so heftig auf, dass die Schule4 Wochen geschlossen war. Auch der Lehrer erkrankte einige Tage an Kopfrose.
1876
Im Winter dieses Jahres gab es massenhafte Erkrankungen dahier. Lehrer und Schüler wurden nicht verschont. Der Lehrer erkrankte schon im Herbst und versah mit einem leidenden Körper nothdürftig seinen Dienst, bis er am 7. Februar an einer Lungen- und Rippenfellentzündung schwer erkrankte. Am 14. März, noch nicht genesen ging der Lehrer wieder in seine Schule. Zwei Schüler starben auch….
1877
Im Monat Februar und März kamen viele Krankheitsfälle vor. Namentlichwar es, und ist es noch der Keuchhusten, dieser Kinderfeind, der oft mehr als 1/3 hiesiger Schüler erfaßte.
Wollte Gott, dass für den ersten Lehrer eine gesündere und geräumigere Wohnung beschafft würde!
Am 30. März 1878 starb die 3. Frau des Lehrers an der Lungenschwindsucht.
1879
Der Winter pro 1879/80 war ein harter und lange andauernder. Viele Kinder erkrankten an Halskrankheiten. Massenhaft sind die Kartoffeln dahier erfroren, was eine wahre Kalamität für die vom Dienstlohn armen Arbeiter ist.
1882
Mit dem 10. October 1982 wurde Lehrer Nickel die hiesige Postagentur übertragen, die er bis heute noch verwaltet.
1885
…/ (auf dem Rand: Juli) Den 30. Juni (darübergeschrieben: Juli) 1885 trat Lehrer Nickel, schwer erkrankt seine Rückreise nach Brandoberndorf an. (Es geht aus der Schulchronik nicht hervor, von wo aus, und auchnicht, weshalb er weggefahren war.)
Die Lungenentzündung auf beiden Seiten stellte sich ein, wozu eine große Körperschwäche sich einstellte. Die Krankheit wurde nervös und brachte mich dem Tode nahe. Die Ärzte gaben mich öfters verloren, da das Fieber sogar 42° erreichte. Die Schule wurde 3 Wochen durch Hr. Collegen Ronn bereitwilligst mitversehen; doch am 1. October konnte ich zum ersten Male meine Schüler wiedersehen. Jedermann freute sich meiner Wiedergenesung.
Vor allem Gott meinen Dank. Er hat bis hierher geholfen, er wird auchweiter helfen. Dankend sei erwähnt, daß mir auf Vorschlag des Hr. Schulinspectors Deißmann eine Unterstützung von 100Mark bewilligt wurden zum Zwecke vollständiger, guter Verpflegung.
1886
Seit dem 1. Januar 1887 ist 1887 ist Hr. Pfarrer Schmidtborn in seinen verdienten Ruhestand getreten, und Herr Pfarrvikar Otto Schmidtborn mit Verwaltung hiesiger Pfarren beauftragt.
Gebe Gott, daß der verehrte Herr Pfarrer noch manches Jahr in Ruhe verleben und dem jungen Herrn Pfarrvikar sein Amt nicht unnöthig erschwert werde.
1888
Von den Zuschußgeldern an die Gemeinden sind für die 1. Stelle 500 M.und für die 2. Stelle 300 M. nach Brandoberndorf gekommen und werden jährlich von den Staatskassen ausgezahlt. Jedem Lehrer hat man davon eine persönliche Zulage von 150 M. bwilligt.
500 M. behält die Gemeinde für sich.

Nachfolgend von Harro Schäfer verfasst - Abhandlung bezgl. Offdillner Schuldgeschichte:
Ein bemerkenswerter Mann, als Mensch und als Christ, war der in Eisemroth geborene Lehrer Philipp Carl Nickel, der vom 1. Januar 1855-1869 an der Offdillner Schule tätig war. Dieser bedauerte, nachdem er am 1. Januar 1855 die Offdillner Lehrerstelle übernommen hatte, zuerst einmal aufrichtig das Schicksal seines Vorgängers Wagner. Dabei warnte er ganz entschieden die Offdillner Dorfleute vor dessen Vorverurteilung. Überraschend schnell hatte sich Lehrer Nickel in die hiesige Dorfgemeinschaft integriert, getreu nach der alten Lebensweisheit „Was Gott thut das ist wohlgethan“ Sein Glaube wurde aber schon ein Vierteljahr später einer sehr schweren Prüfung unterzogen, als am 1. April 1855 seine Ehefrau im Wochenbett verstarb. Ein Schicksalsschlag, den er mit folgenden Worten beschreibt:
„Doch, ach, dass Thränen sprechen müssen, dass der Kelch meiner Leiden noch nicht voll ist! Schon am 1. April 1855 wurde ich, dem Rathschlusse des Allerhöchsten gemäß, Wittwer. Kaum hatte meine sanfte Gattin mir das fünfte Kind geboren am 29ten März dieses Jahres, so starb sie schon am 3ten Tage nach ihrer Entbindung einem besseren Leben und hinterließ dem total zerschlagenen Gatten fünf Kinder. Mit großem Gottvertrauen allein konnte ich hier nur wirken und ich musste wiederum sagen: Was Gott thut, das ist wohlgethan. Bis hierher hat der Herr geholfen, er wird auch ferner helfen. Und mit diesem Troste will ich weiter pilgern“.
Es ist schwer zu verstehen, wie Lehrer Nickel, genau wie Höser und Wagner vor ihm, jetzt auf sich allein gestellt und mit kleinen Kindern behaftet, ohne zu klagen seinen Pflichten als Lehrer nachging.
Im Sommer 1857 ging ein gewaltiges Unwetter über Offdilln und seine Gemarkung nieder. Ein Ereignis, das Lehrer Nickel für spätere Generationen festhielt:
„Es ist Pflicht, hier ein schauerliches Naturereignis zum ewigen Gedächtnis und zum Mahnruf für alle, jetzt und künftig, beschrieben niederzulegen. Es war am Mittwoch, dem 12 August 1857, Morgens 11 Uhr, als sich ein schreckliches Gewitter über unserer Gemarkung entlud. Schon des Morgens gegen 8 – 9 Uhr hörte man fernes Donnerrollen, schwarze Wetterwolken umlagerten den Horizont, als wollten sie sich zu einer mächtigen Bataille gegen Offdilln rüsten. Doch gleichgültig gegen diesen Feind, den man unschädlich hielt und auf dessen friedlichen Rückzug über unsere Gebirge man zu hoffen glauben durfte, blieb Jung und Alt mit der Kornärnte beschäftigt auf den Feldern, und arbeitete ungestört. Es schlägt 10 Uhr und immer dicker und finsterer wird das Heerlager der schwarzen Wetterwolken. Doch kaum hatte es 11 Uhr geschlagen auf dem Kirchthurme, so rollte schauerlich der Donner und heftige, zürnende Blitze folgten rasch aufeinander. Ich entließ meine Schüler, nachdem ich sie, das ganze Haus, dem Schutz des Herrn durch ein Gebet zum Herrn der Welten und der Wetter hinaufschickte. Kaum sind meine lieben Kleinen in die friedlichen Wohnungen hinab gesprungen, so folgte ein schauerliches Donnern u. Krachen, der Regen stürzte stromweis zu Boden. Dies währte einige Augenblicke, so fiel der Hagel in der Dicke eines Daumens, von einem starken Winde begleitet, herab und beschädigte alles furchtbar, was von Gewächsen noch auf dem Felde und im Freien war. Es ist halb 12 Uhr und es scheint eine Pause geben zu wollen, aber jetzt fielen die Hagelkörner in einer unglaublichen Schnelle und Dicke herab, dass der arme Zuschauer und Selbstbetroffene glauben musste, dies sei eine Weltzerstörung. Ja, die Kornfelder sind durchweg halb auf dem Felde vom Herrn ausgedroschen worden, an einigen Orten total. Der Hafer ist ganz auf dem Felde geblieben. Die Kartoffeln waren so zerschlagen und beschädigt, dass es nur der Augenzeuge begreift. Kraut, Kohlraben sind alle zerknickt und abgebrochen. Alle Wolken ließen jetzt ihr Wasser fallen und ein Wolkenbruch überschwemmte das friedliche Thal Offdillns der Art, dass unser enges Dillthal einem großen See glich.
So war es mittlerweile 12 Uhr geworden und das allgewaltige Wasserschütten ließ plötzlich nach.
Alles eilte aus den Wohnungen, um das große Verderben und die Verheerung zu sehen. Wimmernt und wehklagend sah man da manchen Offdiller. So endigte der Schrecken, der über Offdilln kam, so hatte der Herr seinen Kampf gegen uns Offdiller geführt, und ich muß sagen: es ist der Herr mächtig im Streite. Erschrick Offdilln, wenn du an jenen großen Tag erst denkst, wo der Herr „alles“ richtet. Ich will aber weinen über die Sünden meiner Brüder und will, wie an jenem Schreckenstag beten, kniend beten: Herr sei uns armen Sündern gnädig, und strafe uns nicht in deinem Grimm“.
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Im August 1858 wurde Offdilln von einer fürchterlichen Brandkatastrophe heimgesucht, wobei die ganze nördliche Hälfte des Dorfes abbrannte. Lesen wir, was Lehrer Nickel zu dem Unglück sagt:
„Schon wieder ist der züchtigende Gott da und predigt, statt im vorigen Jahr mit Hagel, jetzt mit Feuerflammen Buße. Es war am 6. August d. J. Nachmittags zwischen 5-6 Uhr, als gerade eine ungeheure Dürre schon Wochenlang geherrscht hatte, als jeder Mann im entfernten Walde mit Köhlerei und jedes Frauenzimmer mit der Kornärnte beschäftigt war - , da erscholl plötzlich der Ruf Feuer! Feuer! Ich selbst befand mich nahe am Dorfe auf meinem Kornacker und gleich Allen eilte ich wilden Sprüngen nach der Schule, um die da stehende neue Feuerspritze sofort zum Feuer bringen und löschen zu helfen. Dies geschah in 5 Minuten. Aber o Jammer! Von einer brennenden Scheune, die dem Kirchenvorsteher Joh. Henr. Schmitt I, hatte das wüthende Feuer schon 3 andere Gebäude in Brand gesetzt. Aber o Jammer. Diejenigen, welche die Spritze zum Brande fuhren, hatten uns alle verlassen bis auf mich, Schmied Heppener, der die Spritze bediente, und noch zwei Mann, deren Namen ich aus Verwirrung nicht mehr weis. Kein Wasser war da; doch, Gott Lob, jetzt wurde der Brandweiher gezogen, aber auch dieses Wasser war zu wenig und verlief zu schnell. Es wurde unmenschlich gearbeitet, vergeblich; es wurde zu Gott geschrien um Erbarmen, vergeblich; es wurde nach fremder Hilfe geseufzt, vergeblich. Binnen ½ Stunde kam ein ungünstiger Wind, der bald die Flammen an 10 Orten zugleich zum Niederbrennen anblies. Jetzt brennt die ganze nördliche Hälfte Offdillns, und es ist ½ 7 Uhr, da brennt nur noch der Schutt. Zu diesem Augenblicke ist fremde Hilfe da, aber sie vermag weiter nichts, als dass man die südliche Hälfte vor der Wuth der Flammen bewahrt. Es ist wahr: „Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war“.
Doch der Herr schlägt, aber er heilt auch wieder. Schon des anderen Tages kam uns Unterstützung von unsern benachbarten Gemeinden. Später gründete sich ein Hilfscomite, worin Herr Pfarrer Stöckicht präsentierte und aus mir, dem Comiterechner, Herrn Bürgermeister Schäfer dahier und aus den Herrn Bürgermeistern unsers Kirchspiels bestand. Noch ist die auf Befehl unsers lieben Herzogs Sr. Hoheit ausgeschriebene Landescollecte noch nicht ganz eingegangen, um sie hier niederzulegen. Doch sollen meine Manualien darüber zum ewigen Andenken in unserer Schulregistratur aufbewahrt bleiben“
Das Jahr 1860 begann für Philipp Nickel sehr tragisch.
„Ach! Dieses Jahr ist für mich unvergesslich geworden durch seine Schreckensereignisse in meiner Familie. Am 24. Januar kam meine, erst 2 ¾ Jahre an mich verheiratete zweite Frau ins Wochenbett, gebar mir glücklich ein liebes Söhnchen, starb aber schon den 31ten Januar am leidigen Kindbetterinfieber, gleich meiner ersten Frau. Unsäglich war der Schmerz des wiederverwitweten Gatten und groß das Jammern der Kinder, - sieben an der Zahl – über den Verlust der so früh Verblichenen. Der kleine Säugling aber, der zur Freude des traurigen Vaters körperlich erstarkte und einen üppigen Wachsthum zeigte, starb 9 Wochen alt an Herzschlag und folgte dem Eingang der Mutter. Neuer Schmerz für mich. Und wenn auch jedermann in Anbetracht irdischer Verhältnisse diesmal, mir zu Leide – die Wege des Herrn pries; so blieb es nur ein furchtbares Gefühl, dass der Herr den Tod in die Schule geschickt, um alle Leben zu vernichten.“

Ein Jahr nach dem unheilvollen Dorfbrand erwarb Nickel einen Bauplatz auf einer der zahlreichen Brandstätten. Hier errichtet er nun zielstrebig sein neues Wohnhaus, und zwar nicht wie allgemein üblich als Fachwerkhaus, sondern es wurde komplett mit Ziegeln gemauert. Nach Nickels Wegzug in 1869 wechselte es seinen Besitzer. Heute gehört es den Nachkommen des vormaligen Schreinermeisters Oskar Moos.
Seit dem 24. Februar 1861 war Lehrer Nickel in dritter Ehe mit Anne Margarethe geb. Schmidt verehelicht, mit der er drei Kinder hatte. Zu Jahresbeginn 1869 erfolgte seine Versetzung nach Brandoberndorf, was einen Umzug mit der ganzen Familie, die mittlerweile auf zehn Kinder angewachsen war, bedeutete. Die hiesige Schulstelle erhielt der aus der Nähe von Wiesbaden stammende Wilhelm Schneider, über den aber nichts außergewöhnliches zu berichten wäre.
oo I. 03.12.1847 Marie Katharine Diefenbach, * 04.06.1822, + Eyershausen 01.04.1855
vom Hof Gieshübel bei Lindschied
oo II. Offdilln 15.03.1857 Marie Elisabeth Ortmann, * Offdilln 28.02.1827, + Offdilln 31.01.1860
oo III. Offdilln 24.02.1861 Anna Margaretha (verw. Sahm) Schmidt, * Offdilln/Hessen 04.07.1835, + Brandoberndorf/Hessen 31.03.1878
im Sterberegister "Nickel Anna Marie"
hat als Magd bei Wilhelm Hof gearbeitet (in Winkelbach?)
17.Nickel, Ferdinand, * Eisemroth/Hessen 20.02.1830
oo Hartenrod 17.06.1860 Anna Pfeifer
18.Nickel, Wilhelmine, * Eisemroth/Hessen 06.06.1834, + Eisemroth/Hessen 20.04.1899
oo Eisemroth/Hessen 18.01.1861 Heinrich Theis, * Eisemroth/Hessen 25.06.1835, + Eisemroth/Hessen 28.02.1895
19.Nickel, Katharine, * Eisemroth/Hessen 12.02.1843, + Eisemroth/Hessen 18.06.1910
oo Eisemroth/Hessen 31.01.1869 Heinrich Immel, * Eisemroth/Hessen 09.02.1843, + Eisemroth/Hessen 18.10.1910
1 Kind von Nr. 14
20.Nickel, Friedrich Jakob Simon, Müller, * Wissenbach 24.10.1849, + Wissenbach 21.11.1917
oo Wissenbach 15.08.1880 Katharina (Tochter Simon Nickel) Nickel, * Nanzenbach 09.03.1852, + Wissenbach 12.08.1942
13 Kinder von Nr. 16
21.Nickel, Margarethe, * 15.12.1847, + Brandoberndorf/Hessen
oo Brandoberndorf/Hessen Konrad Wieth
22.Nickel, Karl, * 01.08.1849
Er sollte Lehrer werden, ging aber vorher von der Schule ab, trat ein in die Unteroffizierschule Biebrich am Rhein, machte den Krieg 1870/71 mit und verheiratete sich später in Leer (Ostfriesland), wo er auch starb. Seine Schwester Wilhelmine führte ihm den Haushalt und blieb ledig.
23.Nickel, Magdalena, * Brandoberndorf/Hessen 08.06.1851
oo Georg Schneider, Postschaffner in Brandoberndorf
24.Nickel, Wilhelmine, * 03.01.1853, + Leer
führte ihrem Bruder Karl in dessen Witwenstand den Haushalt - sie blieb ledig
25.Nickel, Christine
wohnte zuletzt in Bergen b/Frankfurt a.M.
26.Nickel, Elisabeth, * Offdilln 21.03.1858, + Brandoberndorf/Hessen 06.02.1925
oo Christian Stahl, Gerber in Brandoberndorf
27.Nickel, Heinrich, * 24.01.1860, + 30.03.1860
Lungenentzündung
28.Nickel, Gustav Adolf, Lehrer - Organist und Komponist, * Offdilln 21.10.1861, + Freiendiez/Hessen 21.06.1937
Lehrer in Treisberg, Naunstadt, Fellerdilln, Eschbach, Finsterntal und zuletzt in Schönborn (Unterlahn-Kreis)
29.Nickel, Amalie, * Offdilln 09.04.1864, + Anspach / Taunus 14.05.1928
Sie blieb ledig, lebte von 1907 an bis zu ihrem Tode bei ihrer Schwester in Anspach
30.Nickel, August, * 08.05.1871, + 17.01.1872
31.Nickel, Henriette Katharine, * Brandoberndorf/Hessen 08.08.1872
oo 15.11.1893 Heinrich Henkel, Lehrer und Rektor in Anspach/Ts, * Bottendorf Krs. Frankenberg/Eder 22.10.1868
32.Nickel, Wilhelm Ferdinand (Linie Selters), Lehrer - Konrektor, * Brandoberndorf/Hessen 10.09.1873, + Frankfurt a.M.(Hessen) 21.04.1963
Kriegsverdienstkreuz 1914-18
Wilhelm Nickel studierte in Dillenburg. Seine 1. Anstellung als junger Lehrer versah er in Salzburg (Oberwesterwald). Dort lernte er seine Frau, Bertha Stahl, aus Stein-Neukirch kennen.
Um 1900 wurde er vom Firmenchef v. Meister (Farbwerke Höchst) nach Sindlingen/FfM geholt. V. Meister wollte aus dem "rückständigen" Dorf etwas machen.
Wollte z.B. Bau der Kirche, der Schule, einer Villensiedlung (Gustav-Allee). Für die Häuser gab er aufstrebenen "Intellektuellen" zinslose Kredite (begünstigt wurden auch Wilhelm Nickel und Bernhard Ilgen, der bei v. Meisters Privatsekretär war).
Wilhelm Nickel fand sodann Anstellung als 1. Konrektor und 1. evangelischer Lehrer in Sindlingen und war gleichzeitig Organist in der neuen Kirche, Chorleiter und Hauslehrer bei Familie von Meister. Als Hobby -Gärtner und -Imker wurde er mit Preisen ausgezeichnet. Er war auch Chorleiter in Zeilsheim.
Mit seiner Schulklasse pflanzte er in Sindlingen 1910 die sogenannte "Friedens-Eiche", die dort im Jahre 2012 noch stand.
Großes Aufsehen erregte er im Ort, als er als erster Mann (!!!) sein Enkelkind im Wägelchen spazieren fuhr.
Letzte Lehrerstation war wieder Salzburg, weil dort Lehrermangel herrschte. 1938 zog er mit seiner Frau nach Freiligen b. Selters. Dort wohnte sein jüngster Sohn Walter mit Frau Else und dem Enkel Wolfgang.
Nach dem Krieg zog er 1947 mit seiner Frau nach Selters zu ihrem Sohn Werner, mit dessen Famlie er seinen Lebensabend bis zum 15.04.1963 verbrachte.
Er beaufsichtigte sodann die Schularbeiten seiner vier Enkel Klaus, Rolf, Waltraud und Jörg.
Natürlich legte er auch einen wunderschönen, parkähnlichen Garten an in welchem er sogar seinen eigenen Tabak pflanzte. Seine Enkel können sich nicht erinnern, ihn jemals ohne Pfeife oderZigarre erlebt zu haben.
Wilhelm Nickel starb drei Tage nach einer Darmoperation in Frankfurt a.M.
Seine Frau Bertha starb an den Folgenden eines Oberschenkelhalsbruchs schon 1949.
oo Stein-Neukirch 19.11.1899 Bertha Stahl, * Stein-Neukirch 27.07.1873, + Selters (Westerwald) 25.02.1949
33.Nickel, Friedrich, * 07.10.1876, + 15.03.1877
1 Kind von Nr. 19
34.Immel, Heinrich Karl, * 1869, + 1954
oo 1894 Anna Wilhelmine Burk, * 1869, + 1947
2 Kinder von Nr. 20
35.Nickel, Richard, Zimmermann, * Wissenbach 24.11.1887, + Wissenbach 17.04.1954
oo Merkenbach/Hessen 21.12.1913 Lina Grisar, * Merkenbach/Hessen 15.04.1890, + Wissenbach 22.05.1953
36.Nickel, Juliane Elise, * Nanzenbach 22.03.1890, + Nanzenbach 18.05.1965
2 Kinder von Nr. 28
37.Nickel, Luise, * 10.10.1881, + 20.07.1907
war Taufpatin bei Martha Nickel
38.Nickel, Emil
3 Kinder von Nr. 32
39.Nickel, Werner, Arzt, Dr. med., * Sindlingen b. Frankfurt a.M. 10.12.1903, Taufpaten: Lehrer Heinrich Henkel - Brandoberndorf und Lehrer Albert Stahl - Homberg, + Ahrweiler b. Bad Neuenahr 23.01.1962
Er studierte in Frankfurt a.M. zuerst zwei Semester Jura. Nahm dann aber das Medizin-Studium auf.. Seine Dr.-Arbeit schloss er mit Summa cum laude ab. Während des 2. Weltkrieges war er erst in Niederbreisig kaserniert und dann als Stabsarzt Lazarettzugführer in Polen und Italien.
Aus kurzer Kriegsgefangenschaft heimgekehrt, begann ein arbeitsreiches Leben in der ländlichen Praxis, wo es keine Wochenendbereitschaft oder Freizeit gab.
Dauereinsatz (Tag und Nacht). Später wurde unter den ansässigen Ärzten ein Wochenenddienst (Samstag/Sonntag) eingerichtet. Trotzdem besuchte er auch an diesen Tagen seine ernsthaft Erkrankten, um ein "gutes Gewissen" zu haben.
Seine Patienten nannten ihn "Dr. Eilig". An Wintertagen sah ihn seine Familie nur kurze Zeit, weil er nach der morgendlichen Praxis, zumindest im Winter, bis in die späte Nacht im Schnitt80 Patienten zu Hause besuchte.
Seinen Kindern gegenüber war er überaus streng. Einzig Tochter Walla,sein Hascherl, wurde mit Milde überhäuft.
Er liebte es, seinen großen Freundeskreis einzuladen und gesellige Feiern abzuhalten, auch wenn dafür keinerlei Grund bestand.
Späte Freizeitgestaltung: Camping, Wohnwagen, Motorboot.


Trauerfeier im Haus gehalten
für
Dr. med. Werner Nickel
Prakt. Arzt zu Selters
geb. den 10. Dezember 1903
gest. den 23. Januar 1962

Mathhäus ca. 6,10: Dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel. Amen.
„Es weiß es keiner, der es nicht erlebt,
Wie’s ist, wenn einer die Flügel hebt
Und leise, leise
Sich auf die Reise, die letzte macht.
Es weiß es keiner, dem’s nicht geschah
Wie’s ist, wenn einer nun nicht mehr da,
wenn leer die Stätte
des, den man hätte – so gern noch nah!“

Meine liebe Lotte, ihr Kinder eueres treuen Vaters , lieber Vater Nickel, ihr Geschwister,
Verwandte und Freunde des Hauses!
Unsere Herzen sind erschrocken, als wir diesen für uns Alle völlig unerwarteten Heimruf
unseres lieben Werner vernahmen. Wir wussten um seine Krankheitsnot, die kurz vor
dem Weihnachtsfest über ihn gekommen war, aber wir alle hofften, dasses sich wieder zum Guten wenden würde wie es schon einmal 1954 der Fall war. Gott hat es anders gewollt, darum: Dein Wille geschehe auf Erden und im Himmel! – So ist es nun das Letzte, was wir
hier im engen Familien- und Freundeskreis in seinem Haus für ihn tun können. Vor 24 Jahren hat er dies Haus zu seinem Heim gemacht, hier hat er Freud und Leid erfahren, hier seid ihr Kinder in einer unbeschwerten Jugend groß geworden und Drei von euch Geschwister haben hier das Licht der Welt erblickt. Tauffeiern und Hochzeit haben wir hier gehalten, die Stunden der großenFreude und die Stunden der Geselligkeit. Nunhalten wir seine Trauerfeier für den, den wir liebten und schätzten als Mensch wie als Arzt. Wer hätte dies von uns allen gedacht, dass er nichtwieder lebend in sein Haus zurückkehren würde! In dieser Stunde fallen mir ein paar Worte ein, die unser Werner nach der Trauerfeier unserer kürzlich heimgerufenen Mutter in Höchst sprach:Nun sind wir die Nächsten! War es nur ein Dahinsprechen oder war seine Seele von Ahnung erfüllt?
Du, meine liebe Schwägerin Lotte, das Herzelein Deines Werner, schaust auf 28 Jahre eines gemeinsamen Eheglücks zurück, denkst an die ersten frohen Jahre dort drüben im Hause Pongs, wo ihr euere erste Häuslichkeit hattet und die beiden großen geboren sind; deine Gedanken wandernstill zurück zu all den Jahren, die in friedlichen wie in Kriegszeiten bewegt waren, wie du nachdem Zusammenbruch unseres Volkes in den Apriltagen 1945 in Schwesterntracht durch das unruhige Land fuhrst, um ihn, deinen Werner, der als Stabsarzt in einem Lazarett am Rhein tätig war,zusuchen. Es ist so Vieles, was dich in dieser Stunde bewegt, aber ebenso uns Alle. Meine Frau und ich haben dem stillen Schläfer vor uns und ebenso Dir zu danken für euere Liebe und Bereitschaft, unsere Älteste, da wir noch in der Ostzone wohnten, 1949 aufzunehmen, damit sie hier die höhere Schule besuchen konnte. Das vergessen wir ihm nie. In seiner großen umfangreichenPraxis hast du ihm immer treu zur Seite gestanden, hast die vielen Abende, wenn er müde und abgespannt von seinen Patienten heim kam, auf ihn gewartet und ihm die Häuslichkeit so schön gestaltet wie es nun einmal eine liebende Frau tun kann. So mag esjetzt in deiner Seele aufklingen, was das Dichterwort sagt:
„Einer war im lieben anderen immer wohliger zu Haus,
leichter ward drum manches Wandern durch viel Dornen, Sturm und Graus.
Und wir freuten und wir litten uns zusammen fromm und klar,
was sich Herz und Herz erstritten, leuchtet nun so wunderbar.
Kern ist tief in Kern gedrungen, gibt kein Riegel mehr noch Tür,
wir sind ganz in eines geklungen wie ein Wesen atmen wir.“
Wie Gott der Herr eueren Ehebund vor 28 Jahren gesegnet hat, so hat E R nach seinem heiligen Willen durch den Heimruf deines lieben Werner diese Wesenseinheit wohl äußerlich aufgelöst,denn das Dichterwort fährt fort:
„Einer von uns muss wandern, Einer von uns bleibt allein,
doch der eine wird dem anderen, ganz in seiner Heimat sein!“
Diese schwere Stunde hat Gott jetzt bereitet: „Einer von uns muss nunwandern, einer von uns bleibt allein“, doch es soll sich auch erfüllen, was in dem letzten Wort gesagt ist: „Doch dereine wird im andern ganz in seiner Heimat sein!“
Zwei tief miteinander verbundene Menschen können wohl äußerlich, aberniemals innerlich auseinandergerissen werden.
„Die Liebe hört nimmer auf“, so sagt die Heilige Schrift und diese Liebe, die uns Erdenkindern in Jesus Christus zuteil geworden ist, schlägt gleichsam die Brücke über die Kluft der Trennung. Über diese Brückebleibst auch du, liebe Lotte, mit deinem lieben Werner verbunden. DieLiebe bereitet dem Heimgegangenen in euerem Herzen eine Heimat, wo ereuch und auch uns innerlich nahe bleibt. Dann ist es uns, als sei er nicht fortgegangen, sondern umgebe euch weiter mit seiner Liebe und erfülle euer Haus mit seinem Geiste.
Unser ganzes Mitgefühl bringen wir auch unserem liebe hochbetagten Vater Nickel entgegen, der seinen Sohn in der besten Manneskraft ins Grab sinken sieht. Wir bitte Gott, dass er dir, lieber Vater Nickel die Kraft schenke, diesen schweren Abschied in seinem Frieden zu tragen. Aber ebenso weilen unsere Gedanken in dieser Stunde bei unserem Vater Bernhard, der selber noch ein Genesender ist. Wie mögen seine väterlichen Gedanken nach hier gehen, als er diese Nachricht vom Heimgang seinesSchwiegersohnes erhielt und wie schwer mag ihm das Herz sein, da er mit seinen Gedanken jetzt unseren Werner zur letzten Ruhestätte geleitet.
Nun aber, ihr Kinder! Das ist euer Vater, um dessen Sarg ihr hier noch einmal versammelt seid. Ihr wisst, was ihr an ihm gehabt habt. Er hatte nun mal seine besondere Art, die seinem stark ausgeprägten Verantwortungsbewusstsein entsprang. Im tiefsten Grund aber war es doch seineväterliche Liebe, euch vorwärts zu helfen und darin war ihm kein Opfer zu groß. Behaltet ihn lieb, eueren guten Vater, der doch an all euerem Ergehen und eueren Fortschritten von Herzen Anteil nahm.
Auch wir, Geschwister, Verwandte, Freunde und Bundesbrüder, wir wollen unseren lieben Werner in liebendem und ehrendem Gedächtnis behaltenund diesem Haus mit unserer Hilfe und unserem Rat treu zur Seite stehen, so wie es unser Werner auch getan hat. Das Band, das uns hier Allemiteinander verbindet, soll auch euch, dich liebe Lotte und euch die Kinder, weiter umgeben. Gottder Herr hat trotz dieser ernsten Stunde bisher über diesem Haus mit seiner Gnade gewaltet. E R wird es auch weiter tun.
Nun werden wir dich hinaustragen zur letzten Ruhe in den Schoß der Mutter Erde, lieber Werner. Dein Grab werden deine liebe Lotte, deine Kinder, deine Verwandten und deine Freunde immerdar aufsuchen und nicht nur mit welkenden Blumen und Kränzen schmücken, sondern wir werden dirden Dank für deine Liebe und Treue in die Ewigkeit nachrufen. Dein sterblicher Leib ruhe nach heißem nimmermüdem Tagewerk bis zum jüngsten Tag, sein Geist soll in euch Kindern weiter leben. Deine Seele ist beiGott. Denn es gibt ein Fortleben nach dem Tode. Auf Wiedersehen in der Ewigkeit
Du, mein lieber Weggenosse unserer Ehejahre,
du, unser guter lieber Vater, mein lieber Sohn
und unser Bruder, Schwager und lieber Freund u. Bundesbruder
Werner Nickel
beim himmlischen Vater
A M E N

Gehalten am 26. Januar 1962 zu Selters/Ww.
vom Schwager Pfarrer Martin Kohlschmidt, Winnerod/Gießen
oo Sindlingen b. Frankfurt a.M. 06.01.1934 Lotte Ilgen, * Sindlingen b. Frankfurt a.M. 27.02.1913, + Selters (Westerwald) Thrombose/Embolie 29.08.1988
„Eure Mutter habe ich schon auf Händen getragen, da war sie erst acht Tage alt!“
Wir konnten diese Aussage unseres strengen Vaters nicht oft genug hören, war er
doch ein diesem Moment bester Laune, ein heiterer Erzähler, den wir uns sofort
als vorwitzigen Jungen vorstellten, der das neugeborene Nachbarskind Lotte
unbedingt „mal tragen“ wollte. Zwanzig Jahre später waren sie verheiratet, kauften
ein Haus, bekamen fünf Kinder, betrauerten einen kleinen Sohn, erlebten den Krieg
mit seinen Schrecknissen, den Wiederaufbau nach dem Zusammenbruch, arbeiteten
gemeinsam in der ländlichen Praxis, sahen ihre Zöglinge auf gutem Wege erwachsen
werden und lebten „glücklich bis zu ihrem seligen Ende!“
Glücklich??
Der Vater hatte die Statur – Mutter war die Frohnatur!
Vater, der Strenge, der unnahbare, Mutter, die Nachsichtige, warmherzige! Unser
Schrecklichster Kindergedanke war, die Mutter zu verlieren. Sie war der sichere
Hafen, der uns Schutz und Geborgenheit bot. Tief verletzt und verstört war sie,
wenn väterlicher Zorn über uns Kinder hereinbrach. Wie eine Wölfin setzte sie sich
für „ihre Jungen“ ein. Meist war das Gewitter schnell vorbei, aber meist wussten wir
auch, dass wir zu Recht bestraft wurden.
Unsere Mutter – eine immer aktive, tatkräftige Frau, die das große Haus und den
Garten pflegte, die Familie umsorgte, den umfangreichen Verwandten- und
Freundeskreis einlud und verköstigte, die Schwiegereltern pflegte, unsere Cousine
bei sich aufnahm, der in der damaligen DDR das Gymnasium verwehrt wurde.
Unsere Mutter, die in den Kriegsjahren so manchen Patienten in der verwaisten Praxis
tröstete! Unsere Mutter, die einen Hühnerstall baute und Küken groß zog, die
Kartoffeln und Kohl erntete, Ähren sammelte und Bucheckern, die „auf Hamsterfahrt
ging“ und mit dem Rad 40 Kilometer fuhr, um mit 12 lausigen Kirchen wieder
heimzukommen und vor Enttäuschung in Tränen ausbrach, die in Schwesterntracht
den Rhein entlang fuhr, um ihren Ehemann, unseren Vater, zu finden, der in einem
Lazarett arbeitete.
Unsere Mutter, die nach den mühevollen Hungerjahren, die Flüchtlinge, Großeltern,
Tanten ins Haus gebracht hatten, mit dem heimgekehrten Vater den Neubeginn
Startete, mit ihm medizinische Kurse und Seminare besuchte, neue Urlaubsfreuden
mit ihm genoss und immer bereit war, einen 2. Haushalt im Wohnwagen mitzuführen.
Glücklich?
Sie hatte Talent zum Glücklichsein! Von uns Kindern und den Enkeln geliebt, von
„Nachbarsjungen“ noch immer auf Händen getragen, war sie Vaters „Herzelein!“
Stress und Hektik, Erschöpfung und Depressionen kannte sie nicht, im Gegensatz
zu unserem Vater, den sie aus diesen Zuständen manches Mal herauszuholen verstand.
Allzu früh verstarb unser Vater mit nur 58 Jahren – unsere Mutter trauerte „unsichtbar“.
Sie verlor nicht die Fassung, sehr schnell legte sie die damals übliche dunkle Kleidung
ab. Unsere unausgesprochene Frage beantwortete sie, indem sie die Hand ihrer hoch-
schwangeren Schwiegertochter Ute nahm – „Dieses Kind soll in eine heitere, schöne,
bunte Welt hineingeboren werden, ich tue das Meinige!“
Glücklich war sie, acht Enkelkinder groß werden zu sehen und zwei Ur-Enkel begrüßen
zu dürfen.
(Waltraud Brenneke, geb. Nickel)
40.Nickel, Martha, * Sindlingen b. Frankfurt a.M.
oo August Guckes
41.Nickel, Walter, Zahnarzt, * Sindlingen b. Frankfurt a.M., + Selters (Westerwald)
oo Else Bullinger
1 Kind von Nr. 34
42.Immel, Otto, * 1901, + 1974
oo Erna Bloh, * 1908, + 1959
8 Kinder von Nr. 35
43.Nickel, Willi, Zimmermann, * Merkenbach/Hessen 29.05.1914, + Rußland (gefallen) 20.07.1941
oo Merkenbach/Hessen 16.07.1938 Henny Auguste Arhelger, * Wissenbach
44.Nickel, Helmut, Hüttenarbeiter, * Wissenbach 23.03.1922, + Rußland (gefallen) 10.01.1943
45.Nickel, Else, * Wissenbach
oo Nanzenbach 13.02.1943 Richard Horch, * Nanzenbach 19.01.1918, + Nanzenbach 08.09.1972
46.Nickel, Gertrud Lina, * Merkenbach/Hessen, + Wissenbach
oo Wissenbach 27.11.1932 Adolf Heinrich Diehl, Schriftsetzer, * Wissenbach 20.06.1910, + Wissenbach 30.11.1949
47.Nickel, Hedwig, * Wissenbach
oo Wissenbach 24.04.1940 Heinrich Haas, Hüttenarbeiter, * Wissenbach, + Wissenbach
48.Nickel, Heinz, Zimmermann, * Wissenbach
oo Wissenbach 31.08.1956 Margarethe Thomas, * Wissenbach
49.Nickel, Richard, Zimmermann, * Wissenbach
oo Nanzenbach 22.11.1947 Hildegard Best, * Nanzenbach
50.Nickel, Toni, * Wissenbach
oo Nanzenbach 15.01.1949 Heinz Weiß, Gastwirt, * Nanzenbach, + Nanzenbach
1 Kind von Nr. 38
51.Nickel, Hilde
oo ... Hyronimus
5 Kinder von Nr. 39
52.Nickel, Klaus, Arzt, Dr. med. - Studium Frankfurt/a.M., * Selters (Westerwald) 28.01.1935, + Rosbach/Sieg 28.09.2012
Persönliche Angaben von seiner WEB-Seite übernommen:
Name Klaus Nickel - Land Deutschland - Geschlecht männlich - Geburtsdatum (tt.mm.jjjj) 28.01.1935 - Kontaktmöglichkeiten: Letzer Login 26.Sep.2010 - Mitglied seit - Homepage http://nickelklaus.de
Äußerlichkeiten:
Größe (cm) 175 - Gewicht (kg) 80 - Statur Kleiner Bauchansatz - Ethnische Herkunft Europäisch - Augenfarbe Braun - Haarfarbe Grau - Frisur Kurz
Beruf & Passion: Beruf Rentner/Pensionär - Ausbildung Dr./Ph.D. - Religion Evangelisch - Freizeit & Lifestyle:
Interessen Freunde, Internet, Kunst - Musik Jazz, Klassik, Oldies - Küche Deutsch,
Italienisch - Was ich mag / Hobbies / Motto: Profiltext: Das bringt nichts Gescheites. -
Mein Gehirn kann sich nicht selbst beschreiben. - Ich mag: Politik
Kosmologische Quantenphysik
Natürlich meine Frau, Kinder, Enkelkinder und meine große Verwandtschaft
Ich mag nicht: fundamentale Ideologie
Hobbies: Am Computer herumfummeln bis irgendwo Fehler auftreten, um aufzuspüren, warum?
Sprachen: Sprache(n) Deutsch, English, Francais

Trauerrede für Herrn Dr. Klaus Nickel, Rosbach Eingangslied: Such, wer da will, ein ander Ziel 1/ 2/ 4
Im Wartesaal
„Ein Glück, dass es noch Wartesäle gibt,
wo man dich zwingt, die Zeit zu fühlen,
wie sie ganz langsam sich vergibt.
Wie langsam mahlen ihre Mühlen! "
Liebe Frau Nickel, liebe Alexandra, Rainer, Edda mit Fahad, lieber Nils, sehr geehrte Familie Oliver Nickel mit Ehefrau Deike und den Kindern Emma, Käthe und Hannes, werte Geschwister Walla, Rolf und Jörg, Anverwandte, Freunde und Nachbarn.
Wir haben uns hier in dieser Trauerhalle, vor dem geschmückten Sarg, der den verstorbenen Leib von Herrn Dr. Klaus Nickel birgt, zusammengefunden, um seiner zu gedenken.
Eine Trauerfeier ist niemals ein herbeigesehntes Ereignis. Abschied tut schon weh genug! Das fremde Ritual, der allzeit begleitende Kloß im Hals, die Tränen, die - rascher als man möchte - selbständig zu fließen beginnen, die Haltung, die man nicht verlieren sollte, das Reglement, das es zu beachten gilt und die Würde, die man dem geliebten Menschen schuldet, sorgen i.A. für mehr Blockade, Kühle und Abstand als nötig.
Tatsächlich ist es aber doch mein sehnlichster Wunsch zu danken, meine tiefe Liebe zu zeigen, meine allerbesten Wünsche auszudrücken, mich berühren zu lassen und zu berühren. Mein Herz ist voll zum Überlaufen. Meine Gedanken nehmen mich immer wieder mit auf Reisen.
Liebe Familie Nickel, liebe Trauergäste, ich darf Sie heute einladen, Ihren Gedanken und Gefühlen den Raum zu geben, den sie einnehmen möchten. Dieser Abschied ist einmalig. Es gibt ihn kein zweites Mal.
So lade ich Sie herzlich ein, Ihren Ehemann, Ihren/ euren Vater, euren Opa, Ihren Freund und Nachbarn in einer Liebe zu verabschieden, die fern aller Konventionen wohnt, einer himmlischen Liebe, von der wir alle hier hoffen, dass er selber jetzt auch von ihr umhüllt ist. Nur die Liebe verbindet Himmel und Erde. Nur die Liebe schafft Wege, wo keine sind. Sie allein ist imstande, uns heute untereinander und mit ihm zusammenzuschließen.
Nicht immer kann ich mich als Redner auf einen Fundus wunderbarer Gedichte stützen, wie die von Klaus Nickel in diesem Büchlein aus den 60ern, seiner Frau verehrten.
Einsamkeit
Ich gehe durch die Einsamkeit. Der Weg ist weit.
Gerade ist der Weg. Es gibt keinen Steg.
Es gibt kein Schild, das zeigt: Der Weg ist weit.
Hoffen ist mein Ziel, Doch das ist Spiel.
Ich gehe immer, ich geh ohne Leid Durch die Einsamkeit.¬
Eine gute Trauerfeier ist immer eine Lebensfeier! Wir wollen heute - mit Trauer und Freude - an Dr. Klaus Nickel denken in den unterschiedlichen Bezügen, die wir mit ihm lebten. Was uns zu ihm führte. Wie er uns begegnete usf.
Wir wollen in dieser Stunde versuchen, unser Leben mit ihm in einer warmen Erinnerung Revue passieren zu lassen, einzelne Facetten daraus aufzuzeigen, sprechende Szenen zu beleuchten und ihn dann loszulassen in andere liebende Hände.
Wer also ist, wer war Klaus Nickel?
Wie hat er gelebt? Was hat ihn ausgemacht?
„Leben und Leben lassen" ist eine Devise, die ich aus dem Vorgespräch mit Ihrer Familie rausgehört habe.
Auch „Geben und Nehmen" ist wohl eine taugliche Überschrift für die Haltung, die er einnahm.
Eine Haltung, ein Habitus, von den Mönchen auch Habit genannt, ist so etwas wie ein Übergewand. Ein Erkennungsmerkmal, ein Persönlichkeitsmerkmal, ein deutliches Zeichen, das den Ankommenden gleich qualifiziert, ihn erkennbar macht. „Das ist er!" würde man sagen. Eine Summe vieler unterschiedlicher Verhaltensweisen ist die Haltung und zugleich auch wieder deren Essenz und Basis. Eine Haltung entsteht, indem ich immer wieder bestimmte Dinge tue oder lasse. Eine Haltung wächst also mit der Zeit, mit den Anlagen, Erfahrungen und auch den Widerfahrnissen. In ständiger Selbstreflexion formt sich mein Charakter. Und für Herrn Goethe ist „der Charakter" schließlich „eine Gewohnheit der Seele".
N.B.: Ich nehme mir das Recht heraus, ein klein wenig philosophisch zu dozieren, weil Herr Nickel das ab und zu auch gerne tat. Ich erhoffe mir danach dasselbe gute Gefühl, das dann in ihm aufstieg!
Nun, was ist das Wichtigste an „Geben und Nehmen", „Leben und Leben lassen"?
Das Wichtigste scheint mir in beiden Fällen das kleine, unscheinbare, verbindende Wörtchen „und" zu sein. Es allein schafft den Ausgleich, die Waage. Ersetze ich nur das kleine „und" durch ein trennendes „oder", gerät alles aus dem Lot. Dann ist plötzlich „Geben seliger denn Nehmen", sind bestimmte Menschen „vom Stamme ,Nimm", achte ich entweder nur auf mich oder nur auf andere und verliere die rechte Beziehung aus dem Auge. Gefälle entstehen zwischen mir und dir, die einen sind ,oben', die anderen ,unten', die Balance verwirkt, die Beziehung verdorben.
Gelassenheit und Ausgeglichenheit lebte Dr. Klaus Nickel. Das Dreiergebot der Liebe, die Summe aller Gebote, würde Alexandra gerne als headline für ihn wählen: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus ganzem Herzen, mit all deiner Kraft und deinen Nächsten wie/ und dich selbst."
Jedem seinen Raum und sein Eigenes lassen:
Gott für sein ganzes, mir im letzten unbekanntes und nicht zu umreißendes Schöpfungswerk, wovon ich noch nicht mal genau meinen eigenen Anteil kenne, geschweige denn in die Finger bekomme.
meinem/r Nächsten zur freien Selbstentfaltung
und auch mir selbst.
Das „et - et" (sowohl -als auch) war ihm offenbar viel näher als das „aut - aut" (entweder - oder). Eins gehört zum anderen, und alles zusammen ist irgendwie in Gott begründet, unserem Ursprung und unserem Ziel.
Eine Frage der Achtung und der Einsicht.
... So wie der Flügelschlag eines bunten Falters am Äquator das ganze Weltklima verändert ...Sie kennen das.
Kennen, Erkennen und Bekennen finden zueinander.
(Das aut - aut hob er sich dann gerne für sein politisches Wirken auf. Doch davon später!)
Diese Gelassenheit und auch herzliche Verbundenheit, Toleranz, lebte Klaus Nickel in seiner Familie, im herzlichen Verhältnis zu seinen Geschwistern und Freunden. Herzlichkeit herrschte auch in seinem Elternhaus in Selters, im Kannebäckerland, sagen Sie, Frau Nickel. Ähnlich wie hier, gab es keinen sehr großen Freundeskreis, sondern eher den überschaubaren. Energie tankte er, wie schon sein Vater, aus dem einfachen und guten Miteinander vertrauter Menschen. Ein großer Bahnhof war ihm zu fremd und unvertraut. Sie, Ellen, seien selber auch erst - zur Mitarbeit - in die Praxis des Schwiegervaters zugelassen worden, als das Verlöbnis fest stand: „Ist es auch was Ernstes?"
„Mein Vater war keiner, der aus der Masse rausragen wollte", sagt Alexandra, "er war kein Alphatier." Er galt allgemein als beliebter Kollege. Er tat seine Arbeit, war für seine Patienten da, hat viele Hausbesuche gemacht, Nachtdienste geschoben und Bereitschaftsdienste. Er unterlag aber keinem Helfersyndrom, war kein schrankenloser Altruist.
Er war ein gemütlicher, gutmütiger und zufriedener Mann. Ein Mensch, der es auch gut mit sich alleine aushalten konnte. Der seiner Frau Urlaub und Aktivität gönnte, solange er nicht mit musste. Er hat alles getan für seine Familie, die er liebte.
Veränderungen liebte er jedoch nicht. („Männer wohnen!", sagt der Kabarettist Horst Schroth oder Jean Cocteau:" Die meisten Menschen leben in den Ruinen ihrer Gewohnheiten")... So wäre er gerne - bis heute - in der alten Wohnung geblieben, wenn nicht Frau Ellen darauf gedrängt hätte, mal endlich ein Haus zu bauen. Das hat er in seinem Rohbau dann auch nicht gesehen. Auch einen Garten anlegen und pflegen zu müssen, war eher nicht sein Ding. Neuerungen gehen eben immer mit Unruhe einher. Und die war grade nicht der Modus, den er besonders schätzte.
Seine Frau Ellen, die er 1962 heiratete, schien mir da eine gewisse Federführung übernehmen zu müssen, damit Entwicklungen voranschritten, Dinge liefen oder in Gang kamen, Praxisabläufe organisiert und umgesetzt wurden.
Wie so oft sind Partnerschaften ein Ergänzungsbetrieb. Was dem einen
mangelt, ergänzt der andere, damit das Ganze geschehen kann.
So schrieb er für sie - im Gegenzug - ein wunderschönes Liebesgedicht:
Schlaflos
Mein liebes, liebendes Mädchen du,
Du lässt mir am Tag und bei Nacht keine Ruh!
Will ich in Orpheus Arme mich legen,
So nimmst du mir der Ruhe Segen.
Du kommst und ziehst mich stets zurück
In deinen Armen nun lieg ich beglückt
Und liebe und liebe nur dich,
Bis mir das klopfende Herz zerbricht. -
Leise tritt Orpheus hinzu Und gibt mir endlich Ruh'.
Neben seinem Beruf als Hausarzt war Dr. Nickel astrophysikalisch interessiert: Was hält die Welt eigentlich zusammen?
Was ist ein schwarzes Loch?
Was hat den Urknall ausgelöst?
Was können wir heute noch davon entdecken?
Diese Fragestellungen inclusive ihrer ontologisch-philosophischen Bezüge beschäftigten ihn. Das Studium neuester Literatur hatte zunehmend Auswirkungen auf seine Weltsicht:
Er hasste den Krieg und liebte den Frieden. Wenn es also einen Gott gibt, dann liebt er alle Menschen gleich, unabhängig von Rassenzugehörigkeit, Hautfarbe oder Religion. Er liebt jeden an seinem Ort, da, wo er gerade steht. Das war seine Auffassung.
Sturm im Wasserglas
Hätten sie damals geschrien und sich gewaltig empört,
Gift und Galle gespien: Es wäre nicht passiert.
Damals waren sie feige Säcke, steckten die Köpfe in den Sand,
sahen die Juden im Drecke
und rochen den Synagogenbrand.
Hätten Sie damals geschrien,
die Zeitungen sich empört,
Gift und Galle gespien,
Es wäre nicht passiert!
Die einen waren dagegen, nur wenige dafür,
doch die dagegen waren, verschlossen ihre Tür.
Damals waren sie feige Säcke, heute haben sie wieder Mut,
Wühlen im eigenen Drecke
Und wundern sich über die Brut.
Heut wird geschrien an allen Orten,
denn, wer am lautesten schreit,
verdient den Orden der Brüderlichkeit.
Klaus Nickel war ein gemäßigt, kein flammend politischer Mensch. Der Gerechtigkeitsgedanke war für ihn leitend. Sein politischer Weitblick zeigte sich schon früh, als ihm Mitte der Fünfziger ein hochqualifizierter Gymnasiallehrer attestierte, dass sein utopischer Wiedervereinigungsgedanke für beide deutsche Staaten völlig abwegig sei und eines Abiturienten nicht würdig. So fiel er fürs Erste durchs Abitur.
Später bildete er mit zwei weiteren Politikern' eine quasi „konzertierte Aktion" im Internet. Er engagierte sich in einem politischen Forum, das sie „Forum Romanum" nannten. Morgens wurde die Zeitung gründlich gelesen und dann ging’s ab ins Forum zur Diskussionsrunde.
Situation: angemeldete Demo auf dem Militärflughafen in Köln -Wahn. 20 bewaffnete Polizisten kommen auf bekannte 3 Demonstranten. Ziel der Demo: aktuell leider unbekannt. Die Demo sollte einem oder einigen Politikern gelten, die von dort oder dorthin flogen. - Jedenfalls durften Flüstertüten erst bei 20 Demonstranten und mehr zum Einsatz kommen.
Der Vater, Opa und Freund Klaus Nickel war auch ein rechter Spaßvogel. Als „Unsinn-Opa" führte er bei seinen Enkeln und deren Freunden fort, was er glücklich bei seinen Kindern begonnen hatte.
„Ich komme, ich komme" hatte er abends, noch im Mantel mit Arzttasche in der Hand, wenn er von den letzten Hausbesuchen nach Hause kam, nach oben gerufen, wo Alexandra und Oliver den Papa schon heiß ersehnten. Er solle sich wie immer, so auch heute als echter Märchenpapa erweisen. Witzchen, Reimchen, Anekdötchen, Märchen waren für den lebenslustigen Klaus Lebenselixier, das er gerne mit seinen Kindern und später mit seinen Enkeln Edda, Emma, Käthe, Nils und Hannes teilte. Als er in seinen letzten Tagen nicht mehr selber lesen konnte, hat Käthe sich beim Opa revanchiert und ihm am Telefon vorgelesen.
Es ist eine alte Binsenweisheit, dass nur wer noch genug Kind, sprich: Chaos, Phantasie, Experimentierfreude in sich selber trägt, einen guten Schuss Naivität, den berühmten „tanzenden Stern gebären kann", den Friedrich Nietzsche beschreibt.
Eine kleine Mail von Schwiegersohn Rainer, die mich gestern noch erreichte: Lieber Hubert, Alexandra bat mich noch mitzuteilen, dass Klaus als "Unsinn-Opa" oft zu Schabernack mit den Kindern aufgelegt war, so z.B. wie zündet man mit Hilfe einer Lupe unsere Gartenbank an.
Er hatte stets Lust darauf, Konventionen zu unterlaufen, hatte eine lustvolle Tendenz zur Insubordination und zivilem Ungehorsam, eine gewisse Neigung zur Antiautorität.
Gedicht:
Ein Regentropfen fällt und fällt
und denkt: Gleich bin ich auf der Welt.
Er segelt und fällt mit Geschick
Der alten Emma ins Genick.
Die Emma wischt ihn mit der Hand - So starb er für sein Vaterland.
Oder:
Virus erdbeertortenis
Ein Virus von der schlechten Sorte befand sich auf der Erdbeertorte.
Von dieser aß die Frau Baron
Ihr zehntes Stückchen schon.
Der Virus kam ihr in den Schlund, davon wurd sie nicht grad gesund.
Baronin kam ins Sterben dann, das Virus hatt's ihr angetan,
Bis dass der Onkel Doktor kam und die lange Zange nahm:
Er führte sie tief in den Magen und zog das Virus raus am Kragen.
Frau Baronin ist gesund
und frisst sich wieder kugelrund.
DF3KI an AR9LS, bitte melden sie sich! - Falsch, muss heißen:
Dorfkirche, Feldkanone 3, Kommando, Ida an Anton, Revolver 9, Limbotänzer, Seepferdchen, bitte melden!
Klaus Nickel war leidenschaftlicher Funker und Morser - mit eigener großer Antenne am Haus. - Was tut man da eigentlich?, ist man geneigt zu fragen. Nun, man spricht' mit jemandem in Südafrika oder Argentinien -mit etwas Glück!- und schickt sich anschließend Bestätigungskarten zu, die dann im Vereinshäuschen in Hurst landen, beim Ortverband, und dort ausgetauscht werden.
Wie er sich später ins Hobby Computer' geworfen hat und sogar DOS beherrschte, so musste er hier das Morsealphabet lernen und den Funkschein absolvieren. Klaus war ein technikbegeisterter Mensch, der den Fortschritt bejahte. Ja, man kann sagen, auch wenn Grüne das nicht gerne hören, dass er ein Fortschrittsoptimist war. Hört sich z.B. so an:" Wenn man mehr Straßen baut, können auch mehr Autos fahren."
„Alles Leben auf Erden ist Windhauch", sagt Kohelet, der Prediger.
Klaus Nickel sagt es so:
Herbst
Es wird kälter
Und du immer älter.
Zupf dir einen Grashalm aus, Geschwind.
Sei noch mal schnell ein Kind! Dann geh ' nach Haus.
Alles ist endlich, das wir hier sehen. Alles geht seinen Gang. Unter jedem Dach ein Ach, wissen die Leute. „Warum?, weshalb?" - diese Fragen kann uns leider niemand beantworten. Achselzucken allenthalben. Menschen sterben, einige viel zu früh, andere erst nach einem erfüllten Leben. Trauer breitet sich aus. Ihre Bearbeitung nimmt Jahre in Anspruch und kommt immer wieder hoch beim Gedenken. Mit gehen Gedanken an den eigenen Tod. Was wird sein?, Kann ich bis dahin alles regeln?, Ist meine Familie versorgt, meine Frau?
Trauerarbeit ist gute Arbeit. Trauerarbeit macht stark. Es ist gut zu weinen. Es ist gut, sich der Trauer zu stellen. Mit der Zeit wachsen neue Perspektiven, kommt Hoffnung hoch. Lebendige Seelenbilder entsteigen immer wieder der Tiefe, aber sie fesseln nicht.
Ich habe alles getan, was ich tun konnte. Wir haben ihn umsorgt, ihn geliebt und geknuddelt, ein menschliches Netzwerk um ihn geschart aus Familie und Freunden, und er war dankbar, wenn man Spaß machte und sich ihm liebevoll zuwendete. Er, der sich nie beklagte, konnte am Schluss ganz loslassen und in Frieden gehen.
Nichte Anja sagt: "Es hat ihm an nichts und gar nichts gefehlt. Klaus ist ganz aufopferungsbereit geliebt und gepflegt worden. Das ist etwas ganz Besonderes, was ihr hier geleistet habt. Wenn man in einer solch schwierigen Lage ist, hat er mit euch das große Los gezogen. Ihr mögt das vielleicht als selbstverständlich erachten, aber das ist es durchaus nicht. Er hat überhaupt keinen Mangel gehabt. ...Dass auch Männer hier blieben, ist außergewöhnlich."
Die Freunde: Karl-Heinz, Fred und auch Alice beispielsweise kannten sich bestens aus und haben Ellen entlastet, so dass auch mal ein kleiner Szenenwechsel mit Waltraud für sie möglich wurde.
So können Sie heute und jetzt Klaus, Ihren Mann, Vater, Opa und Freund loslassen und ihn der grenzenlosen Liebe Gottes empfehlen. Dass er seinen Weg ins Licht finde. Dass man ihm liebevoll entgegen kommt, mit brennenden Lampen wie zu einer Hochzeit. Dass er wieder erkennt, woher er gekommen ist.
Dass ihm herzliches Lachen, ein fröhliches Willkommen entgegenschallt. Dass aus seinen Erkenntis - Splittern eine Einheit wird. Dass er weiß, wozu er gelebt hat. Dass er auch die nötige himmlische Ruhe findet, die seine Seele jetzt braucht. Dass er in Gott geborgen ist. - Und wir auch!
Und wie lustig der liebe Gott walten kann, beschreibt Klaus in seinem für heute letzten Gedicht:
Turmbau zu Babel
Beim Turmbau zu Babel ging es wirklich hoch her, Man plante so 150 Meter an Höhe.
Vielleicht noch ein paar Zölle mehr, Damit man etwas weiter sehe.
Nun waren da so etliche Propheten, Die warnten König und Architekt,
Es gäbe gewisse Spezialitäten, die der Herr nicht gerne hätt.
Auf Propheten hat noch nie jemand gehört. Drum bauten sie lustig drauf weiter.
Haben sich an nichts gestört Und waren äußerst heiter.
Bis dass der Herr ein Machtspruch getan, Weise und wirklich lustig:
Die Maurer sprachen plötzlich spontan Deutsch, Englisch, Französisch und Russisch.
So bleibt uns am Schluss, für ihn, Dr. Klaus Nickel, zu danken: für seine Liebe, seine Freundschaft, seine Lebensbejahung und Fröhlichkeit und so vieles mehr.
„Klaus hat nie in Moll gesungen. Er hat sein Leben in Dur gelebt,." (Oliver) Und „Humor ist noch immer die beste Medizin!" Daran wollen wir denken.
Für ihn, für uns selbst, die Lebenden, und für unsere Verstorbenen alle wollen wir gemeinsam das Gebet unseres Herrn zu sprechen. Dazu erheben wir uns. – Vater unser…
oo Munsterlager (Lüneburger Heide) 11.05.1962 Ellen Schroeder, * Munsterlager (Lüneburger Heide)
53.Nickel, Rolf, Arzt, Dr. med. - Studium Frankfurt/a.M., * Selters (Westerwald) 14.10.1936, + Selters (Westerwald) 17.04.2013
-Seinerzeit jüngster Arzt in Rheinland-Pfalz-
Rolf war Arzt für Allgemeinmedizin, stellte sichere Diagnosen und half damit seinen Patienten recht früh, Krankheitsverläufe zu verkürzen bzw. die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Er litt seit 2009 unter einem Glioblastom an dem er 3x operiert wurde. Die entsprechenden Diagnosen und folgenden Jahre durchstand er wissend um die Unheilbarkeit seiner Erkrankung
mit großer Würde und Kraft.
Rolf starb nach 3tägigem Koma ruhig und ohne Schmerzen im Kreise seiner Familie.

Trauerrede für Dr. Rolf Nickel, Selters
Liebe Familie Nickel, Anja und Thorsten, werte Freunde und Freundinnen von Dr. Rolf Nickel, geschätzte Nachbarn und ehemalige Patienten.
Dr. Rolf Nickel, Ihr Hausarzt, ist tot. In der Urne ist alles, was von seinem Körper blieb: Asche. Alles zusammen vom Gewicht her gerade mal so viel, wie ein Neugeborenes wiegt.
Wie sehr sich doch Anfang und Ende nahe kommen! Werden und Vergehen, Entstehung und Finale gehören zusammen, j a sie sind eins ohne das andere nicht zu denken. Der Kreis schließt sich. Die Enden des Lebensfadens liegen nicht mehr auf gerader Linie auseinander¬gestreckt, sondern berühren einander, finden sich wieder, vereinen sich.
Vielleicht ist den Frauen das zyklische Denken eher gegeben als uns Männern: Bei uns geht alles geradeaus, wie es scheint, stringent immer schön weiter nach vorne auf dem gerichteten Zeitvektor: Geburt, Kindergarten, Schule, Abi, Studium, Heirat, Kinder kriegen, Beruf ausüben ...bis ein Schicksalsschlag plötzlich hereinbricht und neue, existentielle Fragen aufwirft, Fragen nach Leben und Tod, nach Sinn und dem, was bleibt. Die Gedankennachlese setzt ein, alle Kräfte werden noch einmal zusammengerufen und geprüft, wie weit sie noch taugen für einen zeitlichen Ausweg aus der Misere, im Hier und Jetzt. So auch bei Dr. Rolf Nickel.
In einem einstündigen Interview in der Palliativstation der Kölner Uniklinik antwortete er dem fragenden Kollegen: „Seit meinem 14. Lebensjahr schien mein Lebensweg einen ganz geraden Verlauf zu nehmen", wie oben beschrieben, „Erkrankung kam nicht vor. Bis meine Frau mit 42 an Brustkrebs erkrankte und mit 47 daran
starb ...Meine eigene Erkrankung danach, das Glioblastom, war nicht mehr ganz so tragisch... Sicher war ich entsetzt, als mir eine Lebenserwartung von einem Jahr prognostiziert wurde, die beeinträchtigenden Nebenwirkungen von OPs und Therapie dieses gefährlichen Tumors geschildert wurden, doch es gab immer noch Platz außerhalb der Chemo: Dann war ich auf dem Golfplatz!"
Golf und Tennis
Thorsten beschrieb in unserem Vorgespräch, wie er seinem kranken, gezeichneten Vater ins Auto hilft, ihn zum Golfplatz kutschiert, ihn aus dem Beifahrersitz nach oben zieht... und wie dieser dann auf dem Golfplatz immer kräftigeren Schrittes ausschreitet. Nach dem ersten Abschlag streckt er gar die Arme aus und gleich einer Metamorphose von der kriechenden Raupe zum Flügel ausbreitenden Schmetterling ruft er: "...ist das Leben herrlich!"
Mit einem Handicap von 31,6 hatte Rolf Nickel im Golfspiel gepunktet ...wie zuvor im Tennis auch. Dieser körperliche Ausgleich zur schweren Arbeit als - stets erreichbarer - Landarzt, in die der 25¬Jährige zeitgleich mit Beendigung seines Studiums in Frankfurt und Innsbruck und dem Ableben des Vaters gestoßen wurde, dieser körperliche Ausgleich hielt ihn fit. Und er machte was daraus: Als erfolgreicher Tennisspieler war er zur Zeit Nr. 30 der deutschen Rangliste und Nr. 5 der bayrischen. Er spielte auch international z.B. auf den Kanaren und in der Türkei, wie er voller Stolz und mit leuchtenden Augen im Interview mitteilt, sogar in der Europameisterschaft.
Irgendwann ist er dann von diesem schnellen Sport auf Golf umgestiegen. „Ein schwerer Sport, denkt man nicht! ...Tennis hab ich in einem Sommer erlernt, für Golf braucht man drei Sommer." Und optimistisch führt er weiter aus: "Wer im Tennis gut ist, wird auch ein guter Golfer!"
Optimismus und Erfolg
„Die Mitleidenden haben es immer schwerer als die Betroffenen", sagt Rolf Nickel im Interview, und "Der Leidende sagt: Ich bin doch da!'... weiterhin "Und ich war immer mehr high als down!"... "War ich oft glücklich!"
Grundsätzlich optimistisch. Auch als westerwäller Natur kann man wenig am Hut haben mit trüben Gedanken, Ängsten und Leiden. Gut, beruflich natürlich! Aber dann "Nix wie raus hier!". Frische Luft tanken. Sonne. Leben spüren. Sich ausagieren. Wettkämpfen.
Er macht aus allem das Beste. Was soll das schlechte Leben nutzen? - nichts!
Wendig ist er. Schauen Sie mal, wie schnell auch Rolf Nickel die Kurve kriegt,
3. Strophe aus seinem nicht veröffentlichten Gedicht ,Das frühe Leben':
Weidentraurig zeigt sich die Natur Dem nachdenklichen Betrachter Die Wolkendecke öffnet sich neu Lichtblicke gibt es immer wieder Die Sonne bringt frohe Lieder Und wärmt die Seele
Dass nichts fehle.
„Er war nie ein Trauerklos!", sagt Schwester Walla. „Er musste immer wieder auf der sonnigen Seite des Lebens aktiv sein. Während Bruder Klaus der Philosoph mit großer, herzlicher Wärme war, war Rolf der homo faber et ludens." Aber immer zuverlässig.
„Jeder ist seines Glückes Schmied", betont Rolf Nickel im Interview. Und er rät am Ende seines Lebens: „Nicht das Glück von anderen abhängig machen! Jeder baut sich sein Glück selbst!"
Und Glück hatte Rolf Nickel. Spielt er morgens vor seiner Anatomieprüfung noch ein Tennis-Match, lässt sich dann rasch mit dem Taxi - welcher Student kann sich ein Taxi leisten? - zur Uni fahren, liest im Auto ein weiteres prüfungsrelevantes Kapitel aus dem Anatomiebuch durch, denkt: Davon hatte ich bisher ja noch gar keine Ahnung!, versteht... und: genau das Kapitel kommt dran!
Das Glück ist von kaum zu ermessender Bedeutung.
Von Kind an ist er im Hause der Glückspilz und der Gewinner.
Der Vater pflegte zu sagen:" Wenn der Klaus Wurst sagt, hat der Rolf sie schon gegessen.!"
„Ist er nicht ein toller Hecht?!" Auch ein gewisser Narzismus mag dazu gehören: viele Menschen um sich herum, die staunen und bewundern:
"Der Munzel (Kater des Hauses) lag eines Tages bei uns im Heizungskeller und war eingeschlafen. Meine Frau Ute sagte: So will ich auch gerne mal einschlafen!'. . . Ich nicht!!! Ich hätte am liebsten, wenn sie alle um mich herum wären!"
Erfolgreich geboren werden, weil die Geburt so klein war, dass sie in ein Zigarrenkästchen passte, erfolgreich leben, wettkämpfen und sogar noch erfolgreich sterben ...wie früher die feinen Herrschaften, die Patrone, in ihren Paradebetten.
Rolf war ein Multitalent: Medizin, Tennis, Golf, viele unterschiedliche Techniken des Malens, Schreiben und Musizieren, Veröffentlichen, Backen und Kochen ...Ja, auch das noch. Er hatte den Ehrgeiz, alles zu lernen. Der sich nie um den Haushalt kümmerte, solange er von Frau Ute bewältigt wurde, gibt sich nach ihrem Tod dran, merkt, dass er auch das kann ...und gibt dann ab an eine Putzhilfe.
Es sich selber beweisen, ein neues Terrain erobern, kämpfen, ringen und siegen ... darum geht's bei Rolf Nickel. „Mir brauchte er nicht zu imponieren. Mich brauchte er nicht zu erobern. Mich hatte er schon, und das wusste er", sagte mir Walla am Telefon. „Aber er brauchte immer eine Gefährtin an seiner Seite. Das wurde nach Utes Tod deutlich. Er war ein Eroberungstyp."
„Er war nicht selbstkritisch. Er war von seinem Erfolg überzeugt, hat ihn bekommen" und auch weidlich ausgekostet. „Im Erfolgsrausch sah er nur seinen Weg und war glücklich... Er wusste bis zu Utes Tod nicht, was eine Niederlage ist. Die Familie hat sein Leben immer akzeptiert und unterstützt", meint Walla, „nicht immer war es mit der sozialen Kompetenz seiner Familie gegenüber so weit her, was er in der Endphase des Lebens sehr bedauerte. Auch der Erfolg fordert halt seinen Tribut!
„Früher hab ich ganze Tische unterhalten!", lässt Rolf Nickel den staunenden Kollegen im Interview wissen. Dazu geht ihm alles so leicht von der Hand. Er ist lebhaft, offen und gesellig, ein wahrer Entertainer.
Gern auch in der Familie. Geburtstage und Sterbetage werden in der großen Familie Nickel festlich begangen. An festlich gedeckten Tischen lässt man noch lebende Jubilare hochleben, und es wird der Ahnen und ihrer Verdienste/ Eigenarten gedacht und darüber Geschichten erzählt...
Apropos: So sind Sie, liebe Trauergäste, auch gleich zur Kaffeetafel ins Landhotel Adler, Rheinstr. 24, hier in Selters eingeladen.
„Aber ihr sollt fröhlich weiter leben"? Das„ Machen wir!" der Kinder ist dann noch die Retour auf die väterliche Vorlage, der zurückgeworfene „goldene Ball" der Freude und des Danks für die Unterstützung, von der Dr. Nickel im Interview spricht: „Sie haben ihn mir voll zurück geworfen!, ...wenn die Kinder auch manchmal zu kurz gekommen sind ...bei meinem Beruf!"
Früher wurde Kindern Angst eingejagt, wie man so sagte. Anja berichtet von ihrem Vater, dass er auch jenseits der 30 noch nächtliche Alpträume von seiner Schulzeit hatte. Er weiß: Wo die Angst im Nacken sitzt, kann ich mich nicht mehr bewegen.
Dr. Nickel rät am Sterbebett: „ Man hat in der Jugend viel mehr Angst (vor dem Tod) als jetzt ...Die Kirche soll den Menschen keine Angst machen! ...Man muss den Leuten nicht mehr Angst machen! ...Sie sollen zufrieden sein!"
An dieser Stelle möchte die Familie Walla, Alexandra und Reiner, die Anja und Thorsten in den schwersten Stunden Tag und Nacht mit Rat und Tat zur Seite gestanden sind, danken.
„ Was soll von Ihnen in Erinnerung bleiben, Herr Dr. Nickel?"
„Dass ich ein guter, sportlicher Kamerad war, ein fairer Mitspieler, ein netter Gesellschafter!" Die Leute sollen sagen: „Das war noch einer vom alten Schrot und Korn!"
Zu Beginn habe ich eingeleitet, dass die Zeitfäden wieder zusammen finden. Wer unterscheidet Geburt und Tod. Der Tod ist das Tor zum Leben. Der sterbende und auch der verstorbene Mensch ist genauso angewiesen wie das Baby. Er vermag nichts alleine. Erst das soziale Netzwerk, die medizinischen, pflegerischen Fachkräfte, am Ende Gott allein stärken, bringen Zuversicht und Hoffnung, retten schließlich aus allem Elend. Das hat im Gespräch auch Rolf Nickel bestätigt: „Ich arrangiere mich ganz ruhig damit. Nach der Jahreszahl sind wir sowieso dran, auch ohne Glioblastom. Jeder muss mal weg. Ohne Sterben geht es nicht." Und er zitiert aus der Bibel:
"Unser Leben währt 60, 70, 80 Jahre. - Das ist auch heute noch so. Es gilt für jeden. So ist es auch nicht erschütternd!... Das Leben hat nur einen einzigen Befehl an uns, einen Wunsch: Lebe!!!"
In seinem Brief „Aus der Asche" zitiert er am Schluss Wilh. von Humboldt: „Gewiss ist es noch wichtiger, wie der Mensch sein Schicksal nimmt, als wie sein Schicksal ist."
So wollen wir uns hier und heute an sein Vermächtnis halten und - so gut es geht - humorvoll weiter klingen. Wie sollte das besser gelingen als mit seinen Geschichten und Anekdoten aus der Jugend:
Weil jede zweite Ziege im Dorf „Lotte" ...
„Rolf soll er heißen!", sagte die Mutter. „Wie jeder zweite Schäferhund", so warnten und lachten die Selterser Freunde des Vaters beim Babypinkeln in der Kneipe.
„Rolf ist sein Name. Rolf Nickel. Dabei bleibt es auch!", sagte Mutter Lotte, „Rolf, weil auch jede zweite Ziege im Dorf Lotte' heißt - wie ich!"
Später kam noch der Doktor davor. Damit war der Name komplett. Mehr gab's nicht, aber auch nicht weniger. Er trug seinen ,Hundenamen' mit Fassung, vielleicht weil er schon sehr früh wusste, dass er eh Arzt werden würde ...wie sein Vater ...in Selters... Der Doktor davor adelt auch den stressigsten Vornamen.
So ertrug Rolf sein Schicksal - gehorsam, ohne Murren und Knurren. Ja, nicht so ganz: Starkraucher z.B., die -später- aufgrund eines Hustens oder Kratzen im Hals seine Sprechstunde missbrauchten, konnten damit rechnen, unsanft hinauskatapultiert zu werden.
Der nächtliche Notfall, Herzinfarkt, sitzt rauchend am Küchentisch. Dann konnte Rolf Nickel der Kragen platzen. (Wer könnte das nicht verstehen?) Engelsgeduld war da nicht gerade seine Tugend. Er konnte sich nicht verbiegen. „Die weiche Welle liegt mir nicht!", sagte er zu Walla am Küchentisch, als man ihm vor 4 Jahren sein Todesurteil mitgeteilt hatte. Er war auch ein schwieriger Charakter. Aber das war wohl sein Wesen. Tja!
Apropos rauchender Patient: Da konnte Herr Rolf Zähne fletschen und Kampfhundallüren an den Tag legen. Wegsperren brauchte man ihn nicht, denn binnen zwei Minuten war der Spuk vorbei, und er zündete sich nun -daselbst- in aller Seelenruhe eine eigene Kippe an.
Natürlich geht dem Landarzt die Gesundheit über alles, wo denken Sie hin? In einem Interview seiner letzten Tage rät er allen Patienten noch einmal eindringlich, nie den Mut zu verlieren, schön das Immunsystem zu stärken durch Spiel, Spaß und Sport, sich viel an der frischen Luft aufzuhalten, sich immer zu informieren und sich nie nur auf eine Meinung zu verlassen, immer eine 2. und 3. Meinung einzuholen, Alternativmedizin nicht abzulehnen.
Zu vermeiden seien Stress, Kummer, Sorgen nicht. „Et kommt wie et kommt". Aber... sich immer wieder neu zu verlieben, das sei schon ganz was anderes! In diesem Zustand fühle man sich ja auch am wohlsten. Er wisse, wovon er spreche. Er sei oft verliebt gewesen. Er halte es da gerne mit Jürgen Markus: Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben ...Schalalalalala (nur gelesen)
Rolf, das Kind ...Lotte, die Mutter
„Nicht selten fühlte er sich abends noch so wach, dass er nicht freiwillig hätte zu Bett gehen wollen. Er hatte seine Tage meist in Eile verbracht. Er war ein schnelles Kind, ein fröhlicher, lustiger Junge, der sich in Ruhe nicht ganz wohl zu fühlen schien. Man sah ihn fast nur im Laufschritt. Gehen wollte er nicht. Alles ging ihm zu langsam. Innerlich bebend produzierte er unruhige, fahrige Körperbewegungen, wenn ihn Umstände zum Abwarten zwangen. Warten hatte für ihn die Bedeutung einer langen, nicht enden wollenden Reise. Langeweile kränkte ihn. Er wollte möglichst viel erleben, möglichst schnell erfahren.
Noch spielten sich alle diese Vorgänge in seinem Unterbewusstsein ab. Er wunderte sich, wenn er hörte, er wäre ein hyperaktives Kind und sagte sich, dass man doch noch mehr an einem einzigen Tag erleben könnte.
Nacht und Schlaf fanden außerhalb seines Lebens statt, hatten keinen Raum und keine Gestalt. Nur die Müdigkeit zwang ihn, sich dem Unbekannten hinzugeben. Kaum lag er in seinem Bett, wartete er ungeduldig auf die allabendliche Zeremonie. Kam sie zuerst zu ihm oder erhielt er den letzten Kuss? Meist hörte er die geflüsterten Worte seiner Geschwister und die leisen und zärtlichen Ermahnungen der Mutter wie aus einem wattigen Schleier heraus. Und dann saß sie endlich an seiner Bettkante. Er fühlte die warmen Hände, die sich auf seinen Kopf legten und dann seine Finger zum immer gleich lautenden Gebet falteten:
„Lieber Gott, mach mich fromm, dass ich in den Himmel komm. Ich bin klein, mein Herzchen ist rein, darin soll niemand wohnen als Jesus allein..." (Anekdoten, 19f)
Die Mutter, Lotte, spielte eine große Rolle in Rolfs Leben. Alle Zärtlichkeit, alle Fürsorge, alle Wärme, alle Nähe gingen unmittelbar von ihr aus...aber auch alle Schönheit und Liebe, die Rolfs Beziehungsfähigkeit nachhaltig beeinflusst hat. Die Mutter gerät in Rolfs Leben zu einem wahren Archetypos. Sie kost, sie beruhigt, sie scherzt, sie fragt leise, sie ermahnt liebevoll, sie lächelt...
„An diesem Abend war seine Freude, in ihren dunklen, sanften Augen so viel Liebe erblicken zu können, so groß, dass er während des Gebets gestockt und sie angelacht hatte.
„Man lacht nicht während des Betens!", ermahnte sie ihn lächelnd. „Vielleicht lacht der liebe Gott doch auch?", entfuhr es ihm. „Wenn er dich kleinen Spatz sieht, ganz bestimmt!" (S. 20)
Andere Damen, die zu Besuch kommen, feine Kaffeedamen (inclusive Tante Lucie), mit ihren rot gemalten Lippen, teils bebänderten, teils geblümten Hüten, die aus gekräuselten Lippen Rauch ausblasen und den kleinen Bubi auf den Mund küssen, einen fetten Schmatzer auf die Wange absetzen wollen,... fallen gegen das Bild der Mutter deutlich ab. Einzig ihre entzückten Blicke auf ihn, den Kleinen, der schon ganz alleine Erdbeerkuchen essen kann, kommen an: "Ach wie süß!", antwortet die Dame mit dem Strohhut. „Habt ihr gehört? Er hat ein Bäuerchen gemacht!" (16) -
Apropos. Ihr sollt fröhlich weiterleben!
In seinen Anekdoten: Kurze Geschichten vom langen Leben, die mir persönlich ganz gut gefallen, beschreibt Rolf Nickel sehr lebendig seine Kinderzeit in Selters:
Einzug der amerikanischen Miltärkolonne
„Aus den Fenstern aller Häuser der Sayntalstraße hingen schlaff und faltig große weiße Bettlaken... Frauen, alte Männer und Kinder winkten jubelnd ...Gerda, gerade erst 16, stand im Vorgarten und schwang ein an einer langen Bohnenstange befestigtes Handtuch ...Deutsche Soldaten, die vor wenigen Tagen noch „Gerda, Gerda, Gerdamaaaarie!" gesungen hatten und „Waltraud ist ein schönes Mädchen (Siehste wohl), Waltraud ist ein schönes Kind (Siehste wohl) waren verschwunden ...Die Amis, unsere Besatzer waren da... "Giff mie plies Schocklätt!" „Giff mie Schwinggamm!". . . Sie hatten alles ...Meist beklauten wir sie: wir griffen in jeden allein gelassenen Jeep ...öffneten die Ladeklappen an den Panzerspähwagen. ..drangen in die Häuser, die die Soldaten besetzt hatten... wir hielten unser eigenes MG über den Gartenzaun als die Panzer vorbeizogen ...Taktaktaktak...taktaktaktak...Der pechrabenschwarze, große Kommandant sah sehr gefährlich aus, als er den Befehl schrie, und das große Geschützrohr sich langsam und schwerfällig zu uns hindrehte, bis wir in seine große Öffnung gucken konnten und Klaus rief:" Gefaahr! Rückzuuug!"
Die Handgranate
„Hier auf diesen Holzstiel mit der Gewindeöffnung muss man den Sprengkopf aufschrauben. In den Sprengkopf wird diese Hülse gesteckt und dann wird die Zündkapsel gedreht. Von ihr wickelt man die Schnur ab. Wenn man nun an dieser zieht, dann zischt es und die Handgranate explodiert.", wusste Harald .... Ein ohrenbetäubender Knall ... Walter blutet an der linken Stirnseite. Robert blickt auf seinen rechten Oberschenkel, aus dem Blut tropft... Die MP kommt ...Mit Nebelhandgranaten vereiteln die älteren Jugendlichen der Hitlerjugend die Festnahme.
Betet der liebe Gott?,
fragte der kleine Junge zur Kriegszeit.
„In dieser Nacht träumte er, dass er nach einem langen, herrlichen Flug über grüne Wiesen, durch tiefe Täler und über hohe Berge bis in den lauwarmen Himmel hinein dem lieben Gott begegnete, der ihn freundlich anlachte und ihn in einen riesengroßen Kindergarten, der aussah wie der Garten Eden, mitnahm. Dort waren alle Kinder der Welt versammelt. Sie streckten die Hände zum lieben Gott empor und riefen im Chor: „Lieber Gott! Mach', dass bald für immer Frieden ist!"
Am Schluss, was bleibt?
Herkunft und Hinkunft haben wir nicht in unserer Hand. Gott führt die Enden unseres Lebensfadens zusammen, so hoffen wir, und macht, dass es eine runde Sache wird.
„Ich habe ein sehr, sehr schönes, erfülltes Leben gehabt! Ich hab das Optimum daraus gemacht. Mir ist vieles zugefallen, aber ich hab auch viel Glück gehabt... in meinem Leben." Seiner Familie, Anja und Thorsten mit ihren Partnern, ihren Kindern und Enkeln, seinen Geschwistern Walla und Jörg, Schwägerin Ellen mit Familien schreibt er in seinem letzten Brief „Aus der Asche": „Ich habe Euch sehr geliebt und immer geliebt und werde mit dem ewigen Geist die Hand über Euch halten!... Genießt wie ich jeden Tag mit vollem Bewusstsein, dass der Geist der allerewigsten Ewigkeit in Euch wartet."
Ich würde gerne Walla die letzten Worte überlassen, wenn sie sagt:
„Mit Rolf würde ich sofort durch die Wüste marschieren. Der findet nach drei Stunden Wasser!“

Am Grab:
Segnung:
Lieber Rolf Nickel:
Der Herr, unser liebender Vater, segne dich. Er gebe deinem Herzen Frieden.
Er erfülle deine Sehnsucht und mache dein Leben rund.
Er schenke dir ein fröhliches Wiedersehen mit den Menschen, die du liebst.
Er nehme dich auf in die große Gemeinschaft des Himmels. Er begeistere dich für viele gute Taten.
Lebe im Licht!
oo Frankfurt a.M.(Hessen) 05.04.1961 Ute Neumann, * Leisning (Thüringen), + Dachau/Bayern
54.Nickel, Erich, * Selters (Westerwald) 16.03.1942, + Gießen - Uniklinik (Keuchhusten) 05.10.1942
55.Nickel, Jörg, Soldat, Angestellter Bw, * Dernbach (Westerwald)
Langjähriger Personalrat Standortfernmeldeanlage Montabauer und Personalratsmitglied beim
Bereichsfernmeldeführer in Koblenz
oo Marienrachdorf (Westerwald) 29.07.1967 Edeltraud Stahl, Anwaltsfachkraft, * Leinefelde (Eichsfeld)
56.Nickel, Waltraud, Vorexaminierte Pharmazeutin, * Selters (Westerwald)
oo Selters (Westerwald) 12.09.1959 Horst Brenneke, * Attendorn/Westfalen 26.07.1929, + Neuwied 2009
Urnenbeisetzung von Horst in Oberbieber am Donnerstag, 29. Januar 2009
Horst Brenneke, unser Horst, wurde 1929 in Rengsdorf geboren. Er wuchs auf in Attendorn im Sauerland.
Mit 15 Jahren wurde er während des letzten Kriegsjahres als Flakhelfer im Ruhrgebiet eingesetzt.
Nach dem Abitur 1950 in Attendorn folgte das Studium der Eisenhüttenkunde in Aachen.
1959 heiratete er seine Waltraud, mit der er so gerne im September dieses Jahres Goldene Hochzeit gefeiert hätte.
Mit Sohn Frank und Tochter Eva, die die Familie inzwischen bereichert hatten, zogen die Brennekes 1969 nach Erding in Bayern, wo Horst bis zu seinem Rentenbeginn fast 30 Jahre als Mitarbeiter im Wehrwissenschaftlichen Institut der Bundeswehr tätig war. Das war, so betonte er oft, seine schönste, lebendigste und erfolgreichste Zeit, denn er hatte über seine Tagesarbeit hinaus die Möglichkeit, auf weltweiten Kongressen seinen Interessens- und Freundeskreis international zu erweitern.
Seine Aufgabe als Dezernatsleiter erfüllte ihn so sehr, dass er äußerst ungern mit 65 Jahren seinen beruflichen Wirkungskreis verließ.
Für die anschließende Zeit aber hatte er voller Elan und Vorfreude ein neues Zuhause geplant und im Jahre 1994 mit seiner Frau bezogen. Er war zurückgekehrt an den Ort seiner Vorväter - nach Oberbieber, wo ihn die Familie seiner Schwester „Tütt" empfing. Nun hatte er Zeit fürs „Häuschen", wie er es liebevoll nannte, für den Garten, für die Freunde, die große Verwandtschaft und endlich auch für seinen Schützenverein in Attendorn, wo er alte Schulfreunde und Jugendgefährten wiedertraf, mit denen er Erinnerungen teilte. Mit großer Vorfreude wartete er auf sein 60 jähriges Königsjubiläum im nächsten Jahr.
Auch Klassentreffen wurden aktiviert und alljährlich begeistert besucht. Er hatte viele Freunde, war beliebt und überall ein gern gesehener Gast, lebhafter Unterhalter und interessierter Zuhörer. Sein Themenkreis überspannte die Astrophysik bis zum persönlichen Glaubensbekenntnis. Ganz besonders beschäftigte er sich mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts, mit dem Machtanspruch und auch mit dem Machtmissbrauch sogenannter Führungspersönlichkeiten und missionarischer Eiferer. Der augenblickliche Zustand der Welt stimmte ihn nicht gerade optimistisch. Doch er hatte auch die Begabung, ein beschauliches, bescheidenes Leben zu genießen, Feste zu feiern und diese mit Anekdoten zu erheitern. Sein Garten, seine Bücher, die Familie, Kinder und seine Enkelsöhne Mark und Jonas, auf die er sehr stolz war, füllten ihn aus; mehr zu fordern, war gegen seine Natur, gegen seine intellektuelle Lebensphilosophie.
Im 76. Lebensjahr musste er eine schwierige Operation, wenig später eine zweite, ertragen und überstehen. Seine Lebensfreude und sein nie versiegender Optimismus verhalfen ihm zu einem relativ beschwerdefreien, glücklichen und erfüllten Weiterleben.
Vor zwei Wochen war nun wieder ein Krankenhausaufenthalt notwendig. Mit großer Ruhe und Gelassenheit ertrug er Untersuchungen und Diagnosen, die ernst und schwerwiegend waren.
Schließlich verließ ihn die Kraft, und er schlief ein im Kreise seiner Lieben am 19. Januar nach Mitternacht.
2 Kinder von Nr. 40
57.Guckes, Walter, * Sindlingen b. Frankfurt a.M. 08.09.1928, + Gernsheim 16.06.2005
oo Ellen NN
58.Guckes, Lieselotte gen. Lott Lieselotte gen. Lott
1 Kind von Nr. 41
59.Nickel, Wolfgang
oo Gudrun NN
1 Kind von Nr. 42
60.Immel, Wolfgang
oo 1960 Helga Teller
1 Kind von Nr. 43
61.Nickel, Margot, * Wissenbach
2 Kinder von Nr. 45
62.Horch, Jochen, * Nanzenbach
63.Horch, Karin, * Nanzenbach
4 Kinder von Nr. 46
64.Diehl, Gerda, * Wissenbach
65.Diehl, Kurt, * Wissenbach
66.Diehl, Manfred, + Dillenburg/Hessen
67.Diehl, Willi, * Wissenbach
1 Kind von Nr. 47
68.Haas, Hans Jürgen, * Wissenbach
1 Kind von Nr. 48
69.Nickel, Anja Kathrin, * Dillenburg/Hessen
3 Kinder von Nr. 49
70.Nickel, Bernd, Fernmeldetechniker / Fußballspieler, * Nanzenbach 15.03.1949
Bernd Nickel (* 15. März 1949 in Eisemroth) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler, der für Eintracht Frankfurt von 1968 bis 1983 in der Fußball-Bundesliga 426 Spiele absolviert hat und dabei 141 Tore erzielte. Kein anderer Mittelfeldspieler hat mehr Tore in der Bundesliga erzielt. Er gewann mit der Eintracht in den Jahren 1974, 1975 und 1981 den DFB-Pokal und 1980 den UEFA-Pokal.
71.Nickel, Dieter, * Nanzenbach
72.Nickel, Marita, * Nanzenbach
1 Kind von Nr. 50
73.Weiß, Annelie, * Nanzenbach
2 Kinder von Nr. 52
74.Nickel, Alexandra, MTA, * Stollberg
oo Rosbach/Sieg 26.11.1984 Rainer Wrasse, Arzt, Dr., * Hennef
75.Nickel, Oliver, Jugendreferent, * Dernbach (Westerwald)
oo Oldenburg 26.08.1994 Deike Schmidt, Lehrerin, * Oldenburg
1 Kind von Nr. 53
76.Nickel, Thorsten, Kauf. Angestellter, * Dernbach (Westerwald)
oo Dachau/Bayern 21.05.1991 Ursel Joppien, Dipl. Betriebswirtin, * Duisburg
2 Kinder von Nr. 55
77.Nickel, Jost Peter Werner, Systementwickler und wissenschaftlicher Mitarbeiter Philipps-Universität Marburg, * Dernbach (Westerwald) 04.11.1968, + Hamburg 11.01.2009, [] Selters (Westerwald) 24.01.2009
wurde am
24.01.2009 auf dem Friedhof zu Selters beerdigt.
Die kinderlose Ehe mit Jenny Sowada war einvernehmlich geschieden, aber man blieb miteinander freundschaftlich verbunden.

Trauerfeier von Jost Nickel am 24.01. 2009 in Selters, gehalten von Herrn
Peferenten Roßbach

Liebe Familie Nickel, liebe Freunde und Bekannte des Verstorbenen Jost Nickel, liebe Trauergemeinde!
Wir sind heute hier in Selters zusammengekommen, um Abschied zu nehmen, Abschied von unserem lieben Verstorbenen Jost, der plötzlich und viel zu früh von uns gegangen ist.
Begrüßung: Im Namen des Vaters des Sohnes ...

Somewhere over the rainbow: Haben wir eben gehört, ein fröhliches Lied, das Hoffnung weckt. In einer Passage heißt es:
Irgendwo über dem Regenbogen, weit oben.
Da ist ein Land das ich einmal in einem Wiegenlied hörte. Irgendwo über dem Regenbogen, sind die Himmel blau und die Träume, die du wirklich träumst werden wahr. Manchmal wünsche ich michauf einen Stern, wo ich dann aufwache und die Wolken weit hinter mir lasse.
Wo Probleme wie Zitronenbonbons schmecken, hoch über den Schornsteinspitzen. Da wirst du mich finden.
Es zeigt uns ein Bild auf um das es heute geht. Es geht darum an den Verstorbenen zu denken ihm die letzte Ehre zu erweisen und uns von ihmpersönlich am Grab noch mal zu verabschieden, aber es geht auch um uns selbst in dieser Trauerstunde der Glaube daran, dass nach dem Tod noch etwas übrig bleibt in uns, und dass irgendwo über dem Regenbogen der Himmel blau ist. Die Erinnerungen und die Liebe an Jost bleiben bestehen, und wir denken daran, dass mit dem Tod nicht alles zu Ende geht,sondern dass Gott ihn aufnimmt in seine unendliche Liebe.
Lasst uns beten:
Allmächtiger Gott, hilflos stehen wir dem Sterben unserer Lieben gegenüber; es fällt uns schwer, deine Pläne zu begreifen und zu bejahen. Der Tod ist unabänderlich. Du aber hast uns deinen Sohn gesandt und ihnfür uns dahingegeben. Darum können uns weder Trübsal noch Bedrängnis,ja nicht einmal der Tod von deiner Liebe trennen. Erhalte in uns diesen Glauben und führe unserenBruder Jost Nickel zum neuen Leben. DurchChristus unseren Herrn.
Amen
Lesung:
Spuren im Sand
Eines Nachts hatte ich einen Traum:
Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn. Vor dem dunklen Nachthimmel erstrahlten, Streiflichtern gleich, Bilder aus meinem Leben.
Und jedes Mal sah ich zwei Fußspuren im Sand, meine eigene und die meines Herrn.
Als das letzte Bild an meinen Augen vorübergezogen war, blickte ich zurück. Ich erschrak, als ich entdeckte, dass an vielen Stellen meines Lebensweges nur eine Spur zu sehen war. Und das waren gerade die schwersten Zeiten meines Lebens.
Besorgt fragte ich den Herrn:
"Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen, da hast du mir versprochen, auf allen Wegen bei mir zu sein. Aber jetzt entdecke ich, daß in den schwersten Zeiten meines Lebens nur eine Spur im Sand zu sehen ist. Warum hast du mich allein gelassen, als ich dich am meisten brauchte?"
Da antwortete er:
"Mein liebes Kind, ich liebe dich und werde dich nie allein lassen, erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten. Dort wo du nur eine Spurgesehen hast, da habe ich dich getragen."

Jeremia 31:3
Der HERR ist mir erschienen von ferne: Ich habe dich je und je geliebt; darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.
Was geschieht mit uns nach dem Tod? Eine der Fragen, die viele Menschen stark beschäftigt. Besonders dann, wenn ein naher Angehöriger stirbt. Die Sehnsucht ist groß, dass etwas von uns übrig bleibt, dass etwasaufgehoben wird für immer. Die Bibel spricht in diesem Zusammenhang von Auferstehung, von der Hoffnung auf das ewige Leben. Und dieser Gedanke ist schon für viele einTrost. Aber dann geht die Frage weiter: wie soll ich mir das vorstellen? "Lebe" ich irgendwie weiter? Und werde ich ihn wiedersehen? Wird es noch einmal eine Gemeinschaft geben, so wie früher, hier auf Erden? Fragen über Fragen.
Aber da gibt uns Jesus eine Antwort drauf „Im Haus meines Vaters gibtes viele Wohnungen" und nach meiner Überzeugung gibt es dort eine Wohnung für jeden, der es wünscht - ein Haus wo wiruns wiedersehen, wenn die Zeit gekommen ist, wo Probleme wie Zitronenbonbons schmecken.
Da werden wir uns finden.
Ein Haus der Liebe und der Zusammenkunft am Ende der Zeit.
Für einige von Ihnen kann dies ein Trost sein, seinen Lieben Verwandten, seinen Freund wieder zu sehen, aber er fehlt jetzt hier und reist eine Lücke in Ihr Leben.
Und nun, bleiben wir zurück und schauen auf die Lücke, die er hinterlassen hat und die Ungewissheit was jetzt ist, was nun wird aus Ihm im Jenseits.
Ich habe dich je und je geliebt; darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte. Jer. 31,3.
Ein vielleicht ungewöhnlicher Bibeltext für eine Grabrede aber Sie liebe Familie Nickel haben ihn mir genannt. Ungewöhnlich vielleicht beimersten hören, weil es so klingt als ob Gott es wollte dass er ihn zu sich holt. Aber es geht um etwas anderes:
Ein kunstlos gemaltes Bild, dass ich einst sah, hat mir einen unauslöschlichen Eindruck gemacht. Aus wild bewegtem Meer ragt ein Fels empor, darauf steht ein Kreuz, und an demselben ist Jesus, der Retter. In seiner Hand hält er ein starkes Seil, das weit hinausreicht über das große Meer. Ein Geretteter ist schon ganz herbeigezogen und ruht selig zu den Füßen des Herrn. Einige Gestalten ringen noch in den Wellen, undin weiter Ferne taucht noch ein sehnendes, verlangendes Gesicht aus den schwarzen Wassern hervor. Auch dieser Ertrinkende kommt herzu; aucher wird gezogen zum Retter hin. Unter dem Bilde stehen die Worte: Ichhabe dich zu mir gezogen aus lauter Güte.
Damit meint der Verfasser nicht nur den Verstorbenen, sondern jeden von uns. Gott lässt uns im Tod nicht fallen, sondern empfängt uns mit offenen Armen.
Sie, liebe Angehörige, haben mir diesen Text, den Sie über Ihren Sohngeschrieben haben, gegeben... //
Was wir Ihnen über unseren Sohn Jost sagen können, Herr Pfarrer:
Wir, seine Familie, haben Jost geliebt, und das wird immer so bleiben. Zu seiner Schwester Ina hatte Jost eine besonders innige Beziehung. Die beiden hatten den „humorvollen, lieben Draht“ zu einander – das hat uns immer besonders glücklich gemacht. Auch mit Inas Lebensgefährten Johannes verband ihn herzliche familiäre Zuneigung.
Er war da, wenn wir ihn brauchten. Er war aber auch für viele, viele andere Menschen da.
Sei dies in seiner dienstlichen Stellung als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der
Philipps-Universität zu Marburg, oder in freundschaftlichen Beziehungen.
Seine Liebe zum gesprochenen und geschriebenen Wort hat er als Systementwickler zum Beruf gemacht.
Jost war ein Ästhet und Schöngeist, sehr kreativ darin, andere zu überraschen.
Er war da – immer da – für alle….
Und das bedingt wohl, dass er für andere alles tat, aber sich für sich selbst zu wenig Zeit nahm. Jost hatte nie Zeit „übrig“ und war immerauf der „Überholspur“, wie sein bester Freund Ingo uns so treffend beschrieb. Besser kann man ein Leben im Dauerstress wohl bildlich nicht darstellen.
Trotz unserer Hinweise, dass er nicht genug auf seine Gesundheit achte, war Jost immer unbesorgt, bis sich die ersten Anzeichen einer vermutlichen Erkrankung meldeten, jedoch bei zwei Untersuchungen als nicht behandlungsbedürftig bezeichnet wurden. Schließlich versagte sein Herzaber doch.
Wenn in der Ruhe die Kraft liegt, wie das Sprichwort sagt, dann möge Gott uns allen
die Kraft schenken, den überaus großen Verlust unseres Sohnes, Bruders, Enkels
Neffen, Cousins und Freundes Jost zu ertragen und zu tragen.
Natürlich könnten wir noch jahrelang weiteres aufzeigen: Seine Kindheit, Schulzeit am Gymnasium in Dierdorf, Studium an der Uni Trier - diegroße Freude an seiner Arbeit, aber dafür fehlthier heute die Zeit.
(Sehen Sie, Herr Pfarrer, den Lebenden fehlt es offenbar schon immer an Zeit…)//

Aber es geht auch um uns, uns, die wir zurück bleiben mit all den Nöten, da ihr lieber Jost nicht mehr hier auf Erden ist. Wir bleiben mit unserer Trauer zurück, aber da wirft uns Jesus ein Seil zu. Er zieht uns zu sich heran, wir müssen nur zugreifen und uns ziehen lassen, dennin ihm haben wir jemanden, der zu uns steht und der uns in unserer Trauer nicht fallen lässt.
Gott ist immer bei uns und gerade dann, wenn die Welt über uns zusammen bricht. Warum hast du mich allein gelassen, als ich dich am meistenbrauchte?" Da antwortete er: "Mein liebes Kind,ich liebe dich und werde dich nie allein lassen, erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten. Dort wo du nur eine Spur gesehen hast,
da habe ich dich getragen."
Oft passiert es dass er durch andere zu uns spricht. Menschen die unsnahe sind, oder denen wir im Leben nur kurz begegnen. Menschen die uns in unserer Not in den Arm nehmen, die uns zuhören, die mit uns gemeinsam beten, oder die uns nur ein tröstliches Wort mit auf den Weg geben. Und das ist es, wenn wir von Nächstenliebe sprechen, den anderen nicht im Stich zu lassen undim gemeinsamen Erinnern dem anderen beizustehen, um den Verstorbenen nicht zu vergessen.
Sie liebe Angehörige haben mir beim Trauergespräch gesagt das es so viel über Ihren Sohn zu erzählen gibt, und wenn wir beisammen sind und gemeinsam Begebenheiten aus seinem Leben uns berichten, dann ist mit dem Tod nicht alles aus, er bleibt bei uns in unseren Gedanken und Herzen und mit der Zuversicht und dem Glauben, dass Gott ihm das ewige Leben schenkt.
Nehmen wir uns einen Augenblick Zeit um uns an Jost Nickel zu erinnern.
Fürbitten
Herr Jesus Christus, durch deine Menschwerdung hast du uns zum neuen leben geführt. Wir bitten dich:
- Lass Jost Nickel jene Liebe erfahren, die er in seinem Leben für andere gezeigt hat. Nimm ihn auf in dein himmlisches Reich.
-Menschlich sind jene, die Güte und Hilfsbereitschaft zeigen. Vergelte unseren Verstorbenen alles, was sie hier auf Erden Gutes gewirkt haben.
- Für die Verstorbenen der Familie Nickel, schenke ihnen dein Erbarmen und gib ihnen Heimat und Frieden bei dir.
- Hilf uns allen, neue Menschen in Christus zu werden, damit wir die Menschenfreundlichkeit Gottes in dieser Welt sichtbar machen können.

Lasst uns beten:
Gütiger Vater, in deine Hände empfehlen wir deinen Diener Jost Nickelund hoffen zuversichtlich, dass er bei Christus ist. Wir danken dir für alles gute, mit dem du ihn in seinem irdischenLeben beschenkt hast, und für das Gute, das wir durch ihn erfahren durften. Wir bitten dich, nimm ihn auf und gib ihm Wohnung und Heimat bei dir.
Uns aber, die wir zurück bleiben, gib die Kraft, einander zu trösten mit der Botschaft des Glaubens, bis wir alle vereint sind bei dir-. Durch Christus unseren Herrn. Amen.
Ich spreche jetzt den Text, den die Christen schon seit Jahrhundertenihren Verstorbenen mit auf dem Weg geben:
Zum Paradies mögen Engel dich geleiten, die heiligen Märtyrer dich begrüßen und dich führen in die heilige statt Jerusalem.
Die Chöre der Engel mögen dich empfangen und durch Christus der für dich gestorben, soll ewiges Leben dich erfreuen.

Rede Professor Dr. Schmidt, Universität Marburg - Deutscher Sprachatlas

Liebe Trauergemeinde,

wir sind hier in seiner Heimat zusammengekommen, um Abschied zu nehmen von Jost Nickel. Seine Marburger Freunde und Kollegen haben ihm vielbedeutet. Wir verdanken ihm unendlich viel. Er hat das große Werk, das er in den letzten acht Jahren zusammen mit uns geschaffen hat, oft als „sein Kind“ bezeichnet. Von diesem wissenschaftlichen Kind schrieb er in der vorletzten E-Mailan mich wörtlich: „das ergebnis meiner arbeit ist derzeit leider nur ein onlineatlas, der weltweit seinesgleichen sucht.“

Unfassbar, welche prophetische Wahrheit ein solcher in einer E-Mail hingeworfener Satz innerhalb von drei Wochen gewonnen hat. Man muss nurdas Wort „derzeit“ streichen. Dann stimmt der Satz angesichts des Todes: Sein Lebenswerk ist ein Online-Atlas, der weltweit seinesgleichen sucht. Es stimmt aber tragischerweise auch das „leider nur“. Das großeAtlaswerk sollte ja nur dererste Schritt einer technischen Revolution der Sprachgeographie sein. Am zweiten Schritt hat Jost in den letzten drei Jahren mit aller Kraft gearbeitet.

Wie haben wir diesen genialen Systementwickler erlebt? Warum bedeuteter uns so viel? Was hat ihn an unserem Forschungszentrum so fasziniert? Jost hat Phonetik und Computerlinguistik studiert. Sprache und Computer waren „sein Ding“. Sprache ist die menschliche Kulturleistung, auf der alles andere aufbaut. Sie macht mit den Kern unseres Menschseinsaus, ihr Geheimnis haben wir noch längst nicht entschlüsselt.

Jost war vom Abenteuer Forschung fasziniert. Alle Kontinente sind längst entdeckt, die höchsten Berge sind bestiegen. Große Entdeckungen gibt es nur in der geistigen Welt und der Technik.Hier bei dieser Entdeckerfahrt Forschung mitzumachen, hier bei den Ersten dabei zu sein, dieeinen Durchbruch schaffen, das hat ihn angespornt.

Und er hatte Glück! Er kam 2001 an das Marburger Forschungszentrum, als dort eine einzigartige Aufbruchsituation herrschte. Das älteste sprachwissenschaftliche Forschungsinstitut überhaupt, eine Institution, in der 1876, 1908 und 1960 bedeutende wissenschaftliche Entwicklungen eingeleitet worden waren, dieses Institut war kurz vor der Jahrtausendwende in der Gefahr, zu einem Museum herabzusinken, in dem nur die alten wissenschaftlichen Schätze verwaltet wurden.

Im Jahr 2000 hatte dann ein junges Team eine weitreichende Idee. Könnte man die alten Schätze so erschließen, dass sie exakt interpretierbar würden? Ließe sich etwa die monumentale, aber etwas ungenaue Wenkererhebung von 1880 zu über 40.000 Einzeldialekten mit den phonetischen exakten Studien um 1900 verbinden? Könnte man zudem diese alten Quellenmit den Tonbandaufzeichnungen seit 1937 koppeln und den Neuerhebungenseit 1980? Dann müsste es doch möglich sein, die Entwicklung der natürlich gesprochenen Sprache über ein ganzes Jahrhundert hinweg mit nie dagewesener Genauigkeit zu verfolgen. Dann ließe sich auf dieser Grundlage eine völlig neue Einsicht in die Prinzipien des Sprachwandels unddamit in die Sprache selbst gewinnen.

Wer konnte die technischen Voraussetzungen für ein solches Riesenprojekt schaffen? Jost ging aus seiner Trierer Zeit der Ruf voraus, keinerzu sein, der lange redet, sondern einer, der inkürzester Zeit funktionierende Lösungen entwickelt. Deshalb haben wir ihn umworben. Er war begeistert. Ja, genau das ist es, was ich kann und will.

Also machte er sich – zunächst zusammen mit einem der Erfinder der GIS-Systeme, später alleine – an die Entwicklung. Wir waren tief beeindruckt. Er kam, kaufte eine große Kaffeemaschine, richtete ein hochmodernes GIS-Labor ein und entwickelte nachts das Programm. Was man kaum für möglich gehalten hätte, gelang in kürzester Zeit. In nur zwei Jahrenstand das Kernsystem des sog. Digitalen Wenker-Atlasses. Er hatte eingeographisches Informationssystem mit der Technik der Satellitenbildübertragung verbunden. In höchster Qualität waren die alten, schönen und anschaulichen Karten mit über 40.000 Detailinformationen im Interneteinsehbar. Jeder konnte sie sich anschauen, frei in die Karte zoomen,die Originalerhebungsbögen einblenden, sich alle zugehörigen Tonbandaufnahmen anhören und die modernen Vergleichskarten transparent überblenden. Die Laien hatten ihre Freude an den schönen Karten, die wissenschaftliche Welt reagierte mit höchster Anerkennung.

Innerhalb von fünf Jahren wurde der ausgebaute Digitale Wenker-Atlas zum allgemein anerkannten Forschungsinstrument. Jost wurde im In- und Ausland zum Technikpapst der modernen Sprachgeographie. Er konnte sichvor Anfragen kaum retten. Er wurde weit über Deutschland hinaus zum gefragten Kooperationspartner.

Leider konnte er dabei zu oft nicht NEIN sagen. Vielleicht sein größtes Problem. Zunächst aber eine ungetrübte wissenschaftliche Erfolgsgeschichte, die ihn und uns glücklich gemacht hat.

Dann kam das Wagnis, den nächsten großen Entwicklungssprung zu versuchen: Die „intelligente“ Sprachkarte im Internet. Eine Karte, in die die Benutzer aus der ganzen Welt selbst eingreifenkonnten. Eine Karte, die man nicht bloß anschauen kann, sondern die man so umgestalten kann,dass unterschiedliche Materialgrundlagen für den jeweiligen Forschungszweck direkt vergleichbarwerden sollten.

Hier stieß Jost an die Grenzen der heutigen Internet-Technologie, er stieß aber auch an seine persönlichen Grenzen. Die Aufgabe erwies sichals äußerst zäh und sperrig. Jost war genial, erfolgsverwöhnt und, wie alle wissen, die ihn kannten, höchst eigenwillig. Er war nicht bereit, als Chef einer Systementwicklungsabteilung die Sache zu leiten. Es war sein Kind, er wollte esalleine schaffen.

Wir haben an ihn geglaubt und auf sein Können und seine ungeheure Schaffenskraft vertraut. Es wurde sehr hart für ihn, alle Zeitpläne gerieten ins Rutschen, unsere und seine Nerven wurdenheftig strapaziert. 2007 glaubten nur wenige von uns noch, dass er es schaffen würde. Doch das Unglaubliche wurde wahr. Im Sommer 2008 gelang ihm der entscheidende Durchbruch. Ein Prototypwurde installiert, bei dem das technische Kernproblem gelöst war. In seinen letzten Lebensmonaten wurde jetzt Modul um Modul integriert. Er stand kurz davor, seinen früheren wissenschaftlich-technischen Erfolg auf ungleich höherem Niveau zu wiederholen.

Dazu ist es nicht mehr gekommen. Bei aller Kraft, die er ausstrahlte,hat er sich mehr zugemutet als auch der Stärkste verkraften kann: Fast regelmäßig große Teile der Nacht durchzuarbeiten, sich mit Unmengen an Kaffee wachzuhalten, seinen privaten Lebensmittelpunkt immer wiederhunderte von Kilometern von Marburg entfernt zu haben, ständig auf Achse zu sein und vor allem:Hilfe nur äußerst schwer akzeptieren zu können.

Der große Wissenschaftsabenteurer, der geniale Entwickler mit dem wilden Leben! Wir trauern um ihn. Mit der Familie, seinen Freunden, den Menschen, die ihn geliebt haben. Er hat den Erfolg seiner zweiten wissenschaftlichen Entdeckungsfahrt nicht mehr erlebt. Wir werden sein Werkzum Erfolg führen. Wir wissen, was wir ihm verdanken. Sein Werk wird lange über seinen Tod hinaus Bestand haben.

Jost hat das Lateinische gemocht. Verabschieden wir uns in dieser Sprache:

Requiem aeternam dona eius, Domine, et lux perpetua luceat eis.


Auszug WEB-Seite: "Vom Wenkerbogen zum Cyberspice"
Gedanken und Daten zur Dialektologie
Dr. Wolfgang Näser, Marburg

Mit seinen Materialien, Modulen und Zukunftsperspektiven ist und bleibt der Digitale Wenkeratlas das derzeit wohl größte Forschungsprojekt der internationalen Germanistik. Einen bedeutenden - vielleicht den bedeutendsten - Anteil an Konzeption und Durchführung hatte der geniale Systementwickler Jost Nickel, der am 11. Januar 2009 mit nur 40 Jahrenverstarb und bis zuletzt seine unermüdliche Schaffenskraft und ingenieurmäßige Kreativität einbrachte.
Quelle: Gedanken und Daten zur Dialektologie von Dr. Wolfgang Näser
78.Nickel, Ina Elisabeth Lieselotte, Lehrerin, * Dierdorf (Westerwald)
oo Westerburg/Ww. 19.06.2010 Johannes Thomas Keßler, Oberstudienrat, * Limburg / Lahn
Vorfahren von Johannes nachgewiesen von der mütterlichen Seite zurück
bis in das Jahr 1746 in's Königreich Sachsen.
Im Westerwald sind es Dieter Keßler und Renate Henkler deren Vater Ernst Henkler
und die Mutter Martha Mäser war.

Wo die Oma Martha in Hirschfeld geboren wurde, bis 1815 zum Königreich Sachsen gehörend, hatten ihre Vorfahren also die Wurzeln in Sachsen.
Danach wurde es dem Staat Preußen zugeordnet. Nach dem Krieg und der Teilung Deutschlands kam der Ort Hirschfeld nun zum neu entstandenen Land Sachsen-Anhalt in der Sowjetischen Besatzungszone mit der Hauptstadt Halle/Saale.
Große Gebiete von Preußen lagen nun auch in den anderen Besatzungszonen.
Danach wurden in der DDR die Gebiete in Bezirke umgewandelt, damit gehörte
Hirschfeld nun zum Bezirk Cottbus.
Nach 1990 durfte Preußen nicht wieder gebildet werden, und es entstand das Bundesland Brandenburg mit der Hauptstadt Potsdam.

Ich habe mit Onkel Horst Mäser begonnen, einen Überblick der Familienentwicklung
zu erarbeiten. Aus den Unterlagen vom Großonkel Otto in Berlin wurdenwir etwas
fündig bis zurück zu Urgroßeltern Mäser. Leider konnten diese Nachforschung
nicht mehr weitergeführt werden, aber durch die Hilfe von Richard Krause, ein Cousin von Oma Martha in Hirschfeld, konnten wird die Vorfahren urgroßmütterlicherseits
noch weiter bis 1747 zurück verfolgen.
Bearbeitet von Onkel Lothar 2006 - 2010
2 Kinder von Nr. 56
79.Brenneke, Eva, * Dernbach (Westerwald)
80.Brenneke, Frank, * Selters (Westerwald)
oo Memmingen Claudia Bülow, * Memmingen
2 Kinder von Nr. 59
81.Nickel, Jens
82.Nickel, Thomas
2 Kinder von Nr. 60
83.Immel, Eckhard
oo Petra Schwörer
84.Immel, Steffen
1 Kind von Nr. 70
85.Nickel, Frank
2 Kinder von Nr. 74
86.Wrasse, Edda, * Siegburg
87.Wrasse, Nils, * Siegburg
3 Kinder von Nr. 75
88.Nickel, Emma-Lotte, * Osterkappeln
89.Nickel, Hannes, * Osterkappeln
90.Nickel, Käthe-Luise, * Lübbecke
2 Kinder von Nr. 76
91.Nickel, Patricia, * Dachau/Bayern
92.Nickel, Samira, * Dachau/Bayern
1 Kind von Nr. 78
93.Keßler, Leah Marie, * Hachenburg
2 Kinder von Nr. 80
94.Brenneke, Jonas, * Wichita Falls / TEXAS
95.Brenneke, Mark, * Memmingen
1 Kind von Nr. 83
96.Immel, Leonie


Erstellt mit dem Programm AHNENBLATT (www.ahnenblatt.de).